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Wandelte sich die Welt so schnell? Aber warum sollte sie nicht? Hatte sich doch auch ihm eine Welt gewandelt, die ihm— wie lange war's her?— noch ein Goldlicht jungen Glücks erschienen war, und vor der ihn nun plötzlich etwas wie unaussprechlicher Widerwillen packte.— Der Schimmer, der so licht und hell darüber gelegen, war zerronnen.— Es lag eine unausfüllbare Kluft zwischen dem Tage, wo ihn zuerst der Zufall nach dem Fischerdorf am See geführt, wo er Alba gesehen, von ihrer Anmuth gefesselt sich ihr genähert hatte und dem, an welchem sie von ihm gefordert, daß sie sein Weib werden wolle, werden müsse. Es kamen ihm ein paar Verse in den Sinn, die er einmal irgendwo gelesen, und die er nun, da sie unwillkürlich in ihm auftauchten, leise vor sich hinmurmelte: Des Bechers Rest
Ist Wermuth, und Frau Venus hält
Euch mit den glüh'nden Fesseln fest.
Sie stillt mit höllischem Begehr
Der bangen Herzen Seelennoth,
Frau Venus lacht in Teufelslust—
Was in Euch göttlich war, ist todt— 5 Vielleicht war es das Rechte: was göttlich in ihm gewesen, war todt, der Blüthenstaub der Reinheit war abgestreift, und was ihm da entgegengähnte, wo er ein junges, keusches Glück in seine Arme geschlossen, war nichts, als die gemeine Wirklichkeit— des Bechers Rest war Wermuth. Und er sollte sich zwingen lassen? Warum? Weil er den Wallungen des heißen Blutes in einer sinnbethörten Stunde gehorcht? Gab es dafür nur eine Sühne, die, sich lebens— lang gefesselt zu sehen, wo in der Freiheit der Reiz des Lebens liegt? Gab es für ihn keine Wahl mehr, weil er einmal sich selbst ungetreu geworden? Es lehnte sich etwas gegen diese starre Noth— wendigkeit, die sich ihm aufdrängte, in ihm auf, daß es wie ein stolzes, leichtsinniges Lächeln über seine Lippen kam. Noch war er Herr seiner selbst.
Der Kahn näherte sich dem Lande und Joseph gab die Weisung, an der Schiffbrücke anzulegen. Dort stieg er aus, warf dem Kahn⸗ führer ein Geldstück zu, das dieser mit einem befriedigten Lächeln auffing, und wanderte durch die engen Gassen der Stadt. Lugano ist, obgleich politisch zur Schweiz gehörig, eine Stadt von durchaus italienischem Charakter. Die dunklen Bogengänge an den Häusern, in denen die Krämer ihre Waaren aller Art ausbieten und wo sich der Handel und Wandel in den mannigfachsten, buntesten Szenen abspielt, die Lebendigkeit in Sprache und Geberden der Bevölkerung, der Schmutz und die aus den verschiedensten physikalischen Bestand— theilen zusammengesetzten Wohlgerüche in den düsteren Straßen, deren Läden ihre Schaustücke außen zur Ansicht aufgestellt haben,— alles das ist so echt südländisch, wie die üppige Vegetation in den Gärten, die Rebengelände und die Formation der Berge. So hervor— ragend schön die Lage der Stadt ist, so wenig anziehend ist sie im Innern, aber als Hauptort des Kantons bildet sie die erste Ver— kehrsader desselben, und ein buntes Leben spielt sich in ihren engen Gassen ab. Joseph durchschlenderte die Bogengänge eine Weile, ohne ein besonderes Interesse an den Vorgängen darin zu nehmen, die für ihn sonst einen Hauptanziehungspunkt gebildet hatten.
(Fortsetzung folgt.)
Lose Blätter.
