Ausgabe 
13.10.1847
 
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über einander wälzen, und verſieht dieſen Obſtcylinder mit einem, von einem ſchlechten Wärmeleiter gefertigten, dicht auf das Obſt anzulegenden Mantel, der aus dünnem Papp deckel beſtehen kann, und mit den nöthