ſie bei ihrer vorhabenden Auswanderung Perſonen der be— zeichneten Kategorie mitnehmen würden, ſie ſich zu gewär⸗ tigen hätten, daß dieſen Perſonen wegen der bemerkten ge⸗ ſetzlichen Beſtimmungen von den Schiffscapitainen der nach
New⸗Pork gehenden Fahrzeuge die Aufnahme auf ihre Schiffe
verweigert wurde. Darmſtadt am 24. September 1847. du Thil. v. Stein.
Zur Wetterauer Chronick.
Konrad Weil, Dachdeckergeſelle von Geisnidda, be⸗ ſtieg„mit beſonderer Freudigkeit,“ wie Meiſter Fiſcher von Friedberg erzählte, am 11. Oktober Morgens das Dach des Schloſſes zu Ziegenberg und gegen 9 Uhr— ſtürzte er von demſelben todt zur Erde. Die Urſache des Sturzes war nicht zu ermitteln, da der Meiſter an einer entgegen⸗ geſetzten Stelle arbeitete und bei näherer Unterſuchung alles in Ordnung fand. Bei der Beerdigung begleitete der Geiſt⸗ liche, die Freiherrl. von Löw'ſche Dienerſchaft und der dor⸗ tige Geſangverein die Leiche zum Grabe, wo der Letztere mehrere Lieder ſang.— Es iſt doch gut, wenn man ſo ein Dach mit fröhlichem Muthe, der aus einem guten Gewiſſen entſpringt, beſteigt.—
Mannig faltig es. Warnung beſonders für Abdecker und Fleiſchbeſchauer.
Ein mit dem Abdecken einer am Milzbrande gefallenen Kuh beſchäftigter Waſenmeiſter unterſuchte aus Neugierde die kranke Stelle. Ein Theil der verbrannten Maſſe theilte ſich einer friſchen Wunde an deſſen Hand mit, das er aber nicht achtete. Nach Verlauf von einigen Stunden wurde ſeine Hand ſchwarz und ſchwoll, nach und nach auch der ganze Arm und zwar ſo heftig, daß er, wenn das Ge— ſchwulſt ſich nach einigen Stunden nicht gelegt hätte, was der herbeigeeilte, eben erfolgreich zu helfen nicht vermögende Arzt behauptete, dieſe Neugierde mit ſeinem Leben hätte be⸗ zahlen müſſen. E.
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Zwei Brüder, Löbche und Salmche, gingen mit ein⸗ ander nach einem entfernten Marktflecken auf den Kühhandel. Des Abends dort angekommen, legten ſie ſich wohlgemuth zu Bette. Nach einigen Stunden ward's dem Salmche übel und weh, und er ging das Löbche an, doch Licht anzuzuͤnden. Sogleich machte dies auch Anſtalten dazu, mußte aber, da das Streichfeuerzeug noch nicht erfunden war, an dem ab⸗ genützten Feuerſteine ſehr oft picken, bis nur Ein Fünkchen hervorſprühte. Während ſeines Abmühens wurde es dem Salmche immer übler, ſo, daß es ausrief:„Läibche, Laͤibche, eil dich, ich muß ſterwe!/ Immer ſchneller pickte Löbchen, doch der Zunder wollte ſich nicht entzünden. Als nun Salmche abermals wegen des Sterbens wimmerte, und ihn immer heftiger zum Eilen antrieb, machte das ſchweißbetriefte, rathloſe Löbchen ſeinem beklommenen Herzen durch die Aeuße⸗ rung Luft:„Nu ſterb' dunkel!/
Kirchenbuchsauszug vom Auguſt 1847. Butzbach. Getraut e:
15. Balthaſer Schüler, Großh. Landgerichtsdiener dahier, ein Wittwer und Maria Eliſabeth, des verlebten Buͤr⸗
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gers und Bierbrauers Nikolaus Kurz hinterla e Wittwe, geb. Klein. 1 2
15. Bernhard Marguth, Bürger und Inſtrumentenmacher dahier, des verlebten Bürgers und Inſtrumentenmachers Jakob Marguth hinterlaſſener ehelich lediger Sohn und Katharina Diehl, des hieſigen Bürgers und Schuh⸗ machermeiſters, wie auch Specereihändlers Chriſtoph Diehl I., ehelich ledige Tochter.
22. Chriſtoph Konrad Mölich, Bürger und Feldſchütz da⸗
hier, ein Wittwer, und Eva Margaretha Heuſel, des verlebten Ortsbürger in Rimhorn, Landrathsbezirk Breu— berg, hinterlaſſene ehelich ledige Tochter. 5 26. Johann Andreas Rübſamen II., hieſiger Bürger und Metzgermeiſter, des verlebten Bürgers und Metzger⸗ meiſters Johann Andreas Rübſamen I., hinterlaſſenener ehelich lediger Sohn, und Suſanna Chriſtiana Heil, des verlebten Bürgers und Metzgermeiſters Konrad Heil, hinterlaſſene ehelich ledige Tochter. d
Getauffte:
8. Dem Oberbauaufſeher bei der Eiſenbahn⸗Section Butz⸗ bach Philipp Pfeiffer eine Tochter„Friederike Johan⸗ nette, geb. den 18. Juli.
15. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Jakob Wilhelm Berner ein Sohn, Heinrich, geb. den 2 Auguſt.
19. Dem Bürger und Metzgermeiſter Jakob Kobelt zu Butz⸗ bach ein Sohn, Auguſt, geb. den 23. Juli.
29. Dem Ortsbürger zu Gambach und Briefträger an der Poſt dahier, Johannes Enders eine Tochter, Katharine, geb. den 14. Auguſt.
Beerdigte:
21. Auguſt Andreas Steinhäuſer, Bürger und Wirth da⸗ hier, alt 75 Jahre, 3 Monate und 29 Tage, 7 den 20. Auguſt.
22. Margaretha Forbach, des verlebten Bürgers und Schuh⸗ machermeiſters Peter Forbach hinterlaſſene Wittwe, geb. Steinhäuſer, alt 84 Jahre, 1 Monat und 20 Tage, 1 den 20. Auguſt.
22. Anna Suſanna Eliſabeth, des Bürgers und Schuh⸗ machermeiſters Konrad Kiefer, eheliche Tochter, alt 2 Monate und 23 Tage, 1 den 20. Auguſt.
23. Johann Chriſtoph Küchel III., Bürger und Lohgerber⸗
meiſter, alt 43 Jahre weniger 5 Tage, f den 22. Auguſt.
23. Suſanna Eliſabeth Nagel, des Bürgers und Schuh⸗ machermeiſters Friedrich Nagel, hinterlaſſene ehelich ledige Tochter, alt 54 Jahre, 3 Monate und 21 Tage,
den 21. Auguſt. g
24. Eine uneheliche Tochter, Katharina, alt 10 Monate und 25 Tage, 7 den 22. Auguſt.
30. Jakob Georg Groß, des Bürgers und Metzgermeiſters Jakob Groß II. ehelich lediger Sohn, alt 2 Jahre, 6
Monate und 11 Tage, 1 den 28. Auguſt.
Markt ⸗ Bericht. Friedberg, am 20. October 1847.
Aufgefahrenſ Verkauft g. Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe f(ltr.)(Mtr.) f.„ Wabpen 1 96 785 12 9 Ar 30 9 9— eee 20½ 20½ 2— Safer?. 22 22 4 58 Roggenmehl.———— Kartoffenn 15 8 1 40
NB. In Friedberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 100, Gerſte 170, Hafer 120 und Kartoffeln 240 Pfund gerechnet.


