Ausgabe 
24.7.1847
 
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Intelligenz-Olatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

M57.

Deutſche Sagen. (Schluß.) Aus den Sagen von den Rieſen wählen wir Das Rieſenſpielzeug.

In Elſaß liegt die Burg Nideck, welche von Rieſen bewohnt wurde. Einmal kam das Rieſenfräulein herab, und ging im Thal ſpazieren. Sie ſah bei Haslach einen Bauer mit ſeinen Pferden im Acker pflügen. So etwas hatte ſie noch nie geſehen. Sie kniete nieder, breitete ihre Schürze aus und raffte Pferde, Mann und Pflug hinein. Mit einigen Schritten war ſie wieder den Berg hinauf und breitete vor ihrem Vater, der noch bei Tiſche ſaß, die ge fundenen Spielſachen aus. Sie hatte große Freude an den zappeligen kleinen Dingern, klatſchte in die Hände und lief lachend um den Tiſch herum. Aber ihr Vater ſagte ernſt: Das iſt kein Spielzeug, mein Kind; wenn die Bauern nicht das Feld beſtellten, ſo müßten wir bald Hungers ſterben. Darum nimm ſogleich die kleinen Geſchöpfe wieder in die Schürze und trage ſie ſachte an den Ort zurück, wo du ſie genommen haſt. Das Fräulein weinte und wollte nicht, aber es mußte gehorchen. Daſſelbe ſoll auch bei dem Schloſſe Lichtenberg vorgefallen ſein, welches in der Darmſtädter Provinz Starkenburg liegt, in der Nähe von Reinheim im Odenwald.

Aus den Sagen, in denen der Teufel eine Rolle ſpielt möge, weil die Sache in unſerer Nachbarſchaft ſich zuge tragen, folgende hier ſtehen:

Die Sachſenhäuſer Brücke bei Frankfurt a. M.

Als der Baumeiſter die ſteinerne Brücke, welche von Sachſenhauſen nach Frankfurt über den Main führt, in der zugeſagten Friſt nicht vollenden konnte, rief er in der Angſt und Noth den Teufel um Hülfe an. Dieſer erbot ſich, die Brücke fertig zu bauen, wenn ihm der Baumeiſter den, der zuerſt darüber ginge, dafür zuſagen wollte. Der Baumeiſter willigte ein und der Teufel baute zur Nachtzeit die Brücke ganz aus. Andern Tages aber trieb der Bau meiſter einen Hahn vor ſich her über die Brücke, und war alſo dies der erſte der daruber ging. Voll Zorn, daß er betrogen war, zerriß der Teufel den Hahn und warf die Stücke durch das neue Bauwerk, alſo, daß zwei Löcher da rin waren, die bis auf den heutigen Tag nicht können zu gemacht werden, weil alles Gemauerte Nachts wieder ein

Sonnabend, den 24. Juli

1847.

fällt; man legte hölzerne Diele darüber. Zum Andenken ſteht ein vergoldeter Hahn auf einer Eiſenſtange auf der Mainbrücke.,

Was von des Teufels Tabakspfeife erzählt wird, iſt wohl nicht unter die Sagen zu rechnen und von dem Ver- faſſer nur aus Gefallen an dieſem Jägerberichte aufgenommen worden. Aus den Sagen von den Luftgeiſtern, insbe ſondere vom wilden Jäger, theilen wir noch folgende mit, weil ihr Schauplatz in unſerm engeren Vaterlande iſt.

Im Odenwald, in der Heſſen Darmſtädtiſchen Provinz Starkenburg, Landrathsbezirk Erbach liegen zwei Burgruinen, zwei Stunden entfernt von einander. Die eine heißt Schnellerts bei dem Dorfe Oberkains bach, die andere Rodenſtein. Beide gehörten vordem Einem Herrn. Dieſer wohnte als ein reicher Graf, mit vielen Dienern, Roſſen und Hunden, gewöhnlich auf der Burg Rodenſtein. Wenn's aber Krieg geben will, ſo zieht jetzt noch der Geiſt des Burgherrn mit dem ganzen Troß ſeines Gefolges unter Trompetenſchall, Roſſegewieher, Hundegebell und dem Ruf ho! ho! aus nach Schnellerts und jedesmal durch die Scheuer des Simon Daum von Oberkainsbach. Wenn der Friede nahe iſt, ſo zieht die Geiſterſchaar, jedoch ruhiger, wieder nach dem Rodenſtein zurück.

Wie die hier mitgetheilten Sagen, ſo ſind manche nur ganz kurz erzählt, andre aber, die weiter verbreitet ſind und eine größere Bedeutung haben, ausführlicher dar geſtellt, und dieſe werden wohl den Leſer am meiſten an ſprechen, wie die von Doctor Fauſt, Rübezahl, den heili gen drei Königen, dem Ritter Sankt Georg, dem heiligen Chriſtoph, dem hörnernen Siegfried, dem Helden Roland, Lohengrin, dem Schwanenritter, und Ahasver, dem ewigen Juden; von den Sagen aus dem Thierreich die von Rei neke Fuchs.

Fragt man aber, ob durch die Verbreitung dieſer Sagen der Aberglaube nicht befördert werde, ſo ſtimmen wir dem Verf. bei, wenn er in der Vorrede dies verneint, da für die Aufklärung des Jahrhunderts ſo ungemein viel geſche hen, und wenn er in einer andern Schrift(Blätter aus dem Tagebuche eines Lehrers), wo er von dem poetiſchen Element in der Schule ſpricht und die Benutzung der Sagen und Mährchen empfiehlt, es für überflüſſig erklärt, dieſelben gegen etwaige Einwände paſſionirter Aufklärungsfreunde noch beſonders in Schutz zu nehmen. Wo der Aberglaube ausgetrieben iſt, da wird er auch durch die Sagen, in denen