Ausgabe 
25.7.1886
 
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239.

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sich die volle Wahrheit in ihrem Hirn klar machte, fühlte sie, wie ihr ein Schauer durch die Adern rann, wie ihr Blick sich verdüsterte und ihrer Besinnung beraubt, fiel sie auf Mario's Bett nieder.

In diesem Zustande fand sie endlich die Kammerfrau, die sie durch das ganze Haus gesucht hatte, und ließ den Arzt rufen, der bei ihr alle, von der Wissenschaft eingegebenen Mittel anwendete, und für den Augenblick ließen diese sie wieder in's Leben zurück kommen. Aber sie wurde von einem so heftigen Fieber ergriffen, daß sie für etliche Tage zu Bette bleiben mußte, dann erst besiegte es ihre körperliche Kraft und sie erhob sich geheilt, aber mit schmerz zerrissener Seele.

Sie weinte den ganzen Tag, sie wanderte durch ihr Haus, das ihr wie eine Wüste erschien, und tausend bange Sorgen regten sie beständig auf, sie hatte noch keine Nachrichten vom Sohn gehabt, und sie wußte nicht, ob er sich in Sicherheit befand, auch ihren Schmerz mußte sie geheim halten, und durfte mit Niemandem da von sprechen, aus Angst, daß die Regierung das Fortgehen ihres Sohnes erfahren und ihm auf die Spuren kommen werde, die arme Frau war wie wahnsinnig.

Sie hatte erfahren, daß Mario zusammen mit Arrigo fort gegangen sei, aber da sie zu Valeria nicht in guten Beziehungen stand, hatte sie auch nicht den Muth, sie um Nachrichten zu bitten.

Endlich gelangten auf privatem Wege zwei Zeilen an sie, die in Eile mit dem Bleistift hingeworfen waren. Er war in Sicher heit gekommen und befand sich wohl.

(Fortsetzung folgt.)

Lose Blätter.

Unsere Illustrationen. Otto J. von Bayern, dessen Bildniß wir den Lesern vorstellen, gehört zu den Königen, welche niemals den Thron besteigen. Sein Reich liegt im einsamen Schloß Fürstenried und schwerlich wird er diesen Aufenthaltsort mit einem andern vertauschen als mit der Gruft seiner Väter. König Otto, der jüngere Bruder Ludwigs II., wurde in München am 27. April 1848 geboren und widmete sich der militärischen Laufbahn. An den Kriegen der Jahre 1866 und 1870 nahm er als bay⸗ rischer Offizier Theil und erhielt nach dem Krieg in Frankreich das eiserne Kreuz. Bald darauf wurde er zum Inhaber des fünften Chevauxlegers Regiments und General der Kavallerie ernannt. Wie sein Bruder, so war auch Prinz Otto durch männliche Schönheit und reiche Geistesgaben aus gezeichnet, allein bald nach dem deutsch-französischen Kriege zeigten sich Spuren einer Geisteskrankheit, welche rasche Fortschritte machte. Zuerst wurde der kranke Prinz auf Schloß Nymphenburg, in der Nähe von München, von jedem Verkehr abgeschlossen und der ärztlichen Pflege anheimgegeben. Als er hier aber in einem unbewachten Augenblick von dem Balkon des Schlosses herab Chevauxlegers, welche auf dem Schloßhofe standen, zur Hilfe aufrief und diese flehentlich beschwor, ihn doch aus der Gefangen⸗ schaft zu befreien, wurde der Kranke auf das einsame Fürstenried geschafft. Hier empfing er die Nachricht vom Tod des königlichen Bruders und von seiner Erhebung zum König von Bayern, allein die Botschaft durchdrang kaum feine Geistesnacht. Wenn man den jüngsten Nachrichten Glauben schenken darf, so schreitet der körperliche Verfall des neuen Königs rapide fort und bald wird derselbe seinem Bruder in die Gruft nachfolgen. a

Ein Freund der Plastik nennt der Genremaler H. Bolz sein Bild. Die dargestellte Scene ist leicht verständlich. Ein Gipefigurenhändler bietet im Wirthshaus feine Figuren zum Kaufe aus. Das Bäuerlein hat ein besonderes Gefallen an den schönen Körperformen einer Venus, während seine Gattin den Friedensengel anständiger findet. Die, hübsche Kellnerin blickt auf den neckischen Cupido und den jugendlichen Händler. Der Maler läßt es unentschieden, ob der Cupido oder dessen Verfertiger der frischen Dirne mehr in die Augen sticht. R. E.

