Ausgabe 
28.3.1886
 
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später dete eine alte Mode wieder: die Mode der hellen Strohhüte, ihm einige Pfunde Tabak und eine Flasche Rum ab. Eine Eigen⸗ l vornehmlich der weißen und rahmgelben Brüsseler und der gelben italienischen thümlichkett die Stammes ist, daß Je und Beduinen ihn nicht zu mit buntfarbiger oder schwarzer Garnirung. sich rechnen, obgleich er zwischen Beiden steht, daß er auch die Vermischung * mit ihnen verabscheut. Europäern sind dagegen die Gurbismädchen gewogen. 1 W. G. 8̃- l 0 u Lo se 1. Stiefel muß sterben. Der junge Magister Stiefel, der als Lehrer * a. 0 8 la t ter einer Dorfgemeinde bei Wittenberg lebte, kam 1535 eilic 1 in der 14 5 5 1 Dirndl und Dachserl.(Siebe Illustration). Adolf Eberle's Jäger sind Aufregung zu Martin Luther.Der Weltuntergang ist nahe, rief er dem K nach erfolgreicher Jagd mit der Beute heimgekehrt und das Dirndl will Reformator zu.Woher wißt Ihr das, Magister? fragte Luther.Aus 1 dieselben mit Speise erquicken. Als der Napf auf den Tisch gestellt wird, meinen Berechnungen, versetzte Stiefel.Und sind diese untrüg⸗ . lockt der Duft das Dachserl an. Das treue Thier hat im Herrendienst seine lich?Ohne allen Zweifel. Er begann nun Luther überzeugen zu W Pflicht ganz und voll erfüllt und begehrt nun auch das, was dem Menschen wollen. Als ihm dies nicht gelang, verließ er in Unmuth Wittenberg. a geboten wird, Erquickung durch Speise und Trank. Dachserl ist auf den Gläubigere Seelen fand er in seinem Dorfe. Die Bauern verthaten ihr 1 Schooß seines Herrn gesprungen und strebt mit gierigen Blicken dem vollen Gut und harrten dem verhänguißvollen Tage entgegen. Als an demselben u Napf zu. Das Dirndl aber sucht lachend die eben bereitete Speise vor dem die Welt aber nicht unterging, war ihre Geduld zu Ende. Sie ergriffen

raschen Angriff zu bewahren. Die beiden Löffel in der Hand lassen darauf Stiefel und brachten ihn gebunden nach Wittenberg, damit er dort gerichtet 4 schließen, daß die Mahlzeit für die beiden Jäger und nicht für den Hund werde. Auf dieses Ereigniß dichtete ein Student das Lied:Stiefel muß 1 bestimmt ist. Zuweilen verrathen Löffel oder Gabel, daß das, was für den sterben, ist noch so jung Stiefel mußte thatsächlich nicht sterben, aber 1 1 Hund bestellt wurde, vom Herrn genossen wird. So sah einst ein Lieutenant das Lied, das er überall hören mußte, trieb ihn aus Sachsen. Er ging 1 um Fenster hinaus und als er seinen magern Hund erblickte, rief er dem nach Königsberg, wo er in hohem Alter starb. W. G 4 Ae 5 55 elt 1 150 le i Jolichen scheint am 0

1 end noch nicht gefrübstückt zu haben. Hole für das arme Vieh eine 15 ö ach; f 5. 1 Kartoffeln aus der Cantine. Der Bursche will sich entfernen, um aber 1555 ane dan e ihre 5 5 en Auftrag auszuführen, da ruft der Lieutenant noch hinterher:Johann, thüringischen Dorfe Görsbach in der sogenanntengoldenen Aue. Dort

ring' auch 4 0 5 1. 5 515 bring auch n Gabel mit finden wir bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts eine FamilieWorst,

