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sie sich keinen Zwang an; bisweilen, wenn der Alte neben dem Feuer einschläft, sagt sie immer zu mir:„Der Arme, er ist oft schlechter Laune, der Papa, aber er ist so krank, man muß ihn be— dauern.“... Wenn Du wüßtest, wie gut sie ist, liebe Mama, Du würdest glücklich sein, sie Deine Tochter nennen zu dürfen.“
„Aber begreifst Du denn nicht, daß das Komödien sind, daß das Alles Schelmenstreiche sind, um Dir Fallen zu legen? Und Du, Edelmüthiger, nimmst sie für baare Münze,“ sagte Frau Klara. „Glücklicherweise bin aber ich hier, der ich Dir niemals meine Einwilligung geben werde; und Du, Du wirst immer mein guter Sohn sein, und weiter davon zu reden verlohnt sich nicht.“
„Geh' doch, meine kleine Mama, sei nicht böse; ich hoffe, daß Du Deinen Sohn nicht wirst unglücklich sehen wollen,“ sagte Mario mit einschmeichelnder Stimme.
„Das würdest Du sein, wenn ich zustimmte! Aber laß nur, das sind Aufwallungen jugendlicher Köpfe und ich bin sicher, daß sie bei Dir in Kürze vergehen werden; morgen wirst Du einen andern Engel mit blonden oder braunen Haaren sehn und Du wirst Valeria vergessen; Du bist noch zu jung, um eine Entscheidung von solcher Bedeutung zu treffen.“
„Nun gut, ich werde warten, aber entweder Valeria oder keine Andere, und Du, wenn Du sehn wirst, daß meine Leidenschaft eine ernste ist und keine von den gewöhnlichen Liebeleien, so wirst Du mir zustimmen, wenn Du Deinen Sohn nicht unglücklich sehen willst.“
„Niemals wirst Du meine Zustimmung erhalten, um etwas Derartiges zu thun,“ erwiderte Frau Klara, und verließ ihn im hohen Grade brüsk, um sich in ihr Zimmer zurückzuziehen.
Dieser Tag, der so heiter begonnen hatte, nahm so für Mutter und Sohn ein ziemlich trauriges Ende.
Er fühlte durch den Widerstand, den er gefunden hatte, seine Liebe für Valeria nur noch erstarken, aber doch hätte er sich ohne die Zustimmung seiner Mutter niemals verehelichen mögen, er hatte zu viele Verpflichtungen, zu viele Zärtlichkeit für sie, um ihr das zu Leide zu thun; er wußte von anderer Gelegenheit her, daß seine Mutter zähen Charakters war, und daß es schwierig sei, sie in ihren Ideen wankend zu machen, wenn sie einmal etwas gesagt hatte. So von diesem Gedanken niedergedrückt, konnte er keinen Schlaf finden.
Frau Klara dagegen war äußerst erregt, sie dachte an alle Liebe, an alle die Opfer, die sie für diesen Sohn gebracht hatte, und fand es ungerecht, daß er nun nicht damit zufrieden sei, mit ihr allein weiter zu leben, und daß er um jeden Preis eine andere Frau in die Ruhe dieses Hauses einführen wollte. Zu denken, daß sie alles Mögliche gethan hatte, damit ihm nur nichts fehle, damit er nur nichts weiter zu wünschen habe,— noch diesen selben Morgen hatte sie gewollt, er solle beim Erwachen sich mitten unter lauter Blumen befinden, und das berühmte Buch entdecken, das er sich so gewünscht und so vergeblich gesucht hatte,— und das war nun die Belohnung, die er ihr gab, und wenn er überhaupt nur ein Weib hätte nehmen wollen,— aber daß er auch gerade diese Valeria wählen mußte.
Sie leugnete es nicht, es war ein gutes Mädchen, und sie wollte ihr wohl, wie ihrer Freundin, aber als Gattin ihres Mario konnte sie sich sie garnicht vorstellen, er verdiente noch ganz etwas Andres, er hätte sich um ein sehr reiches Mädchen bewerben können, das der hohen Gesellschaft angehörte, oder doch um eine von jenen, die ganz Poesie sind, die seinen Geist hätte verstehen und würdigen können, kurz: sie hatte sich ein Ideal gebildet, das Valeria weit entfernt war, zu verwirklichen; endlich fand sie auch an ihr nichts Außer- gewöhnliches, sie konnte nicht fassen, wie ein junger, intelligenter, geistvoller Mann, wie es ihr Mario war, sich an ein Mädchen ver⸗ lieren konnte, wie es deren viele giebt, das fähig war, sein Zimmer in Ordnung zu bringen und seine Wäsche auszubessern, das sich
einfach kleidete, zu Fuße ging, anstatt in der Gondel zu fahren und trotzdem es sich mit Musik und Litteratur unterhielt, doch weder eine große Konzertistin noch eine große Dichterin war. Sie würde
freilich die Zimmer und die Papiere Mario's in Ordnung bringen. Aber genügte ihm für diese Dinge nicht sie, seine Mutter? Er be⸗ durfte keiner Gattin von diesem Schlage, um glücklich zu sein; dazu bedurfte er etwas Außerordentlicheres;
und schließlich war Frau
Klara eifersüchtig auf ihren Sohn, und hätte ihn am liebsten ganz allein lieben und seine Zärtlichkeit mit Niemandem theilen mögen, und welche Frau er sich auch immer erwählen mochte, und wenn
es eine Fürstin gewesen, sie hätte sie doch seiner unwerth gefunden. So lange die Gattin für ihn nur ein abstrakter Gegenstand, nur ein Ideal war, gefiel sie sich auch darin, an sie für ihn zu denken, aber da es ein realer Gegenstand wurde, so ist sicher, daß sie sie in jedem Falle übel aufgenommen haben würde, so ganz exklusiv war ihre Liebe.
