Friedberg den 9. September 1847. Die Ergebniſſe des geſtrigen hier abgehaltenen Frucht⸗ marktes haben zur großen Freude des Einſenders dieſer Zei— len dargethan, daß der geſunde Sinn unſerer wetterauer Landwirthe die ihnen durch denſelben gebotenen Vortheile
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Zudem läßt ſich ſicher erwarten, daß bei fernerem fleißigem Befahren des Markts die Stadt Friedberg alles aufbieten wird, um den Beſuchern deſſelben für die Zukunft Räumlichkeiten zum Unterbringen des Fuhrwerks zur Ver⸗ fügung ſtellen zu können, wenn auch Neubauten zu dieſem
keineswegs verkannt haben, wie Manche befürchteten. Die wonach ein Jeder nur auf dem Markt Getraide u. ſ. w. verkaufen durfte, iſt auf allerhöchſten Befehl aufgehoben, und trotzdem war die Zufuhr unter ſolchen Umſtänden wirklich eine bedeutende zu nennen, wie der geſtrige Marktbericht zeigt, ſowie das Reſultat ein für die Verkäufer im Ganzen höchſt günſtiges, indem beinahe alles zu Markt gebrachte Getraide und zwar zu ſehr annehmbarem Preiſe abgeſetzt wurde. die Verkäufer auf geſtrigem Markt nach einigen dem Ein⸗ ſender bekannt gewordenen Thatſachen gegenüber Andern, welche vorgezogen ihre Produkte zu Hauſe zu verkaufen, nicht den ſchlimmeren Theil erwählt, indem unter Andern namentlich ein demſelben befreundeter Landwirth der Nach⸗ barſchaft auf dem Markte ſeinen Waizen zu 12 fl. und per Malter verwerthete, während faſt in derſelben Stunde mehrere ſeiner Ortsnachbarn ihren vielleicht einen Tag vorher zu Hauſe verkauften Waizen zu 11 fl. und Gerſte zu 6 fl. per Malter ablieferten.
Eine ſehr günſtige Ausſicht auf möglichſt vortheilhafte Verwerthung ſeiner Produkte auf hieſigem Markte bietet ſich dem Landwirthe vorzüglich dadurch, daß viele der bedeuten⸗ deren Käufer ſich ſehr für das Fortbeſtehen deſſelben inte⸗ reſſiren, indem beſonders mehrere unterländiſche Käufer“) (angezogen durch die anſtändige Behandlung Seitens der Verkäufer ſowohl, als der bei dem Markt Bedienſteten, wie ſie ausdrücklich bemerkten,) den Einſender gleichſam aufgeſor⸗ dert haben, ſo viel wie möglich bekannt werden zu laſſen, daß ſie unter keinen Umſtänden unterlaſſen würden den hie⸗ ſo lange noch die geringſte Aus⸗ ſicht auf Zufuhr vorhanden ſei, ſowie auch viele der bedeu⸗ tenderen Müller unſerer Gegend ſich nur in erfreulichen
bisher beſtandene Miniſterial-Verfügung,
Gerſte zu 6 fl. 40 kr.
ſigen Markt zu beſuchen,
Reden über dieſen Punkt äußerten.
3) Hierbei muß Einſender noch bemerken, daß es eben dieſe Kaufleute weitem größeren Theil des auf dem heutigen
Markte angefahrenen Getraides aufgekauft haben.
waren, welche den bei
Produkt ein
Stande wäre, auch Auch haben
abſetzen konnte.
Behuf nicht mehr im Laufe dieſes Jahres bei der vorgerück⸗ ten Jahreszeit in Ausführung gebracht werden ſollten. So hat unſer Stadtvorſtand bereits ein anſehnliches Kapital vorgeſehen, um dem Landmann auf ſein zu Markt gebrachtes unverzinsliches Darlehen bieten zu konnen, ſo daß wenn derſelbe mitunter ſeine Waare nicht zu einem ihm annehmbar ſcheinenden Preis abzuſetzen im
der weniger Bemittelte bei augenblick⸗
lichem Geldbedarf nicht gezwungen iſt um jeden Preis los⸗ zuſchlagen.“) Auch eine bereits in Arbeit befindliche Brücken⸗ waage wird ganz in der Kürze zur Beförderung und Er⸗ leichterung des Geſchäfts bedeutend beitragen, und glaubt Einſender allen Freunden eines freien und offenen Verkehrs die frohe Ausſicht eröffnen zu können, daß an dem Fortbe⸗ ſtehen des hieſigen gewiß für die ganze Umgegend Nutzen bringenden Fruchtmarktes unter ſolchen Umſtänden wohl nicht mehr zu zweifeln iſt. W. *) Von dieſer Anordnung iſt ſchon geſtern, wie dem Einſender ſicher
bekannt iſt, Gebrauch gemacht worden, indem ein Landmann ſeine Waare nicht mehr zu dem im Laufe des Tages gewöhnlichen Preiſe
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Markt. Ber i ch k
Friedberg, am 45. September 1847. 5 Aufgefahren Verkauft] ay: N Gattung, wurden] wurden Mittelpreiſe (Mltr.)(ltr) fl. kr. Waizen 239% 219½ 126 12 20 ö 27 Korn 2 3 7 312 U 8 38 P 158 ½ en ö Hafer e, 107 ½ 407%** ns Vorſchußf———— Waizenmehl———— Roggenmehl.—— b— Erbſen——. 1 Kartoffeln. 40 25. Sfenpaggs
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
N ττι⏑νιπ
Obſt⸗Verſteigerung.
