Ausgabe 
23.10.1847
 
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Intelligenz⸗ Blatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſchen Kreisraͤthe der Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg 8 und Hungen

an die Großh. Buͤrgermeiſter dieſer Kreiſe.

Betreffend: die Auswanderungen nach Nordamerika, insbeſondere nach dem Staate New⸗Aork.

Nachſtehendes höchſtes Miniſterialausſchreiben theilen wir Ihnen zu ihrem Bemeſſen mit. Friedberg, Grünberg und Hungen am 18. October 1847. a Küchler. Ouvrier. Follenius-

Das Großherzoglich Heſſiſche Miniſterium des Innern und der Juſtiz an die Großherzoglichen Provinzial⸗ Commiſſariate dahier und zu Gießen und an fämmt⸗ liche Großherzogliche Kreisräthe. f

In dem Staate New⸗Nork iſt unlängſt ein neues Ge⸗

ſetz wegen der Einwanderer dahin erlaſſen worden, worin namentlich Folgendes im Weſentlichen beſtimmt iſt:

Wenn ein Schiff in dem Hafen von New⸗ York, mit

Einwanderern am Bord, anlangt, ſoll der Schiffscapitain

binnen 24 Stunden dem Maire(erſten Gemeinde-Beamten) einen ſchriftlichen Bericht, unter eidlicher Erhärtung oder ſonſtiger Beſtätigung der Richtigkeit ſeiner Angaben, erſtat len, worin der Namen, Geburtsort, letzte geſetzliche Wohn ort, das Alter und die Beſchäftigung jedes an Bord befind lichen Einwanderers angegeben und weiter insbeſondere be merkt iſt, ob ſich unter den bezeichneten Einwanderern Gei⸗ ſteskranke, Blödſinnige, Taubſtumme, Blinde oder Gebrech liche befinden, und, wenn dieſes der Fall, ob die geiſtes⸗ kranken, blödſinnigen ꝛc. Einwanderer von Ver⸗ wandten begleitet werden, welche ſie der Wahr⸗ ſcheinlichkeit nach zu unterſtützen im Stande ſind. Unterläßt der Schiffscapitain über einen an Bord des Schiffs befindlichen Einwanderer mit den vorbemerkten Einzelheiten zu berichten, oder macht er hinſichtlich eines solchen Einwanderers eine unrichtige Angabe, ſo verfällt er für jeden ſolchen Einwanderer, hinſichtlich deſſen er keine

oder eine unvollſtändige oder unrichtige Angabe gemacht hat, in eine Strafe von 75 Dollars( 187 fl. 30 kr.). Von jedem Einwanderer, worüber der Schiffscapitain berichtet, iſt von demſelben, auf Aufforderung des Maire, innerhalb drei Tagen nach Ankunft des Schiffs 1 Dollar( 2 fl. 30 kr.) ſogenanntes Commutationsgeld(Armengeld) zu ent richten. Beſondere Commiſſäre(Emigrations-Eommiſſäre) ſollen ſich an Bord der Schiffe, womit Einwanderer an kommen, begeben und den Zuſtand der darauf befindlichen Einwanderer unterſuchen. Finden die Commiſſäre hierbei unter den Einwanderern geiſteskranke, blödſinnige, taub⸗ ſtumme, blinde oder ſonſt gebrechliche Perſonen, die nicht Glieder einer einwandernden Familie ſind und die nach den vorliegenden Umſtänden wahr⸗ ſcheinlich eine beſtändige öffentliche Laſt werden, ſo ſollen ſie hiervon dem Maire Anzeige machen und dieſer ſoll dann wegen der vorgefundenen geiſteskranken, blödſin⸗ nigen ꝛc. Perſonen, anſtatt des oben bemerkten Commuta⸗ tionsgeldes von 1 Dollar, von dem Schiffscapitain verlangen, daß er, ſammt zwei genügenden Bürgen, eine Bürgſchaft von 300 Dollars für jede ſolche Perſon leiſte, daß ſie binnen der nächſten fünf Jahre keiner Gemeinde und keinem Diſtricte zur Laſt fallen würden. Vernachläſſigt oder weigert ſich der Capitain eines Schiffs, innerhalb drei Tagen nach der Ankunft ſeines Fahrzeugs im Hafen das oben erwähnte Commutationsgeld zu bezahlen oder die bemerkte Bürgſchaft zu leiſten, ſo unterliegt er einer Strafe von 300 Dollars für jede einzelne Perſon, für welche das Commutationsgeld hätte entrichtet werden ſollen und nicht entrichtet worden iſt, resp. die Bürgſchaft hätte geleiſtet werden ſollen und nicht geleiſtet worden iſt.

Da in Rückſicht auf dieſe geſetzlichen Beſtimmungen anzunehmen iſt, daß die Schiffscapitaine der nach dem Staate New⸗York gehenden Fahrzeuge in Zukunft jederzeit verwei⸗ gern werden, geiſteskranke, blödſinnige, taubſtumme, blinde oder ſonſt gebrechliche Perſonen, die nicht Glieder einer nach New-York aus wandernden Familie ſind und die, nach den vorliegenden Verhältniſſen, nach der Ankunft im Staate New⸗York wahrſcheinlich eine beſtändige öffent liche Laſt würden, auf ihre Fahrzeuge aufzunehmen, ſo beauftragen wir Sie, diejenigen Angehörigen ihrer Verwal tungsbezirke, welche künftighin nach dem Staate New⸗Nork auswandern wollen, von den bemerkten geſetzlichen Beſtim mungen mit dem Bedeuten in Kenntniß zu ſetzen, daß wenn