Ausgabe 
12.9.1886
 
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Wir blickten durch die Oeffnung der Zweige und sahen nun den Pädagogen des Dorfes auf dem Stamm des uralten Baumes, und rings um ihn her in bunten Gruppen seine Schuljugend. Eine lange Ruthe in seiner Rechten erlaubte ihm, die Köpfe der entferntesten seiner nackten Zöglinge mit Be quemlichkeit zu erreichen, wenn es darauf ankam, sie zu züchtigen.

Der Anblick war auf's Höchste überraschend. Der halbe Erdglobus lag zwischen mir und Europa, ich war in Kolumbiens schönster Provinz, in Takuman. Welch' ein köstliches en i dener gewährte dieser unver gleichliche alte Baum! Um ihn her 12 5 in bunter Reihe die Dorfstudenten, groß und klein, unter der prächtigen Laubrotunde. Einige heulten kauernd ihr bo, be, bi, andere hielten Holztafeln auf ihren Knien und malten Buchstaben darauf; zwei oder drei hatten Bücher, ein Luxusartikel in dieser Gegend; noch andere rechneten; und ohne Unterlaß schwang sich die lange Ruthe über den Häuptern der Trägen.

Ehe wir uns noch zur Genüge an diesem wunderlichen Schauspiel ge weidet hatten, brach plötzlich ein ch dre Gelächter unter dem Laubdache hervor. Der ernste Pädagog erhob sich, zu sehen, was es gäbe; wir gingen ihm entgegen und trafen in der einzigen fen au Oeffnung der Ro tunde mit ihm zusammen. Er war bei unserem Anblicke nicht minder über⸗ rascht als seine Jünger; sein Ernst denn er war zugleich Alkade und Schulmeister des Orts ging in ein freundliches Lächeln über, mit welchem er uns zum Eintritt nöthigte. Hierauf fuhr er auf unser Bitten in seinem Examen fort, fragte nach dem Datum der Schlacht von Ayacucho, des Todes Olanetas, dem Ende des Peru'schen Krieges, und dergleichen Fragen mehr, welche ihm schnell und richtig beantwortet wurden. Er selbst war an diesem Orte, welchen er nie verlassen hatte, lahm und als Krüppel geboren, und hatte sich den Studien, wie er es nannte, gewidmet, somui pobre sein Erwerbszweig als Schulhalter auch sei, da er monatlich nur zwei bis vier Realen von seinen Zöglingen erhielt. In diesem Augenblick brachte ihm ein Knabe eine Feder zum Zurechtschneiden. Aus seinen zerissenen Pluder hosen 8 der Pädagog ein stumpfes Gartenmesser hervor und beschnitt, mit Hilfe einer zerbrochenen Brille, die Feder.Wie! sagte ich,habt ihr denn kein anderes Werkzeug dazu, Alter?Nein, Herr! erwiderte er. Nun, so kann ich Euch helfen; sagte ich, und reichte ihm ein schönes englisches Federmesser mit vier Klingen. Erfreut rief er aus:Was! Vier Messer in einem! Als ich ihm hierauf sagte: es stände ihm zur Verfügung, war der Alte asche sich vor Freude, bekreuzte sich und rief:Gratiosa Dios! Das Geschenk schien ihm eine Tonne Goldes werth. Seine Jünger strömten herbei, umringten ihn, bewunderten seinen Schaß und verlangten aus Freude darüber einen Hias, welchen der Alte, in der Glückseligkeit seines Herzens, auf unsere Fürbitte, denn auch versprach. II.

Adels⸗Stempelung. Sämmtliche portugiesischen Kolonien, insonderheit die in Afrika, befinden sich in überaus verwahrlostem Zustande. Das Kolonisationssystem der Portugiesen zielte von Haus aus nicht auf Er⸗ schließung der natürlichen Wohlstandsquellen des reichen Landes an der afrikanischen Westlüste, sondern betrachtete dies als eine unerschöpfliche Sklaven⸗ zuͤchterei. Fast jeder Portugiese jener Gegenden war Sklavenhändler, die Beamten und Priester nicht ausgenommen. Die Einführung des jetzt unter den Vornehmen herrschenden halbbarbarischen Luxus ist ebenfalls das Werk der Portugiesen. Es bedurfte zur äußeren Dekoration der aus Negerfürsten geschaffenen Doms, Condes, Duques und Marquis des ritterlichen Degens, des vornehmen spauischen Mantels, der, Brokat⸗ und Sammtkleider, in denen noch jetzt mancher dieser Kronvasallen stolziert. Um Streitigkeiten über die Rangansprüche dieser Herren vorzubeugen, sicherte sich die Krone das Eigen⸗ bumsrecht über dieselben durch die Stempelung derselben., Mittelst der Operation desUndamento wurde bis vor Kurzem durch ein heißes Eisen dag Wappen Portugals und die fortlaufende Zahl, die da anzeigte, welchen Rang der Geadelte einzunehmen und auf wie viele Ahnen er Anspruch zu heben hatte, auf die Schulter des Adelskandidaten gebrannt.

