Ausgabe 
24.2.1847
 
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eine wohlthätige Stiftung) zu ſorgen hat, wird in die Anſtalt aufgenommen, es ſei denn, daß der Anſtalt von dieſer Seite Vertrauen geſchenkt wird, und derſelben gegen ein feſtgeſetztes Koſtgeld Zöglinge zur Erziehung uͤbergeben werden. Auf ſolche Zöglinge ſind dann alle Beſtimmun⸗ gen der Anſtalt anwendbar. Sind jedoch aufnahmsbedürf tige Kinder vorhanden, die keine Anſprüche auf Unterſtützun⸗ gen des Staats oder einer milden Stiftung haben, ſo wer⸗ den dieſelben vorgezogen, weil für ſolche das Rettungshaus gegründet iſt.

§ 13. Jedes Kind, das in die Anſtalt aufgenommen werden ſoll, hat folgende Urkunden beizubringen:

1) Die ſchriftliche, von dem betreffenden Großherz. Bürgermeiſter pflichtmäßig beglaubigte, Einwilligung der Eltern resp. Vormünder. f

2) Einen Heimathsſchein.

3) Einen Taufſchein.

4) Einen Impfſchein.

5) Ein ärztliches Zeugniß, daß es keine anſteckende Krankheit hat oder an keinem ſonſtigen unheilbaren Uebel leidet. Findet es ſich innerhalb acht Wochen, daß ein Zögling trotz des Zeugniſſes mit einem zurückgedrängten Ausſchlage ꝛſc. behaftet iſt, ſo wird er bis zur völligen Her ſtellung den Seinen oder etwaigen Wohlthätern zurückgegeben.

§ 14. Die Zahl der Kinder wird mit fünfzehn und in den dringendſten Fällen mit zwanzig abgeſchloſſen.

§ 15. Die Zöglinge werden erſt nach dem zuruͤck gelegten ſechszehnten Lebensjahre entlaſſen. Nur wenn ein Knabe ein Handwerk erlernen ſoll, iſt eine frühere Ent⸗ laſſung zuläſſig. Iſt ein Zögling aber erſt nach dem zwolf⸗ ten Lebensjahre eingetreten, ſo findet auch eine verhältniß mäßig ſpätere Entlaſſung ſtatt.

§ 16. Die Anſtalt wird bemüht ſein, ihre Zöglinge beim Austritt auch noch mit den nothwendigſten Kleidungs ſtücken zu verſehen.

§ 17. Jedem Beſuchenden iſt zu aller Zeit des Tages offner Zutritt geſtattet, um das Leben der Anſtalt in jeder Geſtaltung auzuſchauen.

Ein Deſiderienbuch wird in dem Geſchäftszimmer der Anſtalt offen liegen, in welches jeder Beſuchende Bemer kungen einzutragen gebeten iſt.

Nach dieſen Grundſätzen, und unter dem beſondern Beiſtande Gottes, in deſſen Namen und auf deſſen Wort die Anſtalt begründet werden und fortbeſtehen ſoll, glaubt dieſelbe ihrer Benennung(Rettungshaus) zu entſprechen und zu retten was verloren iſt, oder verloren zu gehen droht;

1

*) Wie das allgemeine Waiſenhaus.

Gott ſelbſt aber, der da nicht will, daß Eins dieſer Kleinen verloren werde, ſage Amen. Kloſter Arnsburg in der Wetterau, im October 1846. Das Comite: 0 Anthes, Lehrer zu Lich. L. W. G. Bich⸗ mann, Pfarrer zu Lich. P. Schäfer, Taub ſtummenlehrer zu Friedberg. F. Schick, cand. theol. d. Z. zu Laubach. L. F. Schwarz, Kaufmann zu Echzell. J. J. Uhrig, Pfarrer zu Neuiſenburg.

Kirchenbuchsauszug vom December 1846. Laubach.

Getraut e: Keine.

Getaufte:

1. Dem hieſigen Buͤrger und Schuhmacher Konrad Enders eine Tochter, Magdalena, geb. den 8. Nov.

3. Dem hieſigen Bürger und Schuhmacher Johs. Seitz IV. ein Sohn, Karl, geb. den 22. Nov.

6. Dem hieſigen Burger und Metzgermeiſter Ludwig Uhl eine Tochter, Margaretha, Eliſe Marie Karoline Ot tilie, geb. den 20. Nov.

