Ausgabe 
10.1.1886
 
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15.

Die versunkene Schänke. Elsassische Sage. In Rülisheim bei Mühl⸗

hausen lebte der Heiri, ein Bauernsohn, wie es keinen tolleren geben konnte.

Trinken, fluchen und

lästern schienen ihm angeboren zu sein Dabei war er

ein unbarmherziger Gläubiger und ein Wucherer, der seinen Opfern das

1885 Hemd 0 losen Gesellschaft; denn die nach. Geld aber besaß der Tages nun saß die ganze rühmte sich b Andern schlichen sich davon; Vesperglocken derselbe, der ich stets gewesen bin. heran und der

vom Leibe zog. Dabei war er doch der Mittelpunkt von einer Menschen laufen mehr dem Gelde als der Tugend Heiri und rühmte sich hochmüthig dessen. Eines Kumpanei wieder in der Schänke und der Heiri seiner Schlechtigkeiten. Da erklang die Vesperglocke. Die aber der Heiri schrie:Ich bleibe trotz allen Da brauste ein Orkan

Erdboden bebte. Die Schänke versank und mit ihr der

gottlose Bauer, der jetzt da unten sitzt, ohne Gesellschaft und Wein. Eine Matte ist an die Stelle getreten, wo die Schänke gestanden hat⸗ . W. G

Rückkehr aus dem Orient nach Frankreich wurde

Vaillant. Auf seiner

der berühmte Numismatiker, Vaillant im mittelländischen Meer von einem

Korsaren verfolgt, und sah in den Händen des Barbaren. schluckte er zwanzig der köstlichsten Exemplare. Wind und Vaillant entkam.

Schatze

im Geiste sich und seine theuren Münzen schon In der Verzweiflung seines Herzens ver⸗ Zum Glück drehte sich der Als er zu Avignon glücklich mit seinem Aerzte zu Rath, wie er sich am

im Leibe gelandet, zog er zwei

zweckmäßigsten und sichersten seiner theueren Bürde entledigen sollte. Da

sich Beide in ihren Vorschlägen nicht von ihnen zu

einigen konnten, so beschloß er, keinem

folgen und eilte nach Lyon, wo er sich seinem Freunde

Du Four, einem ebenso leidenschaftlichen Münzliebhaber als er selbst, an⸗

vertraute.

irgend eines noch ungesehenen

Entzückt von dem Gedanken, vergaß der numismatische Arzt

Exemplares alter Münzen Herr zu werden,

Alles, was eigentlich seinen Patienten anging, und fragte nur, ob die ein⸗

Kaiserzeit angehörten.

fiel er, indem er gesenkten Kopfes, unbeweglich,

der früheren römischen oder späteren byzantinischen Du Four vernahm, daß sie aus der früheren Römer⸗ eit seien, und ging nun mit um so größerer Sorgfalt zu Werke, seinen Feeund von den köstlichen Kleinodien zu befreien, die er so lange liebend unter dem Herzen getragen. Zuvor aber bedang er sich als Lohn fir seinen Dienst einige der geretteten Münzen aus. M.

gesargten Kunstschätze

Kaspar Hauser. Es war im Monat August 1829, als Kaspar Hauser's Lehrer ihm, an einem schönen heitren Sommerabend, zum erstenmale den gestirnten Himmel zeigte. Sein Erstaunen und Entzücken überstieg alles Erwarten. Er konnte sich nicht satt daran sehen, kehrte immer wieder zu diesem Anblick 1 faßte dabei die verschiedenen Sterngruppen richtig ins Auge und bemerkte die ausgezeichneten hellen Sterne mit ihren ver⸗ schiedenen Farben.Das, rief er aus,ist aber doch das Schönste, was ich auf der Welt gesehen habe. Wer aber hat die vielen schönen Lichter da hinaufgestellt? wer zündet sie an? wer löscht sie wieder aus? Als man ihm sagte, daß sie, wie die Sonne, die er schon kenne, immerfort leuchteten, aber nicht immer gesehen würden, fragte er von neuem: wer sie denn da oben hinaufgesetzt habe, daß sie immer fortbrennen? Endlich ver⸗ mit starren Augen dastand, in tiefes ernstes Nachdenken. Als er wieder zu sich kam, war sein Ent⸗ zücken in Schwermuth übergegangen. Er ließ sich zitternd auf einen Stuhl nieder und fragte: warum jener böse Mann ihn nur immer eingesperrt ge⸗

halten und von allen diesen schönen Sachen ihm nichts gezeigt habe? er,

Kaspar,

Bestrafung desselben etwas wissen wollen.