Dr. A. B.

Wunderbare Geschichten. So betitelt sich ein zur größten Seltenheit gewordenes Buch, dasim Jahr, da es finster war gedruckt ist.Umbria wird der Verlagsort genannt; aber vom Verfasser findet sich keine Spur er wagte es nicht in der Mitte des vorigen Jahrhunderts hervorzutreten; aber die wunderbaren Geschichten bieten viel Kulturbistorisches zur Kenntniß ener Zeit in dem Gewand des Sarkasmus. Da hat das Ministerium den Befehl erhalten, ein neues 1 aufzurichten, und der eine Geheimbde sath sagt in seiner Verlegenheit:Die Lockoögel, vomit man Soldaten sangt, seyn längst ausgeflogen. Die Kassa ist erschöpft, die Obristen seyn über die Kriegs-Kassa kommen, einen Griff über den anderen gethan; der muß guten griff thun, der noch was findet. Der Landmann ist ausgesogen, die Noblesse schützt ihre Eremtiones vor. f 0

Während man nech rathlos ist, erscheint der Hofnarr und will sogleich ein janzes Regiment stellen, wenn er zum Finanzrath ernannt wird. Das wird ähm versprochen. Der Narr pfeift, undes marschieren heraus die Hof, musikanten, Operisten, Jäger, Maler, Spieler, Seiltänzer, Sängerinnen und mehreres unnöthige Hofgesind. Die Minister staunen, der Hofnarr aber spricht:

1 Gesind ist doch unnöthig bei Hof, haben große Salgria, Gnaden Stipendia, à part Präsenten, thun nichts pro publico. Die Baßgeige schnurrt zwar bei Hof, aber nicht im Land, und dennoch thun dem Land mann die Ohren von weh. Ist das protectio patriae? Hat sich wohl! Da seynd die Bau-Ingenieurs, was der eine aufbaut, reißt der andere ein, unter dem Vorwand: es wär' nicht mehr in der Modi. Unterdessen kommt sowohl das Einreißen als das Aufbauen hart genug an. Da präsentixen ich die Komödianten, Operisten, Tänzer, Kunstspringer, es geht doch endlich das Lied auf ein Lami aus. Da postiren sich die Freskomaler, die Stukkator,

die Spieler, die bona dies Brüder, die Reverenzenmacher, die Tellerlecker,

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Schmarotzer, Jubilirer. Das seynd Leute wie die Handpferd, die man nicht nöthig hat, als Parade zu machen, fressen aber doch den anderen den Haber vor'm Maul weg. Dort steht der mit seiner Fiedel; den muß man viele

Hundert jährlich zum F hineinwerfen: ist ein ktheures Kalvonjum. Jener Ingenieur macht einen Riß; die Kasse bekommt ein Loch davon. Wollt

ihr Herren jetzt wissen, was dieses für eine schmutzige Kompanie ist? Der ist der Oberkuchelbub, hat unter sich drei Unterbuben, neben dem Braten wender, der auch schon ein Exspeckanz⸗Dekret ausgewirkt hat für den Ofen heizer und Holzspalter. Da steht der Düppengucker, der Linsenspitzer, der Haderlump, Vorschneider, ein naher Vetter der Ober- Spülmagd. Dort macht seine Parade der Hundsjung sammt seinen untergebenen Fourier Schützen mit den Kuppelhund. Der Bereiter macht auch ein Belle videre mit seinem Halterknecht, Karbatschierer, Pferdeschweif Tapezierer, Schabernackwürker, Steigbügel und Satteljunge. Verdrüßlich wär's alle und jede dergleichen hohe Offizianten in einer ie zu bringen. Enfin es giebt der Hof-Volontärs so viel, daß man ein Regiment könnte formiren. Es seynd die wohl exerzierte Hof-Suppisten. Auf solche gewaltige Subjekte solle sich gründen protectio patriae. Quasi vero. Unter diesem speziosen Titel fordert man große, unerträgliche Kontribution, Aceisen, Don Gratuite, Extra Steuer, Guasi vero. Das wenigste wird dazu verowendt. Es heißt: Alles dem Land zu Schutz. Da sehet ihr Herrn, wie leicht ein Regiment wäre aufzurichten regulirter Miliz, wenn man der auf so unnütz überflüssiges Völklein gewidmete Konsumkion thäte besser emploiren.

Das Ministerium meint nun, Meister Narr hätte nicht närrisch geredet und empfiehlt seine Worte dem Hofe zur Beherzigung. W. G.

