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4.4.1886
 
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Es flammte sekundenlang in seinem Antlitz auf und die Lippen darin preßten sich fest aufeinander. Aber in demselben leichten, gleichmüthigen Ton, in dem er bisher gesprochen, erwiderte er:Es ist noch lange bis dahin, und für jetzt laß uns genießen, so viel uns bleibt, kleine Närrin. Wie ist es nur möglich, in dieser lachenden Umgebung so trübe Gedanken zu hegen! Mir ist, als ob ich in all diese Pracht hinausjauchzen müßte, als ob jede Welle, die am Ufer plätschert, mir zuriefe: Genieße! Fühlst Du das Alles nicht, Alba? Sieh diese gesättigten Farbentöne, diese klargespannten Linien des Horizonts, diese üppigen Fruchtgelände und diesen See, dessen tiefe Bläue mit der des Himmels über ihm wetteifert, predigt das nicht Alles mit tausend Stimmen: Du glückliches Menschenherz, das dieser Schönheit entgegenklopfen darf? Er zog sie fester an sich, vielleicht um dem Blick zu entgehen, der sich mit ernstem Forschen gegen ihn emporgerichtet hatte.

Aber sie löste sich sacht aus seiner Umarmung und vor sich niederschauend, entgegnete sie:Ist Dir's so zu Sinne? Freilich: wenn Du nicht an mich denkst d

Alba! rief er unwillig.

Sie lächelte trübe.Es sind nun Wochen darüber hingegangen, sagte sie,daß Du zum ersten Male mich an Deine Brust zogst und ich es duldete, daß Du mich küßtest, Joseph!

Willst Du wieder die alte Weise anstimmen? fiel er ihr mit unverhohlenem Unmuth in's Wort, während eine dunkle Röthe seine Wangen bedeckte,ich hätte mir's denken können. Aber da Du mir vorwarfst, daß ich später als sonst gekommen, glaubte ich, mein Kommen sei Dir lieb und Du würdest nicht gleich zu Anfang das beste Mittel ergreifen, um mir die Laune zu verderben und mich vollends zu verscheuchen.

Ein jäh aufflammender Blitz aus ihren Augen ließ ihn plötzlich abbrechen. Es trat eine Weile Schweigen zwischen ihnen ein, dann sagte Alba mit sichtlich erzwungener Ruhe:Du weißt nicht, was Du sprichst, Joseph. Ich lebe meinen Tag hin, in dem Gedanken, daß der Abend Dich mir bringen wird. Wenn es Zeit ist, sitze ich hier unter dem Baum und zähle die Sekunden, bis Du kommst. Du willst nicht, daß ich Dich mahne, wir müßten einen Entschluß fassen, Du weißt noch nicht, daß ich Dich mahnen muß, Joseph!

Er wechselte hastig die Farbe, ein jähes, tödtliches Erschrecken malte sich auf seinen Zügen. Unwillkürlich war er aufgesprungen. Aber ihr Blick bannte ihn noch einmal, und fast willenlos ließ er sich wieder neben ihr nieder, doch vermied er, sie anzusehn.Alba, sagte er stammelnd und vergeblich nach Worte suchend,Du willst doch nicht sagen um Gotteswillen, nein. Es lag eine so feige Angst in dem, was er sprach, daß es sie unwillkürlich durch fröstelte und ihr ein bitteres Lächeln auf die Lippen trieb.

Du hast die Nacht vergessen, Joseph, sagte sie,damals ver⸗ sprachst Du mir viel, weil Du viel verlangtest seitdem haben sich Deine muthigen Entschlüsse herabgestimmt und Du zürnst, wenn ich Dir an sie denken helfe. Ich hätte Dir auch diesen Willen gethan und Dich nie gemahnt, wenn ich könnte jetzt muß ich es.

Man konnte sehen, wie seine Brust im heftigen, inneren Kampf bebte, wie er seine Fassung zurückzuerringen suchte. Er wollte ihr ruhig und besänftigend erwidern, aber es kam ihm über die Lippen, und er stieß es besinnungslos aus:Weißt Du denn, was Du ver⸗ langst, Unsinnige? Dann kam ihm das Bewußtsein dessen erst, was er gesprochen, und er wandte sich, um ihr seinen Arm um den Nacken zu legen und sie an sich zu ziehen, um sie zu beschwichtigen, wie man ein weinendes Kind tröstet, und wie er es so oft gethan, wenn er ihr liebkosend über das weiche Gelock hingestrichen hatte. Aber sie bog sich hastig, wie vor seiner Berührung zusammen schaudernd, zurück, und ihre Augen ruhten mit stummem Vorwurf auf den seinen, während sie sagte:O ja, ich weiß, Joseph ich fordere sehr viel, ich verlange, daß die Fischertochter die Gattin eines großen, vornehmen Herrn wird. Das ist unsinnig, nicht

wahr? Du hast Recht aber Du hättest das bedenken sollen, als

es noch Zeit war. Damals forderte ich nichts, ich gab Dir mein Herz hin, weil es dein war, und dachte an keine Zukunft. Aber Du rissest mich selbst aus meinem Frieden heraus und ver⸗ sprachst mir, wie Du mich als Deine Frau über die Alpen in die große, schöne Stadt führen wolltest weißt Du das noch, Joseph? Vielleicht dachtest Du, ich würde alle die lockenden Verheißungen vergessen, wie ein Kind, dem man eine rosige Zukunft vormalt,

wenn es folgsam ist und gehorcht. Aber ich glaubte Dir, weil ich Dich liebte, ich ließ mich bethören und hoffte auf Dein Wort. Nun schuldige nicht mich an, wenn ich Dich an das gemahne, was nicht ich forderte, sondern was Du selbst aus freiem Willen mir zugesagt ich habe mir das Recht erkauft, es zu fordern, mit meiner Ehre.