9 Unser Holzschnitt giebt die kernigen Gestalten des Eberle'schen Genre- rNdabildes mit 91 Schärfe wieder und die beiter Scene muthet 5 Beschauer. e 0 e. 5 * sicher recht freundlich an. 11 5 dieser frühen Zeit einen Haus Worst den Alten neben einem Hans Worst E. 180 dem Jungen finden. Nach einer noch vorhandenen Urkunde verkaufte am r. 19. August 1471 Heinrich Graf zu Stolbergseinem lieben Getreuen, dem 0 g Der neue Christus. Zur Zeit des Königs Sigismund Augustus gerieth ersamen Hansen Worste, wohnhaft zu Gerspidi, seinen Schafhof am Ende u. der polnische Edelmann Jakob Mielstynski auf den Gedanken, die Rolle des Dorfes für einen Kaufschilling von 75 Gulden Die Worst'sche Familie er des neuerstandenen Jesus Christus zu spielen. Zwölf Zechbrüder fanden sich war durch Ansehen und Vesitz ausgezeichnet, aber auch durch ihr originelles bereit, ihn dabei als Apostel zu unterstützen. Sie fanden auch Dummköpfe, Wesen, das sich besonders in Prahlerei und Händelsucht kundgab, nicht z die ihnen Glauben beimaßen und opferbereit waren. Wo sie keine frei⸗ gerade zum Besten beleumdet. Ju der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderte l. willige Aufnahme fanden, griffen sie zum Betrug. In Plock stellte sich lieferte die Familie einen wirklichen Hofnarren Hane Worst, von dem ein er Einer wie ein von bösem Geiste Besessener, lief in die Kirche und stahl eigenhändige Schriftstück voller zotiger Späße, das im Gräflich Stolberg schen l das eben gesammelte Geld, es in die Brusttasche steckend. Nun erschien Familienarchive verwahrt wird, noch vorhanden ist. R. F. . 1 d 15 een Kledern f 1 5 e als jenem statt u es Geldes Steine aus den Kleidern fielen. Eines Tages kam die Bande f e e f' J; ü zu einer Dame, von der sie Leinewand forderte. Sie that ihr den Willen führten Ae 0 de An 5 0 0 56 ae ben 11 hicht, da setzte sie ihr den rothen Hahn auf das Dach. Die Nachbarn liefen e bre 18 0 5 15575 1 Eren 1 1 tt 15 1 5 ee e jziusammen und verfolgten die Uebelthäter. Plöglich blieb Mielstynski stehen derbesserte, 1 8 1 1 85. berbesserte und vervollständigte die neue Erfindung und ließ sich im Jahre t. und redete die Anderen an, sie möchten bleiben; er werde es allein mit 185; erbesserte Mal i 11 Ab 3; 8 den Bauern aufnehmen. Sie trauten seinen Worten nicht. Er blieb jedoch e en 955. eee e 195 en der e, he 5 2 5 und begann auf den Händen zu gehen. Die Bauern ließen sich dadurch finder darf Howe nicht angesehen werden, vielmehr hatte schon mehrere 0 zicht abschrecken, sondern prügelten ihn zu Tode. W. G 2 a(Bee 7 der Nh 100 atze Pee e aus en. 5 72 8 mplepuis(Departement der Rhone) Namens Barthelemy Timonnier zu 1 1 571 Etienne mit een 8 ae glänzende ionen er. 5 1 175 975 er Brauchbarkeit derselben abgelegt, welche auf sein Ansuchen 6 1. Wie sich die Zeiten. ändern. Der erste Präsident des französischen ansischen 0 1 1 1. 5 1 5 l. 9 Parlaments unter Heinrich II. Giles le Maitre setzte in den Pachtkonkrakt 5 1. seines bei Paris gelegenen Landgutes:Der Pächter hat an den vier großen 3 585. 75 Festen der; Christenheit wie zur Weinlese einen Karren(charette) in die Wegemesser. Die Erfindung der Wegemesser, die man in unseren W Stadt Paris zu schicken, um Frau und Tochter des Vermiethers, des gnädigen Tagen bei dem öffentlichen Fuhrwerk 1 Städte zur Kontrole der 1 Herrn Präsidenten, abzuholen, da die Ehre der Damen es nicht gestattet, Kutscher in Vorschlag gebracht hat, war bereits den alten Römern bekannt. 1 auf Eseln zu reiten. Für die Zofe ist aber ein gut; zugerittener Esel zu Schon Vitruvius(X. 14) berichtet vonHodometern, die in Fuhrwerken 1 stellen und ein Maulthier für den Vermiether, Mr. Giles le Maitre. und Schiffen angebracht waren, um die Länge des zurückgelegten Weges zu W. G. messen. Julius Capitolinus führt in seiner Lebensbeschreibung des Kaisers

Pertinax unter dem nach dem Tode des Kaisers Commodus versteigerten Nachlasse desselben l auf, welchedie Stunden und die Entfernungen anzeigen. In den folgenden fünfzehn Jahrhunderten haben verschiedene englische und französische Mechaniker den Ruhm, einen Hodometer erfunden zu haben, für sich in Anspruch genommen, aber es ist und bleibt unbestrittene historische Thatsache, daß die Renn- und Triumphwagen eines römischen Kaisers unseren heutigen Droschken und Fiakern das erste Vorbild eines Wegemessers gegeben haben. R. F.