Zureden hilft.(Siehe Illustration.) Die Mutter ist einem Geheim- niß auf die Spur gekommen, das ihr Blut in Wallung bringt und ihre Entrüstung wachruft. Hinter ihrem Rücken hat das Töchterchen einen Liebeshandel mit dem jungen Handwerker unterhalten, dem sie vom Fenster aus in die Werkstatt schauen können. Längst hatte sie Verdacht geschöpft, aber daß die jungen Leutchen bereits zum Austausch von Küssen und Liebes⸗ schwüren gekommen, das konnte sie nicht vermuthen. Und solch' ein junges Ding, das die Kinderschuhe kaum ausgetreten, will heirathen, betrügt die Mutter und will auf und davon gehen. Ei, da könnte auch ein Lamm zur Tigerin werden! Die Alte aber ist niemals ein Lamm gewesen, dafür zeugen ihre harten Gesichtszüge. So gießt sie denn die volle Schale ihres Zorns über das junge Ding aus, welches niedergedonnert und fassungslos au ihrer Seite steht. Auch der Freier wird heftig gescholten Jener aber ist ein Mann und verliert so leicht die Fassung nicht. Kaum hat sich die Lunge der Mutter erschöpft, so ergreist er das Wort, um der Erzürnten vorzu⸗ stellen, daß seine lebe echt und ehrlich sei, daß er die Kleine zum Weibe begehre, daß er im Stande sei, eine Frau zu ernähren und daß er seine Schwiegermutter stets in Ehren halten werde. Zureden hilft— dies
„
Sprichwort bewährt sich auch hier. Im Busen der Matrone glätten sich allmählich die Wogen der Empörung und wenn auch noch die Augen vor— wurfsvoll blicken, so läßt doch die äußere Haltung schon erkennen, daß der Moment nahe bevorsteht, in welchem der Sünderin vergeben wird. Der italienische Geuremaler Glisenti hat die drei Figuren dieser Gruppe ebenso scharf und glücklich charakterisirt, wie die Situation. R. E.
Memel(siehe Illustration). Wenn irgend Jemand aus dem deutschen Vaterlande,„der Noth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe,“ sein Heim nach dem fernen Ostpreußen verlegen muß, so wird er gewiß mit einem Gefühl des Bangens seine Reise antreten und von dem tiefen Mitleid seiner Freunde begleitet werden. Gilt doch noch immer dieser äußerste Osten deutscher Erde als eine Art Aschenbrödel des Mutterlandes, sowie über— haupt der Natur, und darum als ein Exil für diejenigen, welche dorthin übersiedeln müssen. Doch wer einmal in diesem 1 Winkel Deutsch⸗ lands gelebt und Land und Leute hier kennen gelernt hat, der wird sicher gegen dieses Vorurtheil energisch ankämpfen und die Entstehung desselben nur auf die abschreckend wirkende Nähe des kalten Czarenreiches mit seinem starren Absolutismus zurückführen, der wird stets mit Liebe der treuen,
biederen Ostpreußen gedenken. Und wer einmal in den rauschenden Wäldern
oder an den lieblichen Seen Masurens geweilt, wer die saftigen Wiesen Litthauens erblickt, die berückende Romantik des samländischen Strandes empfunden oder das aus dem Dünensande der kurischen Nehrung wie ein Zauberland auftauchende Schwarzort durchwandert hat, der wird die land— schaftlichen Reize Ostpreußens nicht mehr verachten. Der stattliche Hafen mit dem weitbin sichtbaren Leuchtthurm, der dem eben erwähnten Schwarz⸗ ort gegenüber liegt und in dem sich uns die nördlichste Stadt des Deutschen Reiches, die Kreisstadt und Veste Memel präsentirt, giebt uns vielleicht die trefflichste Gelegenheit, das freimüthige Wesen der Ostpreußen kennen zu lernen. Verleiht das Leben am Meere und ein reger merkantiler Ver— kehr mit dem Weltmarkte dem Charakter des Menschen hon ein bestimmtes Gepräge, so kommt zu diesem hier noch die eigenartige ostpreußische