Der Saal des Schreckens. Auf dem Busch bei Haag, dem ehemaligen Lustschloß der Erbstatthalter von Holland, befindet sich ein Saal von un geheurer Größe. Die Decke desselben läuft spitz in eine Kuppel von be trächtlicher Höhe aus. In dieser sind die Fenster, welche den Saal von oben erleuchten, angebracht. Diese Kuppel, die Seitenwände, der Raum zwischen den Fenstern, die Thüren sogar, welche man, wenn sie geschlossen, von innen nicht unterscheiden kann, alles dies ist mit Malexei ausgefüllt, welche ein einziges, ungeheures, den ganzen Raum füllendes Gemälde dar stellt. Lebensgroße, sogar kolossale Gestalten schlingen sich durcheinander, verwirrt und in den seltsamsten Windungen. Weiber, Greise, Kinder, Pferde, Todtengerippe, Krieger, Könige, heidnische Gottheiten, christliche Heiligen bilder, Engel und Teufel wanken, wie im Fiebertraum, vor dem geblendeten Auge; es ist unmöglich, hier Anfang oder Ende zu finden; kein leerer Fleck, wo man ruhen könnte, kein Ausweg aus diesem seltsamen Saale ist sichtbar. Die Gestalten beunruhigen den Beschauer, sie scheinen ihn erdrücken zu wollen, in dem unruhigen Treiben liegt etwas Unheimliches, das Jeden mit Schauer erfüllt. Umsonst müht man sich, den Sinn des Ganzen zu errathen, einen Zusammenhang hineinzubringen; je länger man umher sieht, um so mehr verwirrt sich alles in einander. Einen Tag in diesem Saale zuzubringen, würde für jeden, der etwas lebhafte Phantasie hat, eine uner trägliche Marter sein. Wenn die Sonnenstrahlen einzelne Theile dieser ungeheuren Gebilde beleben, oder die Abenddämmerung das ohnehin Ver wirrte noch mehr verwirrt, hier, wo keine Thür sichtbar, wo aus allen Ecken Todtenschädel grinsen, wilde Rosse sich bäumen, fürchterliche Gesichter neben schönen Frauenköpfen herüber und hinüber blicken, müßte man vom Wahnsinn so 1 werden, daß man nicht mehr Wahrheit von Schein zu sondern wüßte.

Die Urheberin dieses Wirrwarrs, eine alte Prinzessin aus dem Hause Oranien, sieht ganz oben aus der Kuppel herunter, im Arme einen Todtenkopf.

Der berühmte Maler Jordan hat mit einigen seiner Schüler diesen Saal gemalt; unstreitig liegt dem Ganzen eine Allegorie zu Grunde. Aber wer kann und mag sie enthüllen! II.

Der Planet Mars ist in seinen außerordentlichen Glanzschwankungen vor den übrigen Planeten ausgezeichnet und darum wohl schärfer und genauer beobachtet worden, als die anderen. Im April 1856 fand der Astronom Secchi die beiden Schneeflächen der Polarregionen sehr deutlich. Diese beiden Eisflächen nahmen sichtlich ab, wenn sie sich den Sonnenstrahlen ausgesetzt befanden und wuchsen an Ausdehnung und Glanz, wenn dies nicht der Fall war. Die dazwischen liegenden dunklen, verschledenformigen, großen Flecke nahm er, wie dies noch heut geschieht, als Land an. Die Farben der Flecke sind sehr mannigfaltig: roth, blau, gelb, grün und weiß. Im Jahre 1862 nahmen Greve und Johnson in London Skizzen der Planeten auf, wie auch Phillips in Oxford Zeichnungen von ihm anfertigte. Seine Stellung war damals so, daß man deutlich den ganzen Schneekreis, der den Südpol des Gestirns umgiebt, sehen konnte. Die Aegqugtorkalgegend ist von einem breiten grünlichen Gürtel umgeben, der tiefe Buchten in die beiden Kontinente macht. Er wurde und wird noch heute als Ozean an gesehen, wie die Punkte auf ihm wohl Juseln sind. Diese Punkte haben wenigstens dieselbe röthliche Färbung, wie die beiden Ländermassen nördlich und südlich der großen Wassermassen. W. G.

Ein seltsames Bild findet sich in dem Augsburger Dom. Auf dem selben ist Frau Noah in reicher orientalischer Tracht, einen Bologneser Hund auf dem Arme, dargestellt. Ihr zur Seite findet sich ein Papagei und die Taube mit dem Oelblatt. W. G.

Paganini. Als derselbe im Jahre 1830 aus Bremen, wo er einige Konzerte gegeben, abreiste, las man in einem der dortigen Blätter folgenden Nachruf:

Paganini, lebe wohl! Uns're Ohren sind von Deinen Tönen, Deine Taschen sind von unserm Gelde voll!

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