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Edmund eilt hinter ihm drein.
zu den
Obherhessischen Nachrichten.
Zeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden.
Nr. 52.
Gießen, den 26. Dezember.
1886.
Auth. Novelle von Frida Schanz. (Schluß.)
Die Straße führt zuerst nach dem oberen Schlosse. Im blassen Dämmerlicht hält der Schlitten vor der Thür. Gastlich strahlt das helle Licht durch die Scheiben; die Hunde lärmen und Herrn Eckarts markige Gestalt erscheint auf der Schwelle. Mit schallendem Gruß bewillkommt der Alte die jungen Leute. Verwundert schlägt bei all' dem Lärm die Kleine die Augen auf. Ein schnelles Erzählen und Verständigen erfolgt nun. Herr Eckart, Detlev's Stiefvater, hat das blasse Kind auf den Arm genommen, streichelt und liebkost es und trägt es fröhlich in das Zimmer, wo der riesige Tannen⸗ baum zu Detlev's Empfang mit tausend Lichtern geschmückt ist. Er hat es sich so schön gedacht, die Kleine als„Christenglein“ seinen Eltern in's Haus zu führen, die ihr gewiß die Stätte um seinetwillen von ganzem Herzen ge⸗ gönnt hätten. Herr Eckard aber, dem das gütige Erbarmen aus den nassen Augen strahlt, bedarf Detlev's Bitten nicht, um aus vollster Seele einverstanden zu sein, die arme, junge Menschenblüthe an seinem Herzen groß werden zu lassen.— So entsteht eine Art edlen Wettstreites, während dessen das Kind mit unbeschreiblichem Entzücken in das Lichtermeer des Tannenbaumes späht.
„Wen wünschtest Du dir denn zum Bruder von den beiden Gesellen?“ fragt Herr Eckart endlich, auf die jungen Leute deutend, deren Augen förmlich gespannt an dem mageren Kinderantlitz haften. Verwundert schaut sie von dem Einen zum Andern.— Der Wieder⸗ schein der Baumlichter liegt auf ihrem hellen Haar und der Wieder⸗ schein eines seligen Märchenglückes in ihren Augen. Der Gegen⸗ satz zwischen diesem Anblick und dem traurigen Bild in der Mühle ruft ein sonniges Lächeln auf Detlev's ernstem Antlitz hervor. Dieses Lächeln gewinnt ihm das zögernde Kinderherz.„Den!“ sagt sie, nach Detlev deutend, auf des Alten Frage. So war Edmund einst⸗ weilen besiegt.„Sie gehört uns Beiden und soll unser Schwesterlein sein!“ tröstet Detlev den Freund, als dieser sich endlich zum Gehen wendet, von dem ungeduldigen Stampfen der Rosse und dem Peitschen— knallen des Kutschers gemahnt. i g
Seit jener Stunde ist Ober⸗Rotau die Heimath Ruth s. Das schöne Einverständniß zwischen den zwei Nachbarschlössern zeigte sich in der Art, wie man sich in die Barmherzigkeit gegen das Christ⸗ englein theilte. Herr Eckart ließ es sich zwar nicht nehmen, das liebliche Geschöpf in seinem Haus zu behalten, doch mußte er wohl oder übel des Grafen Vorschlag gelten lassen, der sich verpflichtete, für des Mädchens Kleidung und Unterricht einzustehen und die Kosten für Beides nach dem Maßstab seines gräflichen Vermögens zollte.
Frei und unbeschränkt, wie ein Strauß duftiger Blüthen, ent⸗
falteten sich die reichen Gaben der Waise im Sonnenschein des neuen
Glückes. Der Frohsinn, mit dem sie sowohl Herrn Eckart's ein⸗ sames Haus, als auch das gastliche Grafenschloß, in dem sie schnell
und unbefangen heimisch wurde, belebte, war ihre schönste Dank— barkeit.
Mit dem frühreifen Ernst, den das Elend in ihr groß gezogen hatte und den sie nun trotz alles Glückes in der verborgensten Tiefe ihres Herzens bewahrte, nahm sie jede Gelegenheit, sich zu bilden, wahr und es war nicht nur der Vortrefflichkeit ihrer Lehrer und Detlev's unermüdlichem Bemühen, sondern vor allem ihrem redlichen, treuen Fleiß zuzuschreiben, daß sie in einer kurzen Reihe von Jahren einen so tiefen Gehalt in sich sammelte.—
Das Band, welches die gemeinsamen Studien zwischen Detlev und Edmund geknüpft, hatte nun sie in Händen, seit die verschieden⸗ artige Laufbahn die beiden jungen Freunde getrennt hatte.
Sie saß in Detlev's Studirzimmer, wenn er während feiner Universitätsferien daheim über den medizinischen Werken saß, sie lauschte seinen Erklärungen, seinen hochherzigen, feinfühligen An⸗ sichten über seinen künftigen Beruf, über seine Lebenspläne und Ziele.
Aber auch Edmund, der von der nahen Garnisonsstadt, in der er in den Kavalleriedienst eingetreten, so oft es möglich war, daheim einkehrte, war ihr Vertrauter.
Sein ehrenhaftes, ritterliches Wesen, sein Eifer und sein auf— richtiges, tüchtiges Streben brachten ihn auf seiner Laufbahn rasch vorwärts; und während Detlev sein Wissen, das er nicht reich und tief genug ausbilden konnte, auf den besten Universitäten zusammen⸗ trug, war Edmund trotz seiner Jugend schon von Rang zu Rang gestiegen.
Ruth war immer die Erste, welche seine Ernennungen erfuhr.
Detlev hatte eine eigenthümliche zähe Art, mit seiner Freund⸗ schaft zu kargen. Keiner seiner Studien- und Altersgenossen ge⸗ wann sein Vertrauen in dem Maße, wie Edmund es besessen hatte. So oft er diesen nach langer Trennung daheim wieder traf, war der alte, liebe Herzenston im Nu wiedergefunden.— Es war wirklich so, wie er es einst gesagt: das Mädchen, das zwischen ihnen erblühte, vertiefte und veredelte ihre Beziehungen.
Fünf Jahre lang hatte Detlev sein Studium nun schon betrieben, ohne einen Abschluß erreicht zu haben. Ein Jahr lang wollte er noch in Paris bleiben, dann hoffte er, genug gesammelt zu haben, um ein schönes Examen zu bestehen und der Menschheit, wie er wünschte, dienen zu können.
„Ein Jahr ist so lang!“ schluchzte Ruth beim Abschied an seinem Halse,„so lange warst Du noch niemals fern!“—
Sie war nun ein großes, schlankes Mädchen geworden, ein Kind zwar noch voll knospenhafter, etwas herber Lieblichkeit; doch lag in ihrem blassen, schmalen Gesicht schon ein Hauch des kommenden Blüthenschmelzes, der nie so deutlich, wie in jener Abschiedsstunde, zu Tage getreten war.
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