Ausgabe 
16.6.1847
 
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Intelligenz-Blatt

ſür die

Provinz Ohberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Mittwoch, den 16. Juni 1847.

Amtlicher Theil.

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: die Muſterung für 1847.

In dem hieſigen Kreiſe wird die diesjährige Muſterung, reſp. Loosziehung, am 30. Juli bis 5. Auguſt d. J. vorge⸗ nommen. a a

Am 30. Juli l. J., Morgens präcéis 28 Uhr, haben die Gr. Bürgermeiſter mit den Conſcriptionspflichtigen ſich einzufinden aus den Bürgermeiſtereien:

Altenſtadt, Bodenrod, Butzbach, Aſſenheim, Bönſtadt, Büdesheim, Bauernheim, Bruchenbrücken, Fauerbach J. Beienheim, Burggräfenrod,

Am 31. Juli l. J., Morgens präcis 2 8 Uhr, desgl.

Fauerbach II., Großkarben, Holzhauſen, Florſtadt, Heldenbergen, Höchſt, Friedberg, Hochweiſel, Ilbenſtadt.

Am 2. Auguſt l. J., Morgens präcis 2 8 Uhr, desgl. Kaichen, Maibach, Niedermörlen, Kirchgöns, Melbach, Niederrosbach, Kleinkarben, Münſter. Niederurſel, Langenhain, Niedereſchbach, Niederweiſel.

Am 3. Auguſt l. J., Morgens präcis 2 8 Uhr, desgl.

Niederwöllſtadt, Okarben, Ockſtadt, Oberau, Obermörlen, Oppershofen, Obererlenbach, Oberrosbach, Oſtheim, Obereſchbach, Oberwöllſtadt, Petterweil.

Am 4. Au guſt l. J., Morgens präeis z 8 Uhr, desgl.

Pohlgöns, Rommelhauſen, Steinbach, Rendel, Rödelheim, Steinfurt, Rockenberg, Stammheim, Vilbel, Rodenbach, Södel, Wickſtadt, Rodheim,

Die Prüfung der Excapitulanten und Nicht-Excapitu lanten, welche ſich zum Einſtehen gemeldet haben, erfolgt ſtets an dem Tage, an welchem die Conſeriptionspflichtigen ihres Ortes gemuſtert werden, und zwar vor z 8 Uhr, weß⸗ halb ſie ſich frühzeitig einzufinden haben. Die Entſcheidung über die Depotanſprüche, wobei die Depotanſprechenden ſich

gleichzeitig unfehlbar einzufinden haben, erfolgt jedesmal

nach beendigter Muſterung. 5

Am 5. Auguſt d. J. wird ſodann von den ſämmtlichen Conſcriptionspflichtigen das Loos gezogen und haben ſich die Großh. Bürgermeiſter ꝛc. mit den Conſcriptionspflich⸗ tigen pracis 2 8 Uhr Morgens dahier einzufinden. Da es mit großer Störung für das Geſchäft verknüpft iſt, wenn, wie dies zuweilen geſchehen, Einzelne von Ihnen nicht zur rechten Zeit zur Hand ſind, ſo erwarte ich von Ihnen, daß Sie ſich pünktlich um 8 Uhr auf hieſigem Rathhauſe einfin den. Gegen diejenigen, welche hiergegen handeln, müßte mit unangenehmer Verfügung vorgegangen werden.

Sie werden die Militärpflichtigen und ſich zum Ein⸗ ſtehen ſchon gemeldet habenden Excapitulanten Ihrer Bür germeiſtereien alsbald um ſich verſammeln, ſie von dieſen Anordnungen in Kenntniß ſetzen, ſich um deren Verhältniſſe genau erkundigen, und diejenigen, welche an ſinnlich nicht wahrnehmbaren Fehlern und Gebrechen, als Kurzſichtigkeit, Schwerhörigkeit, fallender Sucht ꝛc. ꝛc. leiden, veranlaſſen, den Beſtimmungen im§. 10 Ziffer 6 und im F. 127 der Verordnung vom 30. April 1831 vollſtäͤndig Genüge zu leiſten. Als vorzügliche Mittel zum Erweis dieſer oben be nannten und andrer im Reglement vom 22. April 1834 (Regierungsblatt Nr. 42 von 1834) näher bezeichneten nicht erkennbaren Uebel gebe ich auch hier an:

a) Beſcheinigung der Phyſikatsärzte oder derjenigen Aerzte, welche die Dienſtpflichtigen behandelt haben, wenn letztere an Uebeln zu leiden angeben, die eine Folge überſtan dener Krankheiten oder Verletzungen ſein ſollenz

p) Atteſtate der Geiſtlichen und Schullehrer, deren Unter richt der Militärpflichtige genoſſen hat, jedoch wird hier, ſowie bei allen andern Zeugniſſen dieſer Art, er fordert, daß ſie ſich genau darüber ausſprechen, zu welcher Zeit der Militaͤrpflichtige an dem betreffenden Uebel gelitten hat, und ob es Ausſteller bekannt ſeie, daß daſſelbe noch jetzt(zur Zeit der Muſterung) fort- daure;

c) Zeugniſſe der Bürgermeiſter und Gemeinderäthe, wobei zu bemerken iſt, daß, wenn dergleichen nur von einzel nen Mitgliedern und nicht von der, zu einem geſetz lichen Beſchluß des Gemeinderaths(nach Vorſchrift der Gemeindeordnung) erforderlichen Anzahl derſelben, aus geſtellt ſind, dieſelben nur dann volle Gültigkeit haben, wenn ſie eidlich vor Gericht abgelegt wurden;

d) Zeugniſſe unbeſcholtener Männer, insbeſondere der bis