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entgegen aus dem Zimmer gingen, winkte mich der Freiherr mit einem freundlichen Blicke zu sich heran.
„Ich suche Dich in einem Weilchen in Deinem Zimmer auf, wenn es Dir recht ist; wir müssen doch noch vielerlei ordnen und besprechen;— willst Du indeß ein Stündchen ruhen, statt die Neuangekommenen zu begrüßen, so will ich Dich gern entschuldigen.“
Wie freudig ich ihm gehorchte! Ach ja,— ruhen! Es war wirk— lich der Scharfblick der Liebe, der mir das Bedürfniß von der Stirn gelesen hatte.
Nur Uebermüdung, Ueberanstrengung konnte es sein, was dies Gewirr von quälenden, fremdartigen Gedanken in meinem Hirne schuf, was mich zum ersten Mal im Leben so haltlos machte, was mir angesichts des kommenden Glücks jene bange, drückende Furcht vor der Zukunft verlieh.
Aber je heißer die Sehnsucht nach Schlaf und Vergessen in mir ward, um so wilder revoltirten die empörten Nerven gegen ihre Er— füllung.— Stundenlang lag ich ruhelos mit geschlossenen Augen und brennenden Wangen auf dem Ruhebett in meinem Zimmer. Eine dumpfe Betäubung hielt indessen meine Glieder in dem Maße gefesselt, daß ich nicht Kraft und Selbstüberwindung genug besaß, um mich zu erheben oder die Augen zu öffnen, als ich des Freiherrn Tritte vernahm. Leise, wie er gekommen, hörte ich den nachsichtigen Nann wieder die Thür schließen und davongehen, und statt Scham und Bedauern beschlich mich nur ein peinliches Gefühl freudigen Triumphes, auf's Neue allein zu sein und mit den durch die An— strengung geschärften Sinnen jenes halblaute unverständliche Ge— flüster wahrnehmen zu können, das mit dem berauschenden Duft des Gaisblattgeranks aus Mariannens entferntem Zimmer durch die offenen Fenster zu mir her drang. Allmälich verlor sich das melo— dische Klingen,— laute bittende Stimmen wurden hörbar,— dann
wurde es still, und nur dumpf und leis wie ein fallender Tropfen
ließ sich von Zeit zu Zeit ein undeutlicher Seufzer vernehmen, der in dem Schall leichter, ruheloser Tritte erstarb. (Schluß solgt.)
Kleine Frauen-Zeitung.
Die Mode.
Beim Anfange eines neuen Jahres blicke ich unwillkürlich darauf zu⸗ rück, wie die Mode in dem abgelaufenen Jahr sich entwickelt, sich gestaltet hat. Bei der großen Wandelbarkeit derselben muß es aber dennoch Wunder nehmen, daß Vieles geblieben wie es war. Verschiedenartige Veränderungen haben sich ja darin bewirkt, aber es besteht so Manches 12 5 an dem wir heut noch Gefallen finden, und Einzelnes nur ist in Acht und Bann gethan.
Betrachten wir zunächst die Balltoiletten! Wir haben, neben ein paar neuen oder mit neuen Dispositionen versehenen Geweben, die nämlichen Stoffe, welche wir früher dazu angenommen, wennschon der eine oder andere mehr bevorzugt wird, und dieser Vorzug ebenso wie das Arrangement drücken ihnen den Stempel des Neuen auf.
Die Ballkleider für die tanzlustige Jugend werden sehr leicht und luftig, diejenigen für die Damen, welche nicht mehr tanzen, sehr reich und schwer sein. Man nehme aber dies„leicht und luftig“ nicht gar zu wörtlich, denn Unterkleider von Taffet, Surah und Atlas, Röcke von französischer Faille, Moire und Créepe de Ohine dürften sich darunter einschleichen und einerseits von jungen Mädchen, andererseits von jungen Frauen getragen werden.
Wenn ich meine Stimme geltend machen darf, so würde ich, wenigstens was die jungen Mädchen betrifft, immer für die durchsichtigen ätherischen 1 1 plaidiren, denn für den Tanz kann Alles nicht luftig und duftig genug sein.
