Ausgabe 
18.4.1886
 
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bildungsloses Naturkind, dessen Anmuth ihn gefesselt, einer Schuld halber zu seiner Gattin machen könne, war ihm nie, auch nur von ferne aufgetaucht. Das lag so ganz außerhalb alles Bereichs der Möglichkeit, daß es ihm wie Wahnwitz erschienen war, als sie die Forderung ausgesprochen, daß er kein Vergehn darin sah, sie mit zweideutigen Worten über die Kluft, die zwischen ihnen lag, hinweg zutäuschen.

Wenn er daran dachte, kam es ihm unwillkürlich wie ein Lächeln über die Lippen, obgleich ihm ein unsagbarer Widerwillen gegen die ganze Scene aufstieg, die sich gestern unter der Weide am Ufer abgespielt hatte. Er wollte sie so gern wieder zu Ehren bringen, nur das Mittel, das sie von ihm verlangte, war für ihn nicht vorhanden, er brauchte keine Zeit für eine Ueberlegung darüber zu verschwenden. Konnte er ihr sonst helfen? Er grübelte eine ganze Weile vor sich hin, ohne doch zu einem Entschlusse zu gelangen. Es stand ja bei ihr, sich zu bergen. Bei so viel Schönheit fand sich sicherlich leicht ein Andrer. Er wollte gern für alles Aeußere in der freigebigsten Weise Sorge tragen. Aber pfui, das war ein widriger Gedanke, der ihm da aufstieß. Wozu sich auch das Hirn zermartern? Er wollte ihr schreiben, ihr auseinandersetzen, daß es ihm unmöglich sei, der Stimme seines Herzens zu folgen, daß in der Welt, in der er lebte, andere Gesetze gelten, als die, welche sie kannte. Sie mochte dann selbst ihre Zukunftspläne entscheiden, und er wollte ihr in Allem beistehen, wo er konnte. Nur ein Wiedersehen war un möglich.

Er setzte sich nieder, dachte einen Augenblick nach und warf dann einige Zeilen flüchtig auf das Papier, um es gleich darauf, als er sie durchlesen, wieder zu zerreißen. Unmuthig begann er einen neuen Brief, aber nun, da er die passendsten Wendungen finden wollte und überlegte, wie er Alba am klarsten die Noth wendigkeit ihrer Trennung vorstellen könne, brachte er keine Zeile zu Stande und mußte, während die Gedanken wirr in ihm um⸗ gingen, unverrichteter Sache wieder aufstehen, um nun hastig in seinen Sachen zu ordnen, die er für die Abreise fertig stellen wollte. Er konnte ja auch später, wenn er sich mehr gesammelt, an Alba schreiben, es war vielleicht sogar besser, wenn er es erst that, nach⸗ dem die Trennung thatsächlich bereits eingetreten und für sie keine Möglichkeit mehr bestand, ihn zurückzuhalten.

Es hatte inzwischen zur Tafel geläutet und er ging in den Speisesaal hinunter. Es war ein langer, reichbesetzter Tisch in dem hohen, luftigen Raum, dem ehemaligen Refektorium des Klosters, das sich in ein Hotel umgewandelt. Die Gesellschaft war bereits versammelt. Joseph nahm seinen gewohnten Platz am oberen Ende der Tafel ein, und ließ seine Blicke gleichgiltig über all die fremden Gesichter hinschweifen. Viele, die er gestern noch gesehen, waren heute bereits verschwunden und neue statt dessen aufgetaucht, die auch wieder anderen Tages unsichtbar werden würden. So viele langweilige ausdruckslose Physiognomien! Die nüchternen Gesichter der Engländer mit ihren langen, ennuyanten Zügen, auf denen der Eigendünkel mit der Albernheit wetteiferte dann die Gestalten der professionsmäßigen Touristen, die alljährlich ihre Aufgabe darin sehen, alle Hotels unsicher zu machen und Italien mittels eines Rundreisebillets mit der Geschwindigkeit einer Schwalbe zu durch fliegen, um an den etwaigen Kunstgesprächen in der Gesellschaft einen lebhaften Antheil nehmen zu können auch nicht eine einzige Phystognomie, auf der sich eine interessante Schrift lesen ließ.

Aber nun stutzte er doch: ganz am unteren Ende der Tafel bemerkte er ein Mädchenantlitz von so wundersam ergreifender Schön heit, daß er sein Herz unwillkürlich klopfen hörte. Weiches, gold⸗ blondes Haar umrahmte, schlicht gescheitelt, das holdseligste und lieb reizendste Gesicht, das er je gesehen, mit großen, blauen Kinder⸗ augen und stillem, träumerisch⸗sinnenden Ausdruck in den Zügen. Er hatte sie noch nicht früher gesehen, sie mußte erst gestern an⸗

gekommen sein. Sollte das er erinnerte sich jetzt deutlich dessen, was ihm der Lieutenant von Pfuhlstein am vergangenen Abend erzählt hatte und richtig! Da saß neben ihr eine andere junge

