Ausgabe 
27.10.1847
 
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und Vereins⸗Gruppen. Mehrere Verſammlungen, bei denen

das größere Publikum Zutritt hatte, haben ſchon außerhalb des Kreiſes der Repraͤſentanten-Berathungen Statt gefunden, und einzelne Sendlinge dieſer haben im hieſigen Publikum eine lebhafte Betheiligung zu erregen gewußt. Hr. v. Seld aus Berlin z. B. ſprach heute ſchon zum dritten Male vor einer zahlreichen Verſammlung und jedes Mal ließen ſich

80100 neue Mitglieder, heute meiſt aus den erſten

Kreiſen der Geſellſchaft, in den Bund aufnehmen, in welchem ſie verſprechen, Branntwein in irgend einer Ge ſtalt weder zu trinken noch zu verabreichen. Man hofft noch andere Anweſende, unter denen ſich Kaplan Soling aus Osnabrück, Arzt La Roche aus Poſen und Paſtor Huch zermeyer aus Schildeſche in Weſtfalen als Volksredner einen Namen gemacht haben, hier zu hören. Paſtor primar. Bödecker aus Hanover hat geſtern die Feſtrede in der Brü derkirche gehalten, einen beredten Vortrag über den Text: Wenn du dermaleinſt dich bekehrſt, ſo ſtärke deine Brüder. In den Berathungen der Repräſentanten, die unter dem Vorſitz des verdienten Paſtor Böttcher am 10. begonnen wurden, wird eine unparteiiſche Kritik den guten Geiſt nicht vermiſſen, an der Form aber Manches zu tadeln haben. Sein erſter Vorſchlag,die Verſammlung möge beſchließen, daß ſich eine fortdauernde Vertretung ſämmtlicher deutſchen Vereine, durch Abgeordnete der Zentral- und, Provinzial⸗ Vereine bilden möge, wurde abgelehnt. Ein zweiter Vor⸗ ſchlag enthielt zum Theil eine Wiederholung des ſchon fruher Vorgekommenen. Schon vor 4 Jahren hatte man, auf der erſten Generalverſammlung zu Hamburg, die Frage er⸗ wogen, ob der deutſchen Art die Einwirkung durch ſogenannte Agenten nicht widerſtrebig ſein würde. Der Erfolg hat im Allgemeinen verneint, indem zuerſt Soling in Mathew's Art, dann Schaffraneck in Oberſchleſien, und in proſtetan⸗ tiſchen Kreiſen Büttner(früher in Hamburg), Huchzenmayer und v. Seld bedeutende Erfolge ihrer Beredſamkeit geſehen haben. Doch kam die Angelegenheit abermals in Frage, theils weil hie und da die Wahl ungeeigneter Perfonen den Erfolg zweifelhaft machte, theils weil Einigen das Abnehmen eines Verſprechens in Folge raſch erweckter Begeiſterung, wie meiſt in Uebung iſt, nicht zuſagte. Die Debatte ſchloß indeß mit der Annahme des Beſchluſſes: die Generalverſamm lung empfehle den einzelnen Vereinen wiederholt und drin gend, das jetzt bewährte Mittel der Ausſendung von Send boten in Anwendung zu bringen. Osnabrückiſcher Seits wurde empfohlen, die Criminal- und Armenpflege⸗Statiſtik in Bezug auf das Branntweintrinken mehr als bisher geſchehen zum Gegenſtand der Arbeiten zu machen, und die Verſamm⸗ lung verſuchte, durch eine beifällige Erklärung die Thätig keit innerhalb der einzelnen Vereine in der bezeichneten Richtung zu beleben. Mittheilungen über derartige Ar beiten des Bürgermeiſters Stüve, der von je 100 Verar- mungen Erwachſener 28 unmittelbar und außerdem 30 zum Theil mittelbar dem Branntweingenuſſe zur Laſt legte, trugen zu dieſer Erklärung bei.

Den Geldſack, den Brodſchrank, den Eſſt lung, laßt 8 niemals leer, ſagt Nachbar klug.

Becker, Noth⸗ und Hülfsbüchlein. Lieben Leute!

vergeſſet das Eſſigmachen nicht! Aus den ausgedrückten, mit Waſſer eingeweichten Treſter Eſſig machen, taugt nichts. Sorgt Euch, bei dem Ueberfluß von Obſt, jetzt fuͤr guten und geſunden Eſſig, und dann ſpart Ihr das Geld, was ihr bisher für den ſchlechten, von Branntweinnachlauf fabricirten Eſſig ausgegeben habt.

Ein würdiger Geiſtlicher theilte mir dazu Folgendes mit, was ich befolgen will, und auch Ihr thun werdet. Man keltert ſein Obſt, die Fäſſer werden gut verſpundet,

Rund der Boden, worinnen ſonſt der Krahnen eingeſchlagen

wird, bleibt weg, die Fäſſer werden aufrecht geſtellt. So⸗ wohl in dieſe Fäſſer, als auch in disponible Butten wird der Moſt eingefüllt und mit einem Tuch zugedeckt. Die atmosphäriſche Luft wirkt ſo auf dieſen Moſt, daß er in 2030 Tagen ſauer wird. Es bildet ſich oben eine Haut, welche man abnimmt und den hellen, klaren Eſſig zur Auf⸗ bewahrung in ordentliche Faſſer, die aber nicht geſchwefelt werden, einfüllt. Möchten auch Eſſi gfabrikanten⸗ dieſes thun, ſie e wurden es in den folgenden Jahren nicht bereuen. a Bingenheim den 23. Oktober 1847. Schmidt, Diſtriktseinnehmer.

Der Dekan des evang. Dekanats Friedberg an ſaͤmmtliche Dekanats Angehoͤrigen.

Indem ich mich auf die Extrabeilage zu Nr. 277. der Gr. Heſſ. Zeitung vom 6. Okt. 1847 und auf die Er⸗ mächtigung durch Ausſchreiben Gr. Heſſ. Oberconſiſtoriums vom 5. Oktober 1847, zu Nr. O. C. 7278, beziehe, wor⸗ nach ich zur Empfangnahme von Subſcriptionen und dem⸗ nächſtigen Ablieferung der eingehenden freiwilligen Beiträge zum Zweck derPrälat Dr. Köhler⸗Stiftung ermächtigt worden bin, erkläre ich meine pflichtmäßige Bereitwilligkeit, für dieſen edeln Zweck Subſcriptionen und Beiträge aus dem hieſigen Decangt in Empfang zu nehmen. die Herren Bürgermeiſter, dieſes Blatt den Herren Geiſt lichen mittheilen zu wollen, welche daſſelbe etwa nicht Weh

Friedberg; den 20. Oktober 1847.

Dr. Cröß ma nn.

Malt kt Bericht Grünberg, am 23. Oktober 1847. Aufgefahrenſ Verkauft a

Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (ltr.(Mltr.) fl. kr

Waizen 200 190 11 30 175 5 160 120 8 45 erſt e 100 80 6 40 Oger 60 45 5 Roggenmehl.. Kartoffeln

NIE In Grünberg wurde das Malter 2 Waitzen zu 200, Korn 190, Gerſte 170, und Hafer 120 Pfund gerechnet.

Ich erſuche