Ausgabe 
25.4.1886
 
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den runden Hüten aus Band und Straußfedermassen besteht. Oft ersetzt

man aber auch die Federn durch ein enormes Blumenbouquet. In den dunklen Farben sind Blau, Braun und Altroth beliebt.

Man verwendet zu den Schleifen am meisten das Pikotband, das vor⸗ nehmlich in Faille, Altlas und atlasgestreifter Gaze unsere Frühlings- und Sommerhüte umflattert.

Die letzteren werden vielfach in durchbrochenem Stroh erscheinen: in wirklichen Strohspitzen mit Guipüremustern, welche ein Seidenfutter in zarten Nüancen durchschimmern lassen. Man hat das durchbrochene Stroh, das zu vollständigen Hüten wie zu Hutfonds und Passen gewählt wird, außerordentlich fein gearbeitet in Goldbraun, Gelb, Weiß und in allen Schattirungen der Beigefarbe.

Betreffs der Formen in runden und in Genrehüten kann man im All⸗ gemeinen sagen, daß sie das tiefe Problem in sich vereinigen, dieselben zu bleiben, indem sie ohne Aufhören wechseln. Da giebt es Varianten vom Rubens, Rembrandt, Tizian, vom Rabutin, vom Charles IX, insgesammt mit hohem Kopf, hier mit schmaler, dort mit breiter Krämpe, hinten wie seitwärts scharf aufgeschlagen, oder allein hinten oder an der Seite dc. Und die Genrehüte erweisen sich am kleidsamsten mit ihrer diademförmig urückgeschlagenen Schnebbenpasse oder ihrem aureolenartig gestalteten Rande: 55 welche einer eleganten Wirkung stets sicher sind.

Schon sendet die Sonne ihre Skrahlen so warm hernieder, daß des Fächers Schutz nicht mehr ausreicht und wir gern zu dem Sonnenschirm greifen. Aber der wetterwendische April läßt uns nicht gar zu sicher dem Sonnenschein trauen, und da hilft uns der praktische Entoutcas aus der Verlegenheit. Man trägt denselben in schwarzem, marineblauem, braunem, bronzefarbenem, rothem und changirtem Seidenstoff, ohne Futter, oder mit solchem in gleicher Nüance, mit einer Schleife oder einem Pomponbüschel um den Stock aus Naturholz. Dann sieht man wieder als modern die großen schwarzen und farbigen Faille⸗ und Atlasschirme mit abstechend farbigem oder changirtem Futter, je nachdem mit Spitzen⸗Ueherzug oder nur Spitzen⸗Umrandung und mit altdeutschem Stock. Das Neueste, Eleganteste und Originellste indeß sind die Schirme mit wirklicher Malerei. Ich habe ein entzückendes Exemplar darin gesehen, dessen Bild, auf das reizendste und graziöseste von Künstlerhand ausgeführt, dem Schirm einen besonderen Werth gab. Der Bezug war aus dunkelbraunem Satin merveilleux hergestellt, und über drei Felder desselben zog sich ein oliven⸗ grün schattirter Baumzweig, auf welchem ein Vogelnest mit jungen Vögelchen angebracht. Ein Vogel flog hinzu und brachte denselben Futter, während zu dem anderen Ende des Baumzweiges ein zweiter Vogel herangeflattert am. Der Stock war braun und gelb geflammt, schildpattartig, und mit iner immensen Bernsteinkugel ausgestattet. Ein volles Büschel dunkel⸗ brauner Chenilleschlingen wand sich um den Stock. a

An den eleganten Schirmstöcken sind nämlich die großen Kugeln sehr zesucht und comme il faut. Man hat sie auch in geschlagenem Silber und in solcher Weise sehen sie an schwarzen Stöcken sehr schön aus, welche u Eutoutcas mit schwarzem Bezug vielfach Verwendung finden; der Bezug muß dann freilich vom besten Seidenstoff sein, um dem Schirme sein a bre Air zu wahren.

In den Promenaden⸗Unterröcken für das Frühjahr sehen wir vor⸗ läufig das Hergebrachte mit einigen Modifikationen wiederholt. Der bunt⸗ zestreifte Skirting ist dazu noch immer beliebt, doch erscheinen derartige

föcke neuerdings mit dem Ausputzrahm gelber Spitzen, vornehmlich dentelles

le Saxe, welche in zwei gekräuselten Volants den Rock unten umgeben, e aus einem kleinen Aufnäher hervorkommend. Ferner präsentiren sich die Bajaderen-Unterröcke in neuem Genre: mit Chenillebordüren in sich ab⸗ tufenden Breiten oder mit ganz breiter fünfstreifiger, eingewebter Wollen⸗ bordüre. Im Allgemeinen behauptet sich aber der schwarze Unterrock, weil er eine sehr bequeme und ökonomische Tracht ist, als der bevorzugte, aus Atlas oder Surah mit Spitzenvolants für die elegante Toilette, aus Mohair mit breitem Plissé, überragt von einer Blende, für den einfachen Geschmack. Das ist nichts Neues, aber stets etwas Beliebtes.

