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last, welche dem Knaben zufiel, suchte sich derselbe mit aller Energie die zu seinem Fortkommen nothwendigen Bildungsmittel zu ver⸗ schaffen. Er besuchte die Abend- und Sonntagsschulen und erhielt glücklicherweise trefflichen Unterricht im Zeichnen. Die überraschenden Fortschritte, welche der Knabe im Zeichnen machte, fanden eine Würdigung seitens eines, in San-Franzisko lebenden italienischen Malers, Namens Arriola. Dieser nahm den begabten Knaben als Schüler an und wußte bald einigen reichen amerikanischen Familien Interesse für das junge Talent einzuflößen. Als Toby 17 Jahre zählte, brachten seine Eltern und Freunde eine Summe Geldes zu— sammen, welche es ihm ermöglichte, von San-Franzisko nach München zu reisen und dort die Akademie zu besuchen. Nachdem er drei Jahre unter Raupp's Leitung studiert hatte, gelang es ihm, in Piloty's Atelier aufgenommen zu werden und dieser treffliche Meister förderte seine künstlerische Ausbildung in bester Weise. Schon im Jahre 1868 wurde ein Bild des jungen Malers,„die letzte Liebesgabe“ günstig beurtheilt, den ersten großen Erfolg jedoch erzielte er mit jenem Bilde, welches vom Museum zu Leipzig er⸗ worben wurde:„Die Morgenandacht Sebastian Bach's im Kreise seiner Familie.“ Im Jahre 1871 schrieb die münchener Akademie Preise für Gemälde aus, welche Scenen aus dem deutsch⸗französischen Kriege behandelten. Rosenthal trat mit einem Gemälde„Saar— brücker Frauen, die Verwundeten vom Kampfplatz tragend“ in die Preisbewerbung ein und errang die silberne Medaille. In demselben Jahre suchte er seine Eltern in San-Franzisko auf und verblieb daselbst ein Jahr. Hier führte er einige sehr lohnende Aufträge aus und kehrte dann nach München zurück, um mit allem Eifer an ein Sujet zu gehen, welches lebhaft seine Phantasie beschäftigte. Ein amerikanischer Kunstfreund hatte ihn beauftragt, ein Motiv aus der Tennysonschen Ballade:„Elaine“ zu behandeln. Der Maler stellte ein junges Mädchen dar, das der Tod in der Jugendblüthe hingerafft hatte. Die Entschlafene ruht mit Blumen geschmückt in einem Kahn und wird von einem düsterblickenden rauhen Fährmann über den in Dämmerung gehüllten Strom gefahren. Die zarte, blumenhafte Schönheit der Todten, der melancholische Blick des Steuermanns, die graue Dämmersphäre, welche den fluthenden Strom umhüllt— alles das wirkte seltsam elegisch und man mußte ge⸗ stehen, daß es dem Maler gelungen war, genau dieselbe Wirkung hervorzubringen, wie der Dichter. Es war ein Stück gemalter Poesie, welches Toby Rosenthal hier auf die Leinwand gezaubert hatte. Das Gemälde erregte bei seiner Ausstellung in San⸗ Franzisko ungeheures Aufsehen. Seine kalifornischen Freunde machte es stolz, daß aus dem kunstarmen Lande ein so vielversprechender Maler hervorgegangen war.
Es ist bezeichnend für das reiche Darstellungstalent des amerika⸗ nischen Künstlers, daß er humoristische Motive mit eben so viel Glück behandelt, wie sentimentale. Auf„Elaine“ folgten zwei Genrebilder(Pendants)„Wer zuletzt lacht, lacht am besten.“ In diesen beiden Gemälden offenbart sich ein Humor, der jenem Grützner's sehr nahe verwandt ist. Auf dem ersten Bilde stellt Rosenthal einen Schusterjungen dar, der, die Ingredienzien zu einem Frühstück in der Hand tragend, von einem lüsternen Hunde bedroht wird. Die Angst, welche der um sein Frühstück und seine persönliche Sicherheit besorgte Bursche äußert, reizt einen Genossen, der gleichfalls sein Frühstück trägt, zu ausgelassener Heiterkeit. Das Pendantgemälde schildert nun den Fall des Spötters. Dieser ist die Treppe herab- gestürzt, sein Milchtopf, Brot und andre Lebensmittel sind den Armen entglitten und zu seinem Entsetzen muß der Gefallene sehen, daß jener Hund, der seinen Gefährten bedrohte, nun über die Reste seines Frühstücks herstürzt, und daß der gute Kollege seinerseits in ein triumphirendes Gelächter ausbricht.
Ebenso erheiternd wie diese humoristischen Gemälde wirkte ein anderes, welches er als„das alarmirte Pensionat“ bezeichnete. Er stellt folgende Scene dar: die weiblichen Schutzbefohlenen einer sehr würdig und ernst aussehenden Pensionsvorsteherin haben sich mit Besen, Feuerzangen, Stöcken und Regenschirmen bewaffnet und nähern sich mit schreckensbleichen Gesichtern und furchtsamen Mienen einem Küchenschranke, aus welchem das alarmirende Geräusch hervor— tönt. Man sieht es der dürftig bekleideten Mädchengruppe an, daß alle Mitglieder des Pensionats in voller Hast die Betten ver⸗ lassen hatten und daß sie einen Einbrecher, Mörder oder gar ein Gespenst im Innern des weiten Schrankes vermuthen. Mit zitternden Händen hat die Vorsteherin den Schrank halb geöffnet und wir
sehen durch die Spalte, daß in dem, mit Porzellangeschirren ge— füllten Raume eine eingesperrte Katze ihr Unwesen treibt.