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habe doch nichts Böses gethan. Er brach hierauf in ein langes, schwer zu stillendes Weinen aus, und sagte: man möge nun auch einmal den Mann, bei dem er immer gewesen, auf ein paar Tage einsperren, damit er wisse, wie hart dieses sei. Vor diesem großen Himmelsschauspiele hatte Kaspar

noch nie Unwillen gegen jenen Mann geäußert, noch weniger von einer

Georges Cadoudal, der Chef der Chouans im französischen Revolutions⸗ kriege, der die Niederbretagne insurgirt hatte, und dem man vorwarf, sich gegen das Leben des ersten Konsuls Napoleon Bonaparte verschworen zu 1 wurde nach der mißglückten Explosion der Höllenmaschine eingezogen und sah seinem Tode entgegen. Um so größere Ueberraschung ergriff ihn, als man ihm sagte, Bonaparte wolle ihm Audienz ertheilen. Unterwegs gab der ihn führende Unteroffizier den Rath, um Gnade zu bitten. Cadoudal schwieg und lächelte verächtlich. Napoleon empfing den riesigen Gegner ganz allein; doch war dos nur Komödie, denn Cadoudal bemerkte im Spiegel, daß die Seitenzimmer, deren Thüren offen waren, mit Gensdarmen voll⸗ gepfropft waren.Was würden Sie thun, begann der erste Konsul die Unterredung,wenn ich Ihnen das Leben schenkte?Es von Neuem daran setzeu, um Sie zu tödten. Und wenn ich es Ihnen zum zweiten Male schenkte?Würde ich es zum dritten Male wagen; denn Sie und ich werden unversöhnliche Feinde bleiben, so lange ein Bourbon athmet. Sie sind ein Thor! Der Corse winkte, der Bretagner warf den roth⸗ haarigen Kopf stol zurück, die Lippe höhnisch auf und kehrte ihm den Rücken. Der Offizier, der ihn in das Gefängniß zurückgeleitete, bemerkte: Sie haben den Moment verfehlt. Es wird Ihnen leid En den günstigen Augenblick nicht besser benutzt zu haben.Das bedaure ich thatsächlich von Herzen, entgegnete der athletisch gebaute Mann:ich hätte die Ge⸗ legenheit benutzen sollen, das kleine Ungeheuer in meinen Armen zu geen

Das Hemde des Glücklichen. Die in diesen Tagen wieder einmal so brennend gewordene irische Frage, gegen welche die englischen Löschapparate sich schon so oft unwirksam erwiesen 8 erinnert an eine alte Geschichte,

deren aktuelle und sinnreiche Bezüglichkeit ihr ein Recht giebt, denjenigen

Lesern mitgetheilt zu werden,

denen sie bis jetzt unbekannt geblieben ist.

Der Sultan von Serendib war von der Sultanskrankheit, der Langenweile,

befallen.

Aerzte versuchten Heilung.

Kein Mittel wollte verfangen; Priester besprachen das Uebel,

Der Sultan aber gähnte vom Morgen bis zum

Abend, brummte vom Abend bis zum Morgen, war 10 k und theilte

sein Unglück f

einer ganzen Umgebung mit. Endlich rieth ihm seine Mutter,

eine kluge Frau, die, in ihrer Jugend von Zigeunerinnen gestohlen, dann

in das Serail verkauft, manches

gelernt hatte.

genesen, so reise zu Wasser und zu Lande, bis ziehe ihm das Hemde aus, und ziehe es Dir ganz warm an. zurück, setze Dich auf Deinen Thron, und Du wirst glücklich sein. Sultan folgte dem Rath und schiffte sich ein. ehen? fragte der Steuermann.Na

andete, man und Nubien.

der Papst selbst rieth unserm Sultan, einen gewif suchen, der solle glücklich

aber lächelten viele Vettern

hatten sich sogar erhängt, ersäuft oder erschossen. der Sultan nach Frankreich; da fand er aber Wirthschaft, daß er nicht einmal nachfragte, Er reiste nun nach England und fand dort John Bull verdrießlich

sei

und brummig, ihm der Sultan sagte, er sei zu ihm gekommen, Sterblichen, lachte ihm John Bull in's Gesicht.

traute, er sei

John Bull eine Guinee mit den Worten

kaufe Dir ein das Geldstück Almosen.