(1469) Die der Stadt Friedberg gehoͤrende Obſternte, beſtehend in Aepfeln, Birnen, Nüſ⸗ ſen und Zwetſchen, wird Montag den 20. und Montag den 27. l. Mts., jedesmal um 8 ½ Uhr anfangend, an Ort und Stelle mit dem Anfügen, daß das Obſt erſt abtheilungsweiſe im Ganzen, dann im Einzelnen zur meiſtbie⸗ tenden Verſteigerung gebracht wird.
Die Ooſtbaumanlagen, welche Montag den 20. Sept. zur Verſteigerung kommen, ſind: 1) an der Seewieſe,
2) im kleinen Wildkautsgraben,
3) vom Wartberg bis an die Galgenhrücke,
4) von da bis zur Oberwöllſtädter Grenze,
5) auf der Pfingſtweide,
Der Anfang dieſer Verſteigerung iſt an der Kapelle. Montag den 27. l. M. werden nachſtehende
Abtbellungen dem Meiſtgebot ausgeſetzt, als
10 im Bleichgarten in der Vorſtadt zum
Garten,
2) am Seegraben bis an das neue Thor,
3) von da bis an das Ende deſſelben,
4) im großen Wildkautsgraben und in der
Ockſtaͤdter Gaſſe,
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5) im Schützenrain, 6) im Haingraben, auf dem neuen Friedhof und an der Fauerbacher Grenze, 7) im Stadtſchreibereigraben. 5 Der Anfang geſchiehet auf dem Bleichgarten. Friedberg am 6. September 1847. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Erdarbeiten. 1
(1513) Ein zu 12000 fl. veranſchlagtes Planfrlos in der Gemarkung Griedel, wozu dem Uebernehmer eine proviſoriſche Schienen-
bahn gelegt und große Erdwaagen geſtellt werden, wird Donnerſtag den 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, an Ort und Stelle öffent⸗ lich verſteigert. Die Zuſammenkunft iſt an dem Uebergang des Rauchweges. Butzbach den 10. September 1847. Der Groß. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Butzbach. 0 Meyer.
Bekanntmachung.
(1823) Dienſtag den 24. d. M., Nachmit⸗ tags 3 Uhr, werden in dem Burggrafiathofe dabieſiger Burg 5 Stück Küchenſchränke ver⸗ ſchiedener Größe, 1 Schüſſelbank 12 Fuß
Stangen, zu Werkholz brauchbar, ſowie drei Haufen Reisholz, öffentlich verſteigert Friedberg den 11. September 1847. Der Gr. Heſſ. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bu ß.
Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Bauarbeiten und Materiallieferungen. (1512) Die bei Erbauung eines Viadukten fuͤr den Müblweg in der Gemarkung Ober⸗
mörlen entſtehenden Arbeiten, als? Maurerarbeit veranſchl. zu 2050 fl. 53 kr.
Steinhaueraxbeit 4072 7 28„ Zimmerarbeit 370%— Pflaſterarbeit 5
ſodann die Lieferung von 6 Kubikklafter Rollir⸗ ſteinen, 38 Kbklftr. Hintermauerſteinen, 12 Kbklftr. Mauerſand, das Beifahren von 12 Kbklftr. Schichtmauerſteinen aus den Brüchen bei Rockenberg, ſowie das Aufſetzen der Steine und das Meſſen des Sandes, werden Mitt⸗ woch den 22. d. M., Vormittags 10 uhr, im Gaſthauſe zum Stern dahier öffenklich ver⸗ ſteigert. Gleichzeitig kommt die Stein⸗ und Sandlieferung zu mehreren kleineren Brück. chen in der Gemarkung Niedermörlen zur Verſteigerung. Butzbach den 10. September 1847. Der Großb. Heſſ. Sections⸗Ingenieur
lang und einige Küchengeſtelle, ſodann etlich und zwanzig Stück Ahorn⸗ Ulmen, Eichen ꝛc.
der Seckion Butz bach Mie deen
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