26. Johann Wilhelm Beyer, geb. den 7. Dez.

26. Dem hieſigen Bürger und Maurer Caspar Gräf ein Sohn, Karl Otto, geb. den 27. Nov.

26. Dem Gräflichen Schäfer auf dem Oberſeemer Hof und

Bürger in Nidda Heinrich Ludwig Stein eine Tochter,

Anna Marie, geb. den 7. Dez.

Beerdigte:

15. Herr Kirchenrath Johann Georg Theodor Brumhard, quiescirter Gr. Inſpector und Pfarrer in Langgöns, alt 83 Jahre, 2 Monate und 7 Tage, T den 12 Dez.

23. Louiſe Bindhammer, des hieſigen Bürgers und Horn drechslermeiſters Konrad Bindhammer Töchterchen, alt 5 Jahre, 8 Monate und 10 Tage, T den 22. Dez.

28. Johs. Lauth I., Bürger und Ackermann, alt 69 Jahre, 10 Monate und 21 Tage, t den 25. Dez.

29. Johs. Lein, Krämer dahier und Ortsbürger in Elpen⸗ rod, alt 31 Jahre, 7 Monate und 6 Tage, 7 den 26. Dez.

31. Anna Katharina, weiland Joh. Wilhelm Wölls hinter⸗ laſſene Wittwe, geb. Wörtling, alt 90 Jahre, 9 Monate., und 9 Tage, 1 den 28. Dez.

Bekanntmachungen von Be⸗

hannes Kirchhöfer und deſſen Ehefrau in

dahier anzuzeigen und zu begründen, als ſonſt

hoͤrden.

rr

Edictalladung.

(19810 Anſprüche jeder Art an die von Cas⸗

par Becker II. in Windhauſen verkauften Im⸗ mobilien in dortiger Gemarkung, worüber Grundbuchs-Auszug in der Landgerichts-Re⸗ giſtratur eingeſehen werden kann, ſind binnen vier Wochen von heute dahier geltend zu ma⸗ 15 widrigenfalls der Kaufbrief beſtätigt wrd. Uleichſtein den 10. Februar 1847.

Großh. Heſſ. Landgericht das.

Zimmermann.

Edietalladung. (192) Anſprüche jeder Art an das von Jo⸗

1

Meiches in der Gemarkung Helpershain ver

kaufte Grundſtück 96½%b XN/22. 168[! Klftr. Acker, die Dillenwieſe, ſind binnen vier Wochen, a dato, ſogewiß dahier anzuzeigen, widrigenfalls der Kaufbrief beſtätigt wird. Ulrichſtein den 11. Februar 1847. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann.

Eddie ta lla d un g.

(193) Anſpräche jeder Art an die nachge⸗ nannten, von der Heinrich Graulichs Wittwe zu Meiches verkauften, in dortiger Gemar⸗ kung liegenden, Grundſtücke, als

1 5 VIII/56 160[IKlftr. im hinterſten

Elend,

2) 580% III/ 321 UIKlftr. daſelbſt⸗ ſind um ſo gewiſſer binnen vier Wochen, a dato,

die Beſtäfigung des Kaufbrief's erfolgt. Ulrichſtein, den 11. Februar Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann.

Br o d ei ef e üg

(199) Die Lieferung des erforderlichen Brodes fuͤr die Garniſon Friedberg, pro 2tee Quartal 1847, wird, unter dem Vorbehalt der Ratifi⸗ cation, auf dem Summiſſionswege vergeben. und es ſind die deßfallſigen Summiſſionen in das am Eingange des hieſigen Militär-Ver waltungsbüreaus befindliche Käſtchen einzu legen.

Dieſe Sumiſſionen werden am 27. d. M., Vormittags um 10 Uhr, auf dem gedachten

Verwaltungsbüreau eröffnet, wobei die Sum⸗

mittenten oder Bevollmächtigte derſelben an⸗ weſend ſein können. Bei den nicht erſchei⸗ nenden Summittenten wird angenommen, daß

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