Eine phrenologische Reminiscenz. Als vor einigen Jahrzehnten die phre nologischen Studien, über die man jetzt zu lächeln pflegt, eine große Rolle spielten, hielt ein Dr. King in derBrighton litterary aud scientific institution einen Vortrag über Phreuologie und deren immensen Nutzen. Schon jetzt, sagte er unter Anderem, fängt man in England an, den großen Vortheil dieser Wissenschaft einzusehen, und diejenigen Leute, welche an ihrer eigenen Besserung arbeiten, betasten sich fleißig die Köpfe zu deut⸗ licherer Selbsterkenntniß. Die Aeltern werden aufmerksam auf die Fehler ihrer Kinder und gründen die Leitung ihrer Erziehung auf eine solidere Basis, als dies bisher möglich war. Die Menschen schließen nur noch Freundschaften, wenn sie 15 Hirnschädel mit einander übereinstimmend gefunden haben. Und die Richter bestimmen die Strafe je nach Bildung des Kopfes ihrer Inculpaten. Wie lächerlich müssen Euch Euere Aeltern und Erzieher vorkommen, die sich abmühten, durch sorgfältige und lang⸗ jährige Beobachtungen Euere natürlichen Anlagen und Fähigkeiten zu ent⸗

ecken, während sie ein einziger Griff unter Euere Haare darüber hätte in's Klare bringen können. Die, welche auf Freiersfüßen gehen, werden in Zukunft nicht Jahre lang in Zweifel sein, welche unter den Schönen sie wählen, welche sie verwerfen sollen, da, wenn nur erst das Gebäude der

ganzen menschlichen Gesellschaft auf gesunde phrenologische Principien be⸗ gründet ist, jedes junge Mädchen, welches Lust zu der Partie hat, ihr Köpfchen dem Heirathslustigen darbieten wird, um ihm ihre guten Facul⸗ täten handgreiflich zu beweisen.Ich sehe schon, schloß Dr. King seinen Vortrag,das aufgeklärte Jahrhundert nahen, wo jedem Richter es zur Pflicht gemacht werden wird, seinem Verbrecher vor allen Dingen den Kopf zu befühlen, und wo man es nicht mehr begreifen wird, daß es eine Zeit gab, in der man sich, wie jetzt, damit begnügen konnte, blos den Verbrecher zu fragen:What is your name?Where are you born? What is your profession? Wie leicht, wie klar, wie einfach wird dann die Antwort auf viele Fragen sein, auf die man jetzt vergebens eine Auskunft sucht! Wie einfach wird das ganze gesellige Leben werden! Ich bringe diesen schönen gemischten Kopf, der mit besonderer Sorgfalt ge arbeitet ist, dem Sir Robert Peel zum Geschenk. Und ich werde es ihm 11 Pflicht machen, ihn in seinem Arbeitszimmer aufzustellen und alle

korgen, ehe er an die Geschäfte des Regierens geht, einmal mit der Hand darüber hinzufahren, um die Hauptpunkte, welche er beim Regieren eines solchen Nationalkopfes zu beachten hat, nicht aus den Augen zu ver⸗ lieren. Ich habe hier ganz kleine Copieen desselben Kopfes bei mir, die ich Ihnen, meine verehrten Anwesenden, schenken will und die Sie auf Ihren Reisen, damit sie Ihnen in vorkommenden Fällen aus der Verlegenheit helfen mögen, immer in der Westentasche tragen können, wie Reinhold, das Wunderkind, seine drei Bärenhaare, seine drei Adlerfedern und seine drei