Dame mit wehenden dunkelen Locken und hell blitzenden Augen, in allen Mienen sprudelnde Lebendigkeit und heitere Jugendlust und neben dieser eine ältere, sehr korpulente Dame mit grauen Ringellocken an den Schläfen gegenüber aber die beiden Offiziere mitten in der charmantesten Unterhaltung. Es waren also die Damen, die für den kleinen blonden Herrn von Seewis den Magnet für längeres Verweilen am Orte gebildet hatten. In der That, es

war kein schlechter Geschmack, den die beiden Lieutenants bewiesen. Die schwarzlockige Dame, jedenfalls die ältere Gräfin Hermine, hatte etwas unbedingt Anziehendes, nur blieb Joseph unbegreiflich, daß man ihr vor ihrer jüngeren Schwester augenscheinlich den Vorzug zu geben pflege; Erna's Schönheit war fesselnder, wenn sie auch nicht auf den ersten Blick zu blenden vermochte. Sie erschien schweigsam gegen die unaufhörlich plaudernde Schwester, deren Silberlachen dann und wann durch das Stimmengewirr des Saals scholl. Joseph beobachtete sie unausgesetzt, er glaubte nie etwas Anmuthigeres gesehen zu haben und fand, daß eine wunderbare Ruhe und Heiterkeit nach der aufreibenden Hast des Vormittags über ihn kam, während er sie anblickte.

Als die Mahlzeit vorüber war und man sich erhob, suchte er in die Nähe der Damen zu gelangen und wurde von Pfuhlstein gleich darauf bemerkt, der ihn heranzog und ihm bedeutungsvoll zuflüsterte:»Les voila. Laut sagte er:Nun, Sie haben doch nicht wirklich beschlossen, abzureisen? Bei diesem Wetter? Sie können gar nichts Gescheidteres thun, als hier in Ruhe abzuwarten, bis eine bessere Zeit kommt.

In der That, ich habe daran gedacht, noch zu bleiben, ent gegnete Joseph mit einer gewissen Hast.

Um so besser, fiel der Lieutenant ein,die Frau Gräfin hat ohnehin den Wunsch geäußert, daß Sie ihr vorgestellt werden sie kennt Ihren Vater sehr gut gnädige Frau, gestatten Sie mir gleich hier zwischen Thür und Angel, Herr von Meersberg meine Damen, ich habe die Ehre!

Joseph verbeugte sich vor den drei Damen, von denen die alte Gräfin ihm lebhaft die Hand entgegenstreckte, die er an seine Lippen führte.Wahrhaftig, ganz der Vater, rief sie,solche Aehnlich

kleit ist unerhört hat Ihnen Ihr Herr Vater nie von mir ge⸗ sprochen? Wie? Gräfin Helmstein eine geborene von Ott?

Ich erinnere mich nicht, Frau Gräfin, indessen

Ah, das sieht ihm ganz ähnlich, seine alte Jugendfreundin zu vergessen! Und wir waren sehr intim miteinander Du lieber Gott, es sind dreißig Jahre her aber wir stehen hier an einem so ungeeigneten Platz, lieber Herr von Meersberg, Ihren Arm geleiten Sie mich zu meinem Salon und nehmen Sie den Kaffee bei uns das Wetter ist ohnehin derart, daß man nichts Klügeres unternehmen kann, als sich einander die Zeit verplaudern helfen darf ich bitten?

Joseph reichte ihr den Arm, die beiden Offiziere führten die jungen Damen und so gelangte man in den elegant eingerichteten Salon, dessen Flügelthüren nach einem in den Garten hinabblicken⸗ den Balkon offen standen, und nahm nun an einem runden Tisch in der Mitte Platz. Die Lieutenants setzten die bei Tische begonnene Unterhaltung fort, die sich um die Vorkommnisse in der Wiener haute volée drehten, und die Gräfin nahm Joseph mit ihren Fragen nach seinem Vater und den Verhältnissen auf seinem heimathlichen Grundsitz in Anspruch, bis der Kaffee kam und das Gespräch eine allgemeinere Wendung annahm.

(Fortsetzung folgt.)

Der fruchtbarste Marschkomponist war sicher der Landgraf Ludwig IX. von Hessen, der im Jahre 1768 zur Regierung kam, und der für sein großes und eigenthümliches Hautboistenkorps die Märsche selbst am Klavier schuf, welche die Kapellmeister Brünner, Schuler und Metzger sogleich und mit der größten Hast aufschreiben mußten. So hat er 90,000 Märsche kom ponirt, die sich noch im Archiv vorfinden; doch ist dabei nicht zu über⸗ sehen, daß die Kapellmeister die Melodien aufschrieben und die Partitur verfaßten. Die Märsche sind in langsamem Tempo gehalten und bestehen aus zwei Theilen ohne Trio, jeder Theil aber nur aus zwölf Takten. Dabei war er auch ein Sammler von anderen Märschen, welche er oft mit großen Kosten erwarb. Jedenfalls war Ludwig eine Künstlernatur, welche den Schaffenstrieb in sich fühlte. W. G.

Prosper Golyot de Crebillon, der bekannte Trauerspieldichter(geb. 1674, gest. 1762), hatte sich in den letzten Jahren, als ihm vom Könige verboten wurde, seinen Cromwell zu vollenden, von der Welt zurückgezogen und lebte in seinem Landhause bei Paris, sich mit der Dressur von Hunden und Katzen allein beschäftigend. Er verschaffte sich diese Thiere auf seinen nächtlichen Spaziergängen, indem er die herrenlosen Geschöpfe ergriff, sie unter seinen Mantel nahm und dann mit ihnen nach Hause eilte. Dort fütterte er sie gut und begann die Dressur. Glückte diese nicht, so brachte er die Thiere in der fünften Nacht zu den Stellen, wo er sie gefunden hatte, zurück und entfernte sich dann mit einem Seufer über die verlorene Liebesmüh. W G.

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