Ihre Stimme bebte nicht, es war ein harter, metallener Klang darin, und nur ein scharfes Ohr hätte entdecken können, daß sie so festen Ton hatte, um nicht zu brechen. Joseph hatte die Lippen fest aufeinandergepreßt, sekundenlang flog es ihm wie ein Schwindel über die Augen hin. Dann, wie sie geendet hatte, athmete er tiefer wieder auf und versuchte den Ernst des Augenblicks durch den leichten Ton zu dämpfen, in dem er entgegnete:Du bist sonderbar aufgeregt heute, Alba. Ich kam hierher, um, wie gesagt, eine Stunde mit Dir zu vertändeln, und Du empfängst mich mit Mißtrauen, Vorwürfen, und was weiß ich sonst? Sieh, das ist unrecht, kleines Närrchen. Es ist nun einmal Laune von mir, mich nicht zu etwas zwingen zu lassen, was ich freiwillig thun kann. Du siehst so schwarz, kleine Alba, daß Du darüber vergißt, ich hätte Dich noch immer lieb, gerade so lieb wie früher, wie da⸗ mals, als mich mein Kahn in wunderlichem Zufall an dieses stille Fleckchen Erde treiben und Dich finden ließ es hat mich nur überrascht, nur verwirrt ich hatte das nicht geglaubt.

Er versuchte noch einmal ihr den Arm um den Leib zu schlingen, aber auch jetzt bog sich ihr schlanker Körper geschmeidig zurück, und sie schüttelte das Haupt, als sie sagte:Du hast kein Recht mehr an mich, so lange Du mich mit zweideutigen Schmeichelworten um das betrügen willst, was ich fordern muß. Ich weiß, daß ich zu gering für Dich bin, ich hätte nie gewagt, die Stirn zu Dir zu erheben, aber Du hast mich zu Dir emporgezogen auch die Fischertochter hat die gleiche Ehre, wie Alle für die meine hab' ich mir das Recht erworben, Dir anzugehören. Es giebt jetzt keine Wahl mehr, nur eine Nothwendigkeit. Es blitzte etwas in seinen Augen auf, das seinen Zügen bis dahin fremd gewesen. Und wenn ich mich weigere? fragte er mit eigenthümlicher Be tonung.Thu's! stieß sie mit irrem Auflachen aus,aber denke auch, daß es eine Gerechtigkeit giebt, Joseph.

(Fortsetzung folgt.)

Lose Blätter.

Eine Partie Sechsundsechzig.(Siehe Illustration.) Es ist eine ge⸗ fährliche Sache, mit jungen hüͤbschen Mädchen Karten zu spielen, noch viel gefährlicher, als mit großen Herren Kirschen essen. Da denkt der Peter nun, er versteht es aus dem ff, weil er in Berlin bei den Gardefüstlieren Abends in der Kaserne und dann in den Manövern beim Wachtfeuer die edle Kunst des Schafskopf, das Vierblatt und das Sechsundsechzig gründlich geübt, und wie oft hat er nicht sogar dem gestrengen Herrn Korporal und dem schlauen Hornisten die Zweipfennigstücke und die Nickel abgenommen, daß es eine Freude war. Und jetzt kommt er auf Königsurlaub wieder nach Hause in's Dorf, und wenn er sich mit den Großbauern in die Schänke setzt und die zweiunddreißig bunten Blätter auf den Tisch gehauen werden, daß die Wände zittern, dann merken seine Landsleute zu ihrem Schaden auch bald, daß sie es mit einem gewiegten Gegner zu thun haben, und daß ein königlich preußischer Gardesoldat überall seinen Mann steht. Aber mit der Grete ist's etwas anders. Sie hat ihn immer so schnippisch behandelt und wenn er gedacht, er könnte ihr eins auftrumpfen, dann hat sie ihn immer so lustig abblitzen lassen und auf einen Schelmen anderthalbe gesetzt, daß er nicht wußte, wo ihm der Kopf stand. Aber heute wird er's ihr schon zeigen, denn von Kartenspielen versteht sie nichts, da ist er ihr über! Aber was ist das? Hat er es plötzlich verlernt oder passt er nicht auf, oder verwirren ihn gar Gretens lustige braune Augen, die blitzenden Zähne und die fröhlich zuckenden Wangengrübchen er verliert ein Spiel nach dem andern. Und jetzt sticht sie ihm gar das Herz weg, auf das er seine ganze Hoffnung gesetzt hatte! Ja Peter, das Herz ist hin und nicht mehr zu retten aber wir meinen, es ist bei der hübschen Grete ganz gut aufgehoben, und wenn ihr erst Mann und Frau seid, dann wirst du wohl mit der Zeit auch deine Ruhe wiederbekommen und ihr zeigen, daß du das Kartenspiel doch besser verstehst als sie! Tr.

Jean Vart. Im Jahre 1697 führte der große französische Seeheld Jean Bart mit sechs Kriegsschiffen den Prinzen von Conti nach Polen. Neunzehn feindliche Schiffe lauerten auf ihn, denen er jedoch entging.Wir waren verloren, griff der Feind uns an, bemerkte Conti,wir hätten uns ergeben müssen.Nein, antwortete Bart,ich hatte meine Anordnungen schon getroffen.Und wie waren diese?Ich hätte uns und den Feind in die Luft gesprengt. Mein Sohn befand sich in der Pulverkammer und erwartete nur mein Signal, um die Lunte in die Pulverfässer zu werfen. Conti erbleichte.Herr Admiral, rief er,solche Heldenthaten muß ich mir verbitten. W. G.

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