Natur hinzu, so daß wir vor einem Menschenschlag stehen, der in der That etwas ungemein Fesselndes hat. Halb seemännisches, halb weltmännisches Wesen, gastfrei und wiederum vornehm zurückhaltend, offen, treuherzig und dabei von merkantiler Gewandtheit, so tritt uns der Bewohner diefer Stadt ent⸗ gegen, die in ihrem ganzen Leben und Weben und auch in ihrem Aeußern einen durchaus fesselnden Eindruck gewährt. Durchwandert man den neuen Theil der Stadt, der an Stelle des im Jahre 1854 durch eine verheerende Feuersbrunst zerstörten aufgebaut ist, so empfängt man ein Bild von einer modernen größeren Provinzialstadt. Gelangt man jedoch in den älteren Theil, so glaubt man in dem Herzen einer alten kleinen Hansestadt, zu weilen. Doch berall empfinden wir den Pulsschlag eines regen Ver⸗ kehrs- und Hafenlebens, das natürlich an den Kais erst zur vollen Geltung kommt. Hier vermögen wir es auch zu erkennen, daß die eigentliche Lebens— ader des Memeler Handels das Holz ist. Denn während wir hier das Holz in seinem Naturzustande ausladen sehen, schauen wir dort geschnittene Hölzer aller Art in die Schiffe bergen, um nach allen Gegenden der Welt versandt zu werden. Die rauchenden Fabrikschlote, die wir in der Stadt in einer so überraschenden Fülle erblicken, gehören meist den Werkstätten
an, denen die Bearbeitung des zu exportirenden Holzes abliegt. Der treff
liche Hafen Memels, der jährlich von etwa 1200 bis 1300 Schiffen besucht wird, vermag gegen 300 Handelsschiffe aller Größen zu fassen. Die Stadt, die gegenwärtig einige zwanzigtausend Einwohner zählt, liegt an der Mün⸗ dung der schiffbaren Danze in das Memeler Tief, also in unmittelbarer Nähe des Meeres. Wenn wir auf ihre Geschichte zurückblicken, so kann es uns kein Wunder nehmen, daß sie, welche die äußerste Grenze des Vater— landes bildet, dennoch einen so ausgesprochenen deutschen Charakter offen⸗ bart. Waren es doch Deutsche, welche 1252 Memelbug, das spätere Memel, erbauten. Die Stadt, welche damals zu einem Drittel dem Bischof von Kurland, zu zwei Dritteln dem livländischen Schwertorden Dehörte, ging hundert Jahre später in den alleinigen Besitz des Deutschen Ordens über, wurde neu befestigt und bewahrte stets, trotzdem sie eine Zeit lang ein Besitzthum Schwedens war, in Treue ihre deutsche Art und Gesinnung.
P. H.
Beaumarchais' Hund. Es giebt ost kleine einzelne Züge im Leben des Menschen, die ihn besser charakterisiren als seine Reden. Seinem Lieblingshündchen hatte Beaumarchais, der geistvolle Lustspieldichter und Pamphletist, auf das Schild seines Halsbandes stechen lassen:„Je m'apelle Florette er Beaumarchais m'appartient.“(Ich heiße Florette und Beau— marchais gehört mir an.) Florette war es denn auch, die ihren Herrn zu dem bitteren Sarkasmus Veranlassung gab:„Je mehr Menschen man kennen lernt, desto lieber werden einem die Hunde.“ R. F.
Privilegirte Selbsthilfe. In dem Zunftbrief der Schuhmacher von Landgraf Ludwig J. von Hessen(1456) heißt es:„wer den gemeldten Schue— wardten ihre Schue dieblich enttrüge, dem möchten sie die Schue wieder nehmen, inwendig ihren Bänken und möchten ihn schlagen mit Rauffen und mit Schuen unter den Bänken, daß er kaum genesen mag.“— In dem Bäckerzunftbriefe von Zierenberg(im niederheffichen Kreise Wolfhagen) steht:„Eutwendete auch Einer aus Vermessenheit seinem Bäcker sein Brod diebischer Weise, demselben mögen sie es wieder nehmen, und dem Diebe eine gute Haarfusche raufen oder Backenstreiche zum Trinkgeld geben.“
a R. F.