Sehr beliebt werden— und ich glaube, dies letzthin schon angeführt zu haben— die Plüschleibchen zu Afkeden Röcken sein, und man wird sie den Sammetleibchen, welche sich trotzdem noch erhalten, vorziehen. Ueberhaupt hat der Plüsch, welchen man seit einiger Zeit etwas vernach⸗ lässigt, die Rolle, welche er einst in der weiblichen Toilette gespielt, wieder aufgenommen. Man erhebt ihn über den Sammet, und indem man sein künstlerisches, majestätisches Air, seinen unvergleichlich schönen Spiegel, seinen weichen, matten Flaum rühmt, hofft man, ihm das Attribut un⸗ vergänglich“ zuzudiktiren, das ihn nicht mehr den Launen der Mode unterwirft.
Plüschschleppen werden zu Röcken aus Atlas mit Perlenstickereien oder zu Röcken aus alten Brokaten, aus Moirs bereitet, dunklere Plüschröcke mit Schleppen oder einem Tunika-Arrangement uebst Leibchen aus hellen Seiden⸗ stoffen ausgestattet, und man prophezeit derartigen Kompositionen die glücklichsten und glänzendsten Erfolge. 5 Kommen wir indeß auf die Plüschleibchen zurück! Man fertigt dieselben ausgeschnitten und mit Schnebbe vorn und im Rücken, die Hüften frei lassend, und wählt sie in dunklen oder in brillauten Tönen, je nachdem zu weißen Spitzenröcken oder zu weißen und hell-nüanzirten Röcken aus ge⸗
stickten oder perlenfunkelnden Tüllen, aus Gazearten ze. Von den be⸗ günstigten Farben in Plüsch nenne ich Ihnen: kupferroth, alt⸗, wein⸗ und rubinroth, feuerfarben, sevresblau, moosgrün, flaschengrün, otter-⸗ braun, chaudron und polysanderbraun. Der Ausschnitt der Ballleibchen ist ee herz- oder fichüförmig, 9
doch auch rund, obwohl dies seltener.
streif und vermittelt dessen festeren Anschluß. Diese kleine Tüllwolke ist
kleidsam und dem Teint des Halses sehr günstig. Wählt man das Leibchen
aus luftigem Gewebe, so zieht man, besonders für junge Mädchen, die Form à la vierge vor, d. h. in krausgezogene Falten geordnet, mit Schnebbe
oder rund und in letzterem Falle mit einem Atlasgürtel versehen, welchen
eine Schnalle oder eine kleine Schleife schließt.
Unter den ätherischen Stoffen lebt ein alter zu neuem Glanze wieder.
auf: der Krepp. Ich möchte ihn seiner Zartheit, seines Duftes wegen ein jungfräuliches Gewebe nennen, das so recht für die Jugend geeignet. Und man glaube nicht etwa, daß er seiner minutiösen Feinheit halber leicht ver⸗
gänglich; nein, ein derartiges Kleid läßt sich gewiß auf vier Bällen tragen.
Nicht die gleichen Eigenschaften der Dauer kann man dem Crépe lisse nachrühmen, der ebenfalls modern ist; ihm schließen sich noch die mit ge⸗
kräuselten goldenen und silbernen Lahnfäden durchzogenen Krepps, Tülle und Gazearten an, die brochirten Gazes, die schlichten Tülle(sehr gesucht),
die gestickten Tülle, die Seidenmuslins, der fragile, mit Chenillemouches durchwebte Illusienstüll, der neue, weiße Tüll point d'esprit, welcher ab⸗ wechselnd feine Falten in glattem Tüll und Tüll-Einsätze mit kleinen
weißen Glasperlen zeigt. Dieser letztere wird nur mit einem anderen Stoff
verwendet, mit Seide, glattem oder gesticktem Tüll, 5 Die weiße Farbe, welche das Elfenbeingelb und das Rahmgelb stets dicht im Gefolge hat, herrscht in all' den genaunten Geweben vor. Weiß über Weiß oder über zartfarbigen Unterkleidern bildet immer reizende Ball⸗ toiletten. Im Uebrigen begünstigt mau von den Farben die blassesten. Im Reiche der Ballkleider-Stoffe habe ich Ihnen noch von einer Neuheit zu erzählen, welche sich durch Originalität hervorthut und dem mit Perlen überschütteten Tüll Konkurrenz macht Es sind Tülle in verschiedenen. Farben, übersäet mit flimmernden— Edelsteinen Nein, glauben Sie es nicht, ganz so kostbar ist diese Mode nicht! Denn wir haben unter diesen
Steinen weder Diamanten, noch Rubine, Topase, Saphire oder Smaragden,
wohl aber reizende Imitationen aus Glas: kleine Linsen, in Facetten ge⸗ schnitten, 1 5 auf die Tülle gestreut sind und aus der Mitte kleiner,
mit offner Seide gestickter Räder hervorstrahlen. Je nach der Farbe giebt
man derartigen Tüll-Draperien und Wogen ein Atlas⸗Unterkleid, weiß, rosa, bernsteingelb, blaßblau, nilgrün. Dies gilt für kleidsamer und für mehr comme il faut als die Gewebe mit Flittern. Dieselben Steinchen, aber ohne Stickereien, funkeln auch auf dichten, einfarbigen Stoffen, wie
Sammet, Plüsch und schwerer Seide, welche man zu Diner- oder anderen
Abendroben verwendet.