Und dann hatte sie Mario bis zu diesem Tage immer als ein Kind betrachtet, und ihn nun so ganz plötzlich davon sprechen zu hören, daß er ein Weib nehmen wolle, das war ein zu jäher Schlag gewesen, als daß sie hätte auf ihn vorbereitet sein sollen; sie war völlig verwirrt davon geworden, ihr einziger Trost, den sie hatte, war, zu glauben, daß Mario's Liebe nur etwas Vorübergehendes sei, und sie dachte an die Art und Weise, wie sie ihn von Valeria fernhalten sollte. Vor Allem, dachte sie, will ich sie in meinem Hause nicht mehr haben, denn ich weiß jetzt, warum, wenn sie zu mir kam, um den Abend in meiner Gesellschaft zu verbringen, Mario niemals Lust hatte, auszugehen, und ich war so thöricht, von dem Allen nichts zu merken; aber ich werde schon ein Mittel finden, denn ich will nicht, daß mein Sohn sich seine Stellung ver— dirbt. Er hat jetzt nur zu studiren und an Anderes zu denken, als an's Heirathen. Und sie wälzte tausend Pläne in ihrer Seele hin und her, um es dahin zu bringen, daß Mario sich von dem geliebten Mädchen trennen sollte.
(Fortsetzung folgt.)
oe släkter.
Die Bilder dieser Nummer bedürfen kaum einer Erklärung. Wir geben ein Porträt des Dr. Bernhard von Gudden, welcher in der Ausübung seines Berufs den Tod in den Wassern des Starnberger Sees fand. Unser zweites Bild stellt den Ort dar, wo König Ludwig mit seinem Arzt rang und zuerst diesem, dann sich selber den Tod gab. Dr. von Gudden war im Jahre 1824 in Cleve am Rhein geboren, wurde nach Vollendung seiner Studien Assistent des berühmten Psychiaters Jacobi in Siegburg, wirkte dann in Illmar in Baden und übernahm 1855 die Leitung der Irrenanstalt Werneck. Im Jahre 1869 folgte er einem Rufe an die Universität Zürich, wo er als Professor einen Lehrstuhl inne hatte, bis im Jahre 1872 die Kreisirrenanstalt zu München ihren Direktor Prof. Dr. Solbrig durch den Tod verlor. Nun trat Dr. von Gudden an die Spitze dieser Anstalt, die unter seiner Leitung die besten Erfolge erzielte. Daß der ausgezeichnete Irrenarzt der Vorkämpfer der humanen Richtung auf dem Gebiet der Irrenheilkunde war, ist durch die Tagespresse bekaunt geworden. Sein Prinzip war, den Kranken möglichst wenig zu widersprechen, damit Er⸗ regungen derselben vermieden würden. Dr. von Gudden hat tiefeingewurzelte Vorurtheile zerstreut, die Kranken von maucherlei Quälereien befreit und erstaunliche Erfolge durch seine menschenfreundliche milde Behandlung er⸗ zielt. Wenn er ein Opfer seines Prinzips wurde, so kann das unmöglich abschreckend auf seine Schüler wirken, denn man wird niemals von seinem tragischen Ende sprechen, ohne sich seiner Verdienste um die Irrenheilkunde und seines edlen Herzens zu erinnern. R. E.
Kindliche Liebe. Leonardo von Casanova, Herr von Tisani, General— Lieutenant des unglücklichen San Pietro, wurde in den bekannten Bürger⸗ kriegen der vormaligen genuesischen Republik gefangen und auf Befehl des Senats von Genua in Bastia eingekerkert. Eine Magd Leonardos hatte die Erlaubniß, ihm Essen in seinen Kerker zu bringen; jeder andern Person und besonders seinen Verwandten war der Zutritt zu ihm auf das Strengste verboten. Allein dies Verbot schreckte den Muth seines jüngsten Sohnes, Antonio, nicht. In Sorgen über das traurige Schicksal seines Vaters und voll banger Furcht vor der Todesgefahr, in welcher er, dem Rufe nach, schwebte, faßte er den Vorsatz, ihn zu retten. Er erlernte das Bartscheeren, zog die Kleider der Magd an, hing wie diese ein leinenes Tuch über das Gesicht und ging, um die gewöhnliche Zeit mit einem Korbe, in welchem das Essen war, auf dem Kopfe, durch alle Thüren des Gefängnisses, ohne daß die Wachen Verdacht schöpften. Er umarmte seinen Vater, löste seine Fesseln, rasirte ihn geschwind, nöthigte ihm die Verkleidung auf, entließ ihn aus dem Kerker und blieb statt seiner zurück. Bald wurde diese kindliche Heldenthat bekannt und— die Genueser ließen den Sohn statt des Vaters hinrichten. M.
Ein Epigramm Kästner's befindet sich nicht in seinen Werken. Er hat es auf das weiße Blatt seines Exemplars von Raff's Naturgeschichte geschrieben und es behandelt die läppische Manier, daß in dem Werke viele Thiere ihre Lebensweise selbst erzählen, während von dem Esel in der dritten Person gesprochen wird. Es lautet:
In diesem Buche, wie sich's traf,
Spricht bald der Ochse, bald bas Schaf;
Der Esel nur kann nicht zu Worte kommen; Denn seine Rolle hat der Autor übernommen.


