Ausgabe 
19.5.1847
 
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Burgkircht:

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Apt. 21. Apt. 2 Groß.

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art und Butzbach u 1847.

119

Intelligenz-Blatt

ur die:

Provinz Oherheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

* 39

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung. Außer der Stadt Friedberg iſt weiter die Abhaltung eines Fruchtmarktes verſtattet worden: der Stadt Butzbach, Dienſtag und dem Marktflecken Vilbel, Freitag in jeder Woche. Das Regulativ für den Fruchtmarkt von Friedberg findet auch auf dieſe beiden Märkte vollkommene Anwendung. Friedberg den 15. Mai 1847. Der Großh. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg, Kirch elle r.

Eine Fahnenweihe. (Eingeſendet von S. in M.)

Mit Freuden nimmt es gewiß der Freund des Volkes wahr, daß auch in unſerer ergiebigen Wetterau ſich ſeit eini gen Jahren faſt in allen Dörfern Vereine zur Beförderung bürgerlichen Wohls und zur Weckung und Belebung geiſtiger Intereſſen gebildet haben. Man gedenke nur der gegruͤn deten Schiedsgerichte, der Leſe- und Singvereine, und hier und da ſind noch Vereine der Art im Entſtehen. Beſonders Luſt und Liebe, ja wahre Begeiſterung für den Geſang gibt ſich auch in den kleinſten Dörfern unſerer lieben Wetterau kund. Zähle man nur die Singvereine in der nächſten Um- gebung der freundlichen Stadt Friedberg auf, deren Thürme, könnten ſie reden, uns erzählen würden von den Barden unſerer Vorfahren und nun ſo oft auch auf naheliegenden, anmuthigen Hügeln kleine Singfeſte ſchauen. In Nauheim, Mörlen, Schwalheim, Dorheim, Wiſſelsheim, Steinfurt, Melbach, Södel, Beyenheim, Ilbenſtadt, Florſtadt, in jedem dieſer Orte beſteht ein Singverein, und überall wird das Singen mit Luſt und Eifer betrieben, ſowohl von Seiten der Lehrer, als der Sänger, und viele Opfer werden demſelben gebracht. O, möchte es ſo bleiben, möchte dieſer Eifer nie erkalten, möchten auch die jungen Vereine mit Ausdauer und Beharr lichkeit ihre Zwecke verfolgen und ſpaͤter, wenn ſie kräftiger blühen, ſich zur gegenſeikigen Belebung zu einem ſchönen Kranze vereinigen.

Seit November v. J. beſteht auch in Beyenheim ein Singverein. Am 9. d. M., einem holden Maitage, wurde die Fahne deſſelben auf einem freien Platze vor dem Dorfe eingeweiht. Die Lehrer der nächſten Singvereine waren

Mittwoch, den 19. Mai

dazu eingeladen und faſt alle zugegen; auch ſonſt viele Freunde des Geſangs und des geſelligen Lebens aus der Nachbarſchaft hatten ſich eingefunden. Der junge Verein ſang meiſtens einfache, gemüthliche Lieder, welche er mit nicht erwarteter Präciſion und mit Ausdruck vortrug. Man vergnügte ſich mit Geſang bei einem Glaſe Bier und mußte die obwaltende Eintracht und den heiteren Humor der Ver ſammlung lobend anerkennen.

Doch der Feier dieſes kleinen Feſtes gab beſonders die Rede des Herrn Lehrers Becker die Weihe. Derſelbe hat bis jetzt mit vielem Fleiß dem Verein vorgeſtanden, und obgleich ihm der Arzt wegen Bruſtbeſchwerden abrieth, ſich der Leitung des Geſangs zu unterziehen, ſo hat er den⸗ noch dem Vereine mehr als hinreichende Zeit und Kräfte gewidmet.

Hier die Rede deſſelben, welche er dem Schreiber Dieſes auf ſein Erſuchen die Güte hatte mitzutheilen. Rede bei Einweihung der Fahne des Beyen⸗

heimer Singvereins, gehalten am 9. Mai

1847 von W. Becker.

Es gibt ein Vermögen, welches mit wenigen Aus⸗ nahmen das Eigenthum aller Menſchen iſt, und das in der Reihe der vielen herrlichen Anlagen und Fähigkeiten, die den Menſchen zu dem vorzüglichſten Geſchoͤpfe dieſer Erde machen, ganz beſonders hervorgehoben zu werden verdient. Ich meine die Muſik. Die Muſik meine lieben Freunde iſt gleichſam die Univerſalſprache, worin alle Menſchen des ganzen Erdballs einander verſtehenz denn in der Darſtellung melodiſcher Töne liegt eine zauberiſche Lebendigkeit von Em⸗ pfindungen und Gemüthsbewegungen, die man auf keine andere Weiſe ſo wahr und ſo treu, ſo innig und ſo tief ausdrücken kann. Wem ſind die mächtigen Wirkungen der Muſik unbekannt? Wer iſt nicht ſchon durch die Gewalt der Töne gerührt, getröſtet, erbauet, ermuntert, angefeuert, belebt und erheitert worden?

Daher iſt auch die Muſik zu allen Zeiten geſchätzt worden, und je höher ein Volk an Bildung geſtiegen war, deſto mehr wurde ſie von ihm geübt und gepflegt, ja ſie hat ſelbſt zur Bildung und Veredlung vieler Völker nicht wenig beigetragen.

Was ſich aber Vortheilhaftes von der Muſik im All gemeinen ſagen läßt, das gilt im Beſonderen in vorzüg lichem Grade von dem Geſang. Angenehm iſt zwar der Klang der Saiten, lieblich der Ton der Flöte, erbauend und erhebend das Spiel der Orgel, und erſchuͤtternd der Schall des Horus; aber tiefer, inniger und mächtiger wir⸗