„ 198. a
ſich's mit dem dicht auf der Erde ſich hinlagernden ſtinkenden Höhenrauch, wie wir leider wieder am 27. und 28. Mai, ſowie in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni einen ſolchen wahrzunehmen hatten. Dieſer— eine Nachwirkung der beſagten Moorbrände— iſt für die geſammte Vegetation, insbeſondere aber für Blüthen jeder Art ein wahres Gift; und es durfte auch der in den letzt verwichenen Tagen ſtatt gehabte in Bezug auf die Korn⸗ blüthe mancher Gegenden nicht ganz ohne Schaden vor— übergegangen ſein. In der Didaskalia vom 30. Mai befindet ſich ein Artikel aus Bremen v. 26. Mai, welcher die Urſache auch unſeres jüngſt ſtatt gehabten Höhenrauchs faſt außer Zweifel ſetzt. Er lautet wörtlich:
„Am zweiten Pfingſtfeiertage(24. Mai) haben uns unſere Nachbaren in den oldenburgiſchen Mooren wieder eine Feſtbeſcheerung gebracht, die wir ihnen nicht Dank wiſſen. Sie hatten ihre Moore in Brand geſteckt, verpeſteten ſtundenlang die Luft durch Höhenrauch und hüllten die Sonnenſcheibe in ſo dicken Dunſt, daß ſie blut⸗ roth ausſah. Heute, am 3. Pfingſtfeiertage(demnach 25. — nicht 26.— Mai) ſind wir wieder von dieſer Land— plage heimgeſucht. In Vegeſack war man geſtern ſo er— bittert, daß c.——— Im Uebrigen theilen wir den allgemeinen Unwillen gegen die Luftverpeſter und Frühjahrs⸗ verderber.„Ganz Deutſchland merkt's, wenn un⸗ ſere Moore brennen ſang man naiv genug auf dem vorjährigen oldenburgiſchen Volksfeſte.“
Ungleich wichtiger, als jene Frühjahrsverderbniß, wor⸗ über die Städter klagen, iſt wohl der faſt unberechenbare Schaden, welchen die beſagten Moorbrände unſeren Obſt— und Kornblüthen zufügen. Sollten denn jene Moorverbren— nungen, wenn ſolche denn doch einmal unumgänglich noth⸗ wendig ſind, nicht bei— deren giftige Dampfe dem Ocean zuführenden— Oſtwinden bewerkſtelligt, oder doch wenig ſtens in Jahreszeiten verlegt werden können, in welchen keine Blüthen vorhanden ſind?
Petterweil am 2. Juni 1847. H. C. Flick. /// Friedberg, am 16. Juni 1847.
Aufgefahren Verkauft; i
Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe
(Mltr.(Mlrr.) fl. kr. Waizen 8. 650 ¼ 632 20 56 P 249 246 ½ 17 20 G 216½ 188 14 18 of r ü 1147 11 7 35 Vorſchuß 23 12 21 45 Waizenmehhl 24 19% 17 48 Roggenmehl 23 15 15 24 Erben 16% 115 13—
Altenſtadt, den 15. Juni 1847. Waien 105 87 22— Korn 5 7 6 18— ii 23 17 15— o 3 1 8— Me!hßhß 40 10 17 45 Lich, am 15. Juni 1847. Waizen 35 35 21 39 Go 25 25 18 35 Gerf?⸗iüß„ 36 36 14— RR 3 3 6 50 Hungen, am 18. Juni 1847.
Wien 108 88 20 5% o 51 42 18 15 Gilt 38 31 15 44 FFF 7 2 7 50
23. 30.
18.
26.
14.
2
Kirchenbuchsauszuͤge vom Maͤrz 1847. I. Lich. N
Getraute:
Der hieſige Ortsbürger und Schuhmachermeiſter Georg Philipp Lehr, des verſtorbenen Jakob Lehr unehelicher lediger Sohn, und Karoline Eleonore Spahr, der Eleo— nore Spahr uneheliche ledige Tochter.
Der hieſige Ortsbürger und Thierarzt Joh. Peter Petri, des hieſigen Ortsbürgers und Schmiedemeiſters Joh. Jakob Petri, ehelich lediger Sohn und Luiſe Caro⸗ line Dietz, des hieſigen Bürgers und Bäckermeiſters Johannes Dietz, ehelich ledige Tochter.
Getaufte:
Dem hieſigen Ortsbürger und Taglöhner Herrmann Philipp Panz ein Sohn, Joh. Heinrich, geb. den 16. Februar.
Dem Konrad Größer, Ortsbürger und Theerbrenner zu Steinbach, Kr. Gießen, ein Sohn, Ludwig Karl, geb. den 25. Febr.
Dem Heinrich Findt, Ortsbürger und Maurer zu Staufenberg, Kr. Gießen, ein Sohn, Philipp Heinrich, geb. den 25. Februar.
Dem hieſigen Ortsbürger und Schreinermeiſter Karl Chriſtian Wagner, eine Tochter, Sophie, geb. den 21. Februar. i
Dem hieſigen Ortsbuͤrger und Bäckermeiſter Karl Fried—
rich Hitzel, eine Tochter, Luiſe Charlotte Henriette, geb. den 24. Febr. a
Ein unehelicher Sohn, Wilhelm, geb. den 12. März. Dem hieſigen Ortsbürger und Bierbrauer Jakob Jung ein Sohn, Jakob, geb. den 21. März.
Beerdigte:
Joh. Gottlieb Werner, Müllergeſelle in der Untermühle dahier, alt 20 Jahre, 3 Monate und 21 Tage, ver⸗ unglückte in Folge eines Sturzes unter das Mühlrad den 10. März.
Philipp Jakob Walz, Ortsbürger und Rothgeber da— hier, alt 79 Jahre, 2 Monate und 22 Tage, r den 16. März.
Anna Maria Rau, des verſtorbenen hieſigen Orts— bürgers und Maurers Joh. Georg Rau, eheliches Töchterchen, alt 2 Monate und 5 Tage, 1 den 23. März. i
II. Ulrichſtein.
Getraut e: Keine. Getaufte:
Dem hieſigen Bürger und Gr. Geſtuͤtsknecht Johannes Freyenſehner II. eine Tochter, Anna Eliſa, geb. den 18. Febr.
Dem hieſigen Bürger und Bäcker Caspar Peppler eine Tochter, Anna Eliſabetha, geb. den 19. Febr.
Beerdigte:
Anna Eliſabetha, geb. Geiß, des hieſigen Bürgers und zeitigen Feldgeſchworenen, Johannes Fritz Ehefrau, 5 67 Jahre, 4 Monate und 18 Tage, t den 18.
arz. 0
—