Die Kleiderröcke werden besonders viel in Plisses geordnet werden und sich häufig auf der einen Seite über einem Einsatztheil oder einer Quille öffnen. Auf dem Leibchen wird sich dann der Stoff der Quille in einer Weste oder einem kleinen herzförmigen Plastron wiederholen. Man begünstigt immer noch viel die drapirten Tunikas, meist in langer Form, was aber keineswegs die kurzen ausschließt.

Wenig Tournüre, sehr wenig, für die mit Geschmack begabten Damen, welche sich nicht zu Sklavinnen der Mode machen, sondern diesabe mäßigen! Umfangreiche Tournüre für Diejenigen, welche sich nicht in jenem Kreise bewegen und die Mode noch übertrumpfen. 5 i 0

Für junge Mädchen bereitet man gegenwärtig allerliebste Gesell⸗ schaftskleider aus indischem Kaschmir, himmelblau, beige oder heliotrop, oder aus grober, leichter Wollenserge, diese mit breiten Streifen für den Rock, . B. himmelblau und rahmgelb, heliotrop und rahmgelb, beige und rosa, und einfarbig rahmgelb oder beige für Leibchen und Draperie. Das leibchen, seitwärts geknöpft, erhält einen hohen Stehkragen, ganz mit Perlenstickerei bedeckt, oder es ist vorn etwas geöffnet und von einem Fichü aus Tüll oder Krepp umrahmt, noch etwas heller himmelblau oder heliotrop als der Rock oder das Kleid, und bei Beige blaßrosa. Der Rock wird in breite Plisses oder in breite Quetschfalten geordnet und oben mit einer egeren Draperie ausgestattet, welche sich an den Seiten verliert. 5

Einige Abonnentinnen erbitten betreffs der Haarfrisuren meinen Rath, und ich lese wiederholt die Frage: wie soll sich die Frau frisiren, welche nicht mehr jung ist und welcher der Haarknoten oben auf dem Kopfe keineswegs steht Ich antworte hierauf: eine Frau, welche nicht mehr jung ist, thut am besten, die Frisur zu behalten, welche sie schon seit einigen Jahren trägt, und muß sich wohl hüten, darin den neuen Moden zu folgen, welche sogar für viele junge Gesichter sich nicht einmal vortheilhaft

dieselbe freier lassend, mit seitwärts zurückgenommenem Haar ist immer hübsch, einfach und ohne Prätension und er kleidet gut die Schläfe. Ein schmaler, a e Chignon, welcher sich über den Hinterkopf zieht, oder ein hübsch geformter Knoten, ebenfalls hier angebracht, nehmen sich gut zu dem Scheitel aus und sind dem Alter gemäß. Beharrt man indeß darauf, der Mode von heut oder morgen zu folgen und die Koiffüre à la Diane anzunehmen, d. h. das Haar vom Nacken heraufgekämmt und auf dem Wirbel festgesteckt, so kann man dieses Arrangement, das für das reifere Alter so wenig kleidsam ist, dadurch verbessern, daß man eine schwarze Spitzenbarbe hinzufügt, deren Enden seitwärts oder hinten herabfallen. Man trägt keine Häubchen mehr, aber es giebt eine Menge kleiner Koiffüren aus Spitzen und Band, Spitzen und Blumen oder Federn, welche der Frisur etwas Anmuthiges und Ernstes zugleich geben.

Lose Blätter.

Beim Pfandleiher.(Siehe Illustration.) Im Süden Frankreichs bezeichnet der Volksmund das Leihhaus als Mont de piété(Berg der Frömmigkeit). Man darf daraus schließen, daß derartige Anstalten durch den Wobhlthätigkeitssinn edler Menschenfreunde ins Leben gerufen wurden. Kaum aber hatte der Mitleidige den Weg gezeigt, wie dem Armen in schwerer Stunde zu helfen sei, so erkannte der Gewinnsüchtige, daß er auf demselben Wege von der Nothlage des Bedrückten profitiren könne. Es entstanden Pfandleihgeschäfte, welche gegen hohe und drückende Zinsen Geld auf sichere Pfandobjekte herliehen. Tausende von wenig bemittelten Personen sind durch Pfandleiher schwer besteuert oder gar um den letzten Rest ihrer Habe gebracht worden, denn in der Regel genügte das karge Darlehen nicht, um dem von Geldmitteln Entblößten über die Bedrängniß fortzu⸗ helfen. Der Weg zum Leihhaus ist sehr oft mit Thränen besät. Manch' liebes Augedenken, manch' werthvolles Familienstück wird unter Seufzen und Stöhnen dahin getragen.