Die Gurbis(Gourbys).Nach dreizehnstündiger Austrengung gelangten wir zu der Oase Biskara, erzählte der Saharareisende Kapitain Lacroix: Dieselbe ist von Gurbis bewohnt, die eine tief schwarze Haut besitzen, ohne die Gesichtsbildung dieser Rasse zu haben. Noch ehe wir die Grenze er reichten, erschienen plötzlich am Horizonte eine Anzahl Reiter. Eingedenk der Beduinenüberfälle, griffen wir zu den Waffen. Unsere Befürchtungen waren jedoch unbegründet; wir hatten es mit Gurbis zu thun, die von der Gazellensagd kamen. Sie empfingen uns mit echt arabischer Gastfreund⸗ schaft. Umgeben von den herrlichsten Palmen standen ihre Wohnungen zum Theil auf gemauertem Grunde, zum Theil bestanden sie aus Schilfhütten. Die Oase ist ein herrliches Stück Erde, das von drei nie versiegenden Bächen durchrieselt ist. Neben den Palmen wuchsen in üppiger Fülle Sträucher mit köstlichen Pfirsichen, Aprikosen und großen gelben Pflaumen neben weißen Johannisbeeren und wilden Trauben. Mir wurde die Ehre zu Theil, in der Wohnung des Marabuts Sidi Namu Aufnahme zu finden. Der heilige Mann zündete sich eine Pfeife meines Tabaks an und verschmähte auch einen Schluck Punschessenz nicht, die ihm dergestalt mundete, daß er seine Familie eines gleichen Glückes theilhaftig zu werden

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Don Ruy Gomez de Silva, der spanische Gesandte am Hofe Heinrichs IV. von Frankreich, wurde von diesem selbst in dem Garten von Fontainebleau umhergeführt. Der König zeigte ihm vorzüglichen Kohl; der Gesandte zuckte die Achseln.Im Escurial, sagte er,ziehen wir Kohlpflanzen, daß eine Kompagnie Reiter in ihrem Schatten ausruhen könnte.Ja, ja, versetzte Heinrich,die Natur bringt Wunderbares her⸗ vor. Mit solchen Kohlstauden können wir nicht aufwarten; aber ich habe den Befehl gegeben, einen Topf herzustellen, der so hoch wie die Notre Dame von Paris ist. Der Gesandte fragte betroffen:Und wozu?

wünschte. Fatime, seine Frau, eine recht hübsche, schwarze Dame, war die Erste, die auf seinen Ruf erschien und die bläulichen Lippen an den Rand der Flasche setzte. Die Familie Sidi Namu, die aus sieben Personen be stand, trank in den zwei Tagen meines Aufenthaltes drei Flaschen des starken Getränkes aus und würde vielleicht noch mehr geleistet haben, wenn ich in Betracht meiner Weiterreise ihnen den fortgesetzten Genuß nicht ver⸗ weigert hätte. Die Gurbis sind ein friedlicher, gutmüthiger Volksstamm, der nur von Viehzucht und Jagd lebt und den Karawanen Nahrungsmittel, Thiere und Früchte verkauft. Als Merkwürdigkeit gilt auch, 9 einige

Um Euren Kohl darin kochen zu lassen, lautete die Antwort Heinrichs des Vierten. W. G.

Beaumarchais nannte die Compilatoren in der Bücherwelt die Lumpen⸗ sammler, jene Gattung Schriftsteller, aber, die einen literarischen Teig in jede beliebige Form bringen, die Bäcker der Belletristik. W. G.

Eugenie Gobelin, eine der bekanntesten Balettänzerinnen der dreißiger

5 Theile der Oase mit Reis und Mais bestellt sind, während der Beduine Jahre, hinterließ bei ihrem Tode 83 persische Shawls, 116 französische u, niemals Ackerbau treibt. Als ich von den Gurbis Abschied nahm, verehrte Caschemirs, 52 Mäntel, 874 Kleider und 365 Handschuhe, aber nur 5 u mir der Marabut einen aus Talkstein geschnittenen Pfeifenkopf, wofür ich[Paar Strümpfe und 3 Hemden. W. G. n.52 5. e n

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