Fischschuppen bei sich trug. 8 Franz Drake brachte bekanntlich die Kartoffel 1580 aus Virginien nach England, wo sie die Königin Elisabeth am Weihnachtstage desselben Jahres zuerst auf ihrer Tafel sah. In ganz Deutschland hat sie zuerst Berlin, und zwar schon vor 1651, gezogen. Aber nur allmählig ward sie als Volksnahrung im Großen benutzt. Friedrich Wilhelm I. von Preußen wendete sie für den Unterhalt der Armen und Kranken in der Charité an, und wollte sie auch in Pommern einführen, wo er aber die Vorurtheile der Pommern mit Gewalt unterdrücken mußte. Die Geistlichen mußten nun für die Kartoffeln predigen, wie einst gegen die Perrücken und den Taback. Selbst als Friedrich II. im Jahre 1744 unentgeltlich in Pommern Saatkartoffeln vertheilen ließ, hatte dies keinen sonderlichen Erfolg. In Schlesien mußte der dort dirigirende Minister, Graf Schlabrendorf, in den ersten Jahren des siebenjährigen Krieges die Domänenbauern durch Exeku⸗ tion zum Anbau der Kartoffeln nöthigen. Ja, noch im Jahre 1763 befahl Friedrich II. den Kammern, durch Landdragoner darauf zu sehen, daß die Bauern Kartoffeln pflanzten Schlabrendorfs Bemühungen wirkten aus Schlesien nach Böhmen hinüber. Noch später geschah die Anpflanzung der Kartoffeln in Frankreich, wo Turgot in Jahre 1761 als Intendant von Limoges die Aufforderung dazu erließ. Und noch vierzehn Jahre später erachtete Adam Smith in seinenUntersuchungen über den, Nationalreich thum die Empfehlung des Werthes der Kartoffeln gegen die des Weizens und des Reis für Großbritannien nicht für unnöthig.Sollte, sagte er, diese Wurzel jemals in einem Theile Europas, so wie der Reis in einigen Ländern, das allgemeine und beliebteste vegetabilische Nahrungsmittel des Volkes werden, so würde die Volksmenge wachsen und die Landrenten weit höher steigen, als sie zur Zeit sind. AI.

In China besteht die Prophezeiung, daß eine Tochter des himmlischen Reiches von einem Ausländer einen Sohn gebären werde, der zum Ver⸗ räther seines Vaterlandes bestimmt sei, so daß es den Fremden anheim⸗ fallen müsse. Lange Zeit durfte deshalb keine Chinesin die Grenzen über⸗ schreiten und diejenige, welche einem Fremden ihre Gunst gewährte, war dem Tode verfallen. Erst im Jahre 1831 wurde das Gesetz aufgehoben.

W. G.

Der ersten Polizeispione, 1 St. Aulaire in seiner Geschichte der Fronde, bediente sich der Cardinal Mazarin gegen den Prinzen von Conde; die Sache war jedoch damals so neu, daß man Niemanden als Leute, die bereits zum Galgen oder zur Galeere verurtheilt waren, zu dem Amte finden konnte, und selbst diesen mußte man Diplome ausstellen, worin man ihnen für Alles, was sie im Dienste des Minister-Cardinals ausführten, Straf losigkeit zusicherte. W. G.

Prinz Louis Armand de Conti war ungemein verwachsen. Auf einem Maskenball des Hofes erschien Jemand in derselben Maske wie der Prinz, auch mit ebenso ausgestopftem Höcker. Conti nahte sich der Maske und fragte sie, wer sie sei.Prinz Conti! war die Antwort. Ohne sich dar⸗ über zu entrüsten, nahm Louis Armand seine Larve ab.Wie man sich täuschen kann, erwiderte er.Da habe ich bisher dreißig Jahre hindurch geglaubt, ich sei der Prinz. W. G.

Weltweisheit. Man fragte einen Herru, was ihm wohl hauptsächlich seinen großen Ruf als ausgezeichneten Weltmann eingetragen habe. Die Antwort war:Ich habe es verstanden, mich, wenn es erforderlich war, in Frauen von vierzig Jahren zu verlieben, und Greisen von achtzig zuzuhören.

W. G

Valentin Tschudi, Pfarrer zu Glarus, trat 1750 zur reformirten Kirche über. Man sagte ihm, er solle seine Stelle niederlegen; er erwiderte:Nein, ich werde den Gottesdienst für die Katholiken wie nach Zürcher Sitte halten. Er that dies, wedhalb mau über seine Ruchlosigkeit großes Ge⸗ schrei erhob; doch ruhig erwiderte er den Erbosten:Glaubt Ihr denn, wenn man des Morgens die Messe liest und des Abends reformirt predigt,

man könne dann nicht den ganzen Tag ein guter Christ sein? W. G.

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