An diese wandte sich der Sultan mit der Frage:

von ihrer schwarzen und weißen Kunst Mein Sohn, sprach sie,willst Du von der Langenweile Du einen Glücklichen antriffst, Dann komm Der Wohin soll die Reise ch dem glücklichen Arabien! Man suchte, man fand keinen Glücklichen. Ebensowenig in Aegypten Man fuhr nach Italien. Italien seufzte unter fremdem Joche,

15 John Bull aufzu⸗ sein und keine Langeweile haben, seine Heiligkeit bei dieser Mittheilung, denn es hielten sich damals gerade dieses John Bull der Langeweile wegen in Rom auf; einige Im Vorüberreisen kam ein solche wüste und unordentliche ob dort vielleicht ein Glücklicher

weil man ihm fast keinen Rock auf dem Leibe gelassen. Als f als zum Glücklichsten der Als er ihm vollends ver sich eine Gunst bei ihm zu erbitten, warf ihm

MiEs ist meine Letzte, geh' und Hemde auf dem Leibe! Mit Würde gab ihm der Sultan zurück und sprach:Ich suche zwar ein Hemde, aber kein Neben John Bull wohnte seine Schwester Peg(Schottland). Bist Du glücklich, schöne

gekommen,

Peg?Ich war es, als ich meine Lieder und Balladen dichtete, jetzt singe ich sie zuweilen noch meinen Kinder vor, weine aber dabei meine hellen Thränen, denn die guten Zeiten sind vorbei!Lauter Unglückliche, seufzte

der Sultan und schiffte sich nach Irland (Patrik) John

über. Hier fand er Paddy, Bulls nahen Vetter, den dieser zwar durch harte Behandlung

störrig und verstockt gemacht, der aber unter seinem Strohdach und seinen

Kartoffeln ihm so beschloß. Einst sa

Rasen singen,

Augenblick da. Boden werfen, ausziehen.

Sultan, aber

lücklich schien, daß er sich in seiner Nähe aufzuhalten 0 er ihn mit seinen Freunden und Freundinnen auf dem springen und ausgelassen lustig sein. Jetzt war der günstige

Er überfiel ihn, ließ ihn von seinen Leuten ergreifen, zu Gebt mir sein warmes Hemde! rief der Paddy, der Irländer hatte kein Hemde auf dem Leibe, man

hatte ihm keins mehr gelassen. Walter Scott, der die alte Parabel vom Hemde des Glücklichen in dieser geistreichen Weise paraphrasirte vor länger als einem halben Jahr⸗

hunderte, dachte gewiß nicht daran,

actuell sein

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: des geographischen Silben⸗Räthsels:

manche harte grub.

4. Werra. eck. 9. Nayrac. 10. Ihla. 14. Enz. 15. Saarlouis. 16. Ems.

daß dieselbe noch heute zeitgemäß und

würde. R F.

Auflösungen der Mäthsel.

Brod Bord; Sie werden in diesem Jahr noch Nuß zu knacken haben. 1. Sardinien. 2. Isere. 3. Eis⸗ 5. Edinburgh. 6. Rumänien. 7. Dafe. 8. Ein⸗ 11. Negotin. 12. Dänemark. 13. Itu. 17. Mainau. 18. Indien. 19. Aeule.

20. Halberstadt 21. Ratibor. 22. Navarra. 23. Offenbach. 24. Cam⸗

bridge.

mogriphs: Ein Erfolg

4. Escorial. 9. Glogau; Promenade:

25. Herrenwörth.

26. Marc. 27. Abbruzzen; des Arith⸗ 1. Ebenalp. 2. Ida. 3. Nandu. 7. Otomaken. 8. Leopold. 2. Oder; der Königs⸗

Paul Lindau. 5. Rastral. 6. Frascati. des Kapsel⸗Räthsels: 1. Tau.

Die Liebe ist der stolzeste der Triebe, Sie kehrt den Rücken dem, der Gold ihr bot: Und aller Triebe frei'ster ist die Liebe, Sie lächelt nur, wenn Ihr mit Ketten droht.

Die Liebe ist der treu'ste aller Triebe, Sie harret aus in jeder Erdennoth; Und aller Triebe stärkster ist die Liebe, Denn Liebe überwindet selbst den Tod. Julius Sturm.

Räthsel.

Ich bin ein verschmitztes Wesen, Oft zum Guten auserlesen,

Oft zum Bösen auch gesellt. Brauche mich, doch ohne Galle, Dann kommst du nicht in die Falle, Die der Böse dir gestellt.

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