Einen weiteren Beweis für die reiche Empfindungs⸗ und Dar⸗ stellungsgabe des Malers bilden zwei Gemälde, welche im Jahre 1884 in Berlin ausgestellt waren. Das eine schildert den Abschied eines Knaben aus dem Elternhause und hier ist es Toby Rosenthal vorzüglich gelungen, die wehmuthsvollen Empfindungen der Familien⸗ angehörigen in ergreifender Weise zum Ausdruck zu bringen. Einen heiteren Gegensatz zu diesem sentimentalen Motive bildet das zweite Genrebild„Mutter ist ausgegangen“. Wir stellen dasselbe den Lesern in der Zeichnung vor. Der amerikanische Maler schildert hier mit Humor die traurigen Folgen des Ausgangs der Mutter. Diese hat ihr Töchterchen zur Hüterin des Hauses bestellt, allein wir sehen, wie leichtfertig dasselbe die übernommenen Pflichten erfüllt. Statt auf das Kind in der Wiege und den auf dem Feuer stehenden Suppentopf zu achten, vertieft sich die gebildete Tochter in die an⸗ ziehende Lektüre eines Buches. Nun kocht auf dem Herd die Suppe über und löscht das dürftige Feuer aus. Der Dachs, welcher an— gebunden war, hat den ihn mit der Hundehütte verknüpfenden Strick zerrissen und schnüffelt in der Küche nach eßbaren Gegen— ständen. Er entdeckt das Stückchen Zwieback in der Hand des Säuglings und sucht die Wiege zu sich herüber zu ziehen. Allem Anscheine nach läuft der Säugling Gefahr, aus der Wiege zu stürzen. Das Töchterchen kümmert sich nicht um das Geschrei des ge⸗ fährdeten Brüderchens, nicht um das Zischen des Feuers und Brodeln des Wassers, nicht um das Spielzeug, welches unter die Wiege ge— räth, nicht um die Kartoffeln, welche geschält werden sollen— es liest und belustigt sich an der heitren Geschichte. Die Mutter wird eine erbauliche Bescheerung finden, wenn sie nach Hause zurückkehrt.
Toby Rosenthal hat sich auf der internationalen münchener Ausstellung auch auf dem Gebiete des historischen Genres hervor— gethan und seither mancherlei Auszeichnungen und Ermunterungen gefunden. Der deutschen Kunst verdankt derselbe jene erfreuliche Entwicklung seines Talents, welche ihm einen guten Ruf auf beiden Hemisphären verschaffte. Allem Anscheine nach wird derselbe dauernd seinen Aufenthalt in Deutschland nehmen, woselbst er aus dem geistigen Leben mehr Anregung zu schöpfen vermag, als unter seinen dem Erwerb ganz hingegebenen Landsleuten. R. E.
Lose Blätter.
Siegelringe sind schon im hohen Alterthum im Gebrauch gewesen. In der königlichen Literatur⸗Gesellschaft Englands wurde vor einiger Zeit eine Mittheilung gemacht über einen merkwürdigen Goldsiegelring, den Lord Ashburnham 1825 zu Kairo kaufte und der augenscheinlich der Periode von Thothmes III., wo nicht diesem Monarchen selbst angehörte. Dieser Ring wurde mit anderen Alterthümern von griechischen Piraten genommen, welche das Schiff kaperten und nach Syra brachten. Dort wurden die Alterthümer verkauft und der Ring kam nach Konstantinopel und von da 1840 nach England, wo er wieder in die Hände des ehemaligen Besitzers gelangte. Er war in einem Grabe zu Sakkara, der Todtenstadt von Memphis, ge⸗ funden worden und gehörte zu einer bis auf die Finger⸗ und Zehenspitzen ganz in Gold eingefaßten Mumie, die mit hieroglyphischen Inschriften be⸗ deckt war. Hier war auch ein Skarabäus, ein Paar Brazeletten und eine Halskette von außerordentlich schöner Arbeit. Das Ganze, namentlich der vorkommende Name Phtha, der Schutzgottheit von Memphis, führte zu der Vermuthung, daß der Ring dem Pharaoh selbst oder einem der höchsten Beamten gehört habe. Der Ring ist massiv und von sehr reinem Golde. Das Siegel läßt sich drehen, so daß es zwei Abdrücke giebt, so fein und so scharf, daß man nur staunen muß. A. B.
Unter der Regierung Heinrich's VIII. von England wurden die Bettler durch die Aufhebung der Klöster so in Verzweiflung gebracht, daß sie sich zu groben Unordnungen, Diebereien und Raubanfällen hinreißen ließen. Dafür wurden in zehn Jahren nicht weniger als 72,000 gehängt.„Das ist ein einfaches 1 15 die Armuth aufhören zu lassen,“ sagte der Narr des Königs.„Und die Faulheit,“ fügte dieser hinzu. W. G.
Lord Chesterfield fragte eine Dame von 74 Jahren, in welchem Alter die Frauen zu lieben aufhören?„Mylord, das weiß ich nicht. Sie müssen eine Aeltere fager erwiderte diese. M.
Scharfe Kritik. Der berühmte englische Gelehrte Dr. Johnson befand sich in einer Soirke. Nachdem eine anwesende Virtuosin ihn und die Ge⸗ sellschaft eine halbe Stunde durch ihr Spiel auf die Tortur gespannt hatte, näherte sie sich ihm und erklärte, daß das Stück, welches sie eben beendet, ganz erstaunlich schwer sei.—„Ich wünschte, Madame, es wäre unmöglich gewesen!“ antwortete der lakonische Rezensent. M.