Auch jene arme Frau, welche ihren Ring in den Lichtkreis der Lampe legt, um dafür einige Silbermünzen einzutauschen, mag unter Thränen den Weg zum Pfandleiher gewandert sein. Bevor sie den Pfandschein unter⸗ zeichnet, wendet sie sich schmerzlich bewegt dem schlafenden Kinde zu. Was mag in der Seele einer Frau vorgehen, welche den Trauring als letztes Werthobjekt auf den Tisch des Pfandleihers legt? Welche Stürme mögen bereits iber ihren Lebenspfad dahingebraust sein, bevor sie, an ihrer Kraft verzweifelnd, das theuerste Kleinod fortgab? Mit diesem Ring verbinden sich gewiß die schönsten Erinnerungen ihres Lebens. Als sie denselben er⸗ hielt, blühte ihr Liebesfrühling auf. Da breitete die Hoffnung ihren Rosen⸗ schimmer über die sonnige Welt, da sah sie den Geliebten in prangender Schönheit und Jugendfrische, da tönte ein Gelöbniß von seinen Lippen, das ihr eine Welt des Glückes und der Seligkeit zu verbürgen schien. Und jetzt? Zerronnen ist der Glückstraum. Der Mann starb und ließ sie allein zurück in diesem Thal der Thränen. Nun soll sie den Kampf um's Dasein weiterführen für sich und für das kleine hülflose Wesen in ihren Armen. O, wie schwer wird es dem schwachen Weibe, das tägliche Brot zu erringen! Für die bescheidensten Bedürfnisse reicht ihr Erwerb nicht aus und so wandert aus der Wohnung ein Stück ihrer häuslichen Einrichtung nach dem andern in die Hände fremder Menschen, bis ihr nichts Ent⸗ behrliches mehr geblieben ist als der Trauring. Die schmerzlichsten Ge⸗ fühle durchwogen ihr Herz, bevor sie sich von diesem Liebespfand trennt. Ein letzter Blick auf das Antlitz ihres bleichen hungernden Kindes befestigt ihren herben Entschluß. Der Pfandleiher ahnt, was in der Seele des Weibes vorgeht, allein an seinem Tisch haben so viele bleiche Gestalten schon mit Thränen gekämpft, während zitternde Hände ihm Uhren und Ringe übergaben, daß ihn fremdes Unglück nicht mehr berührt. Er handelt mit Pfandobjekten und nicht mit Gefühlen, darum sieht er im Ring nur den Goldwerth. Der Frau und Mutter umschließt der Reif eine Welt des Glücks, die für immer verloren ging. R. E.

Sebastian Bach's Trauung.Den 17. Oktober 1707 ist der Ehren⸗ veste Herr Johann Sebastian Bach, ein lediger Gesell und Organist zu St. Blasti in Mühlhausen, des weyland Wohl-Ehrenvesten Herrn Ambroisi Bachen, berühmten Stadtorganisten und Musici in Eisenach Seel. nach⸗ gelaßener Eheleibl. Sohn, mit der tugendsamen Igfr. Marien Barbara Bachien, des evgl. Wohl⸗Ehrenvesten und Kunstberühmten Herrn Johann Michael Bachens, Organisten im Amt Gahren Seel. nachgelaßene jüngste Igfr. Tochter, allhier in unserm Gotteshause, auf gnädiger Herrschaft Ver⸗ günstigung, nachdem sie zu Arnstadt aufgebothen worden, kopuliret worden. So steht es im Kirchenbuche des Dörfchens Dornheim bei Arnstadt und giebt Aufschluß über die Trauung des großen Komponisten, der sich vor seiner Uebersiedelung nach Mühlheim(1707) noch verheirathete. Bach war seit drei Jahren Organist in Arnstadt und muß mit dem damaligen Pfarrer in Dornheim Gollardt befreundet gewesen sein, weshalb er auch von diesem mit seiner Cousine Marie Barbara kirchlich eingesegnet sein wollte, was auch geschah, nachdem die Braut in Arnstadt, ihrem Wohnorte, nach alter Sitte aufgeboten war, wozu freilich der gnädigen Herrschaft Vergünstigung noth⸗ wendig war. W. G.

Zerstreutheit. Der Astronom Johaun Elert Bode(geb. 19. Januar 1747, gestorben 23. November 1826) saß in seinem Arbeitszimmer und berechnete die Bahn eines Kometen, als sein Dienstmädchen eintrat und demHerrn Professor einen Studenten meldete. Ohne von seiner Arbeit aufzublicken, rief der große Gelehrte:Kann in dreihundert Jahren wieder kommen. W. G.

erweisen. Der leicht gewellte Scheitel, tiefer in die Stirn gekämmt oder