Um nun auch das einfache Genre, das ich sonst immer betone, in den—
Vordergrund treten zu lassen, will ich mich wieder der Toilette der jungen Mädchen zuwenden. Zu den sogenannten„Tanzkränzchen“ wüßte ich den⸗
selben nichts Hübscheres, Bescheideneres und Sparsameres zu empfehlen, als
ein Kleid aus leichtem Wollenstoff, dem immer wieder modernen Voile, Wollenmuslin, aus Etamine oder Crépon, weiß, rosa oder blaßblau; ver— ziert mit einigen Bändern, welche man leicht erneuern kann, bleibt ein der— artiges Kleid lange Zeit hindurch frisch.
Blumen werde als Schmuck hierzu nicht gewählt, wohl aber zu allen anderen Arten von Ballkleidern aus den oben erwähnten Stoffen. Die „natürlich gebundenen Blumensträuße,“ d. h. solche, welche, mit den Stielen, nach unten gerichtet, anscheinend kunstlos zusammengefaßt find, erfreuen sich als Zierde für das Haar und als Brust- oder Schulterbouquet einer hohen
Begünstigung; ja, man bringt sie in größerem Format selbst auf den
Kleiderröcken an, die im Uebrigen auch vielfach mit Blumenzweigen, Agxaffen; und leichten Guirlanden ausgestattet werden. Ferner ist die Blumenberthe
und das Blumencordon, welche den Ausschnitt des Leibchens so grazibs um⸗ 0
rahmen, sehr beliebt. Kurz, man wählt dasjenige Arrangement, das Einem
am besten gefällt, Einen am hübschesten kleidet, und wenn die Mode als
Kopfputz den erwähnten Strauß bevorzugt, so ist damit nicht gesagt, daß man nicht ebenso gut den Blumenkamm, den legeren Zweig, das kleine
Watteaukränzchen oder den größeren runden Kranz annehmen kann: Coiffüren,
welche man insgesammt in den Magazinen als„Neuheiten“ ausgestellt und auf den Bällen tragen sieht. 5
Unter den in diesem Winter bevorzugten Blumen erblicke ich an erster Stelle die Rosen, welche in allen ihren natürlichen Farben, in allen Formen und Gatlungen blühen und duften, von der stolzen Ceutifolie bis zum wilden Heckenröslein, roth, gelb, rosa in allen Abstufungen bis zur blassesten Theerose, weiß, in buntem Gemisch oder jede Schattirung enn für sich gewunden. Ganz neu und eigenartig sind die wundervollen Sammetrosen, ferner die seidenen Moosrosenknospen, von einem Sammetblatt umschlossen; dann liebt man den Flieder, die gelben Sammetkamillen; die Eriken, die sogenannten„natürlichen“ Maiglöckchen ꝛc. ꝛc. N 5
Man umschlingt die Blumen wieder vielfach mit Bandschleifen, und die verheiratheten Damen tragen zur Balltoilette auch gern Vögel- und Federgarnituren mit Silberaigretten. ö 9
Als ein anmuthiges Modell für Ballkleider kann folgendes dienen:
fußfreier Rock aus farbigem Tüll, blaßrosa oder blaßblau, verhüllt von einem zweiten in gleicher Länge, bedeckt mit Rüschen und Puffen. Darüber erhebt sich eine sehr weite Tunika, mit kleinen Blumenbüscheln in bauschige Wogen und Paniers gerafft, oben in Falten gekräuselt und dem Taillen⸗ rande angesetzt. Das Schneppenleibchen aus Plüsch wird, je nachdem, wein⸗ oder altroth, sevres- oder saphirblau sein.
dan umrahmt den Ausschnitt gern“ mit einen kleinen, feingefälteten Tüllstreif, welcher der Linie desselben folgt
und vorn ein kleines gekreuztes Fichü simulirt, dessen Enden selbstverständlich innen verlaufen. Zuweilen zieht sich eine Perlenschnur oben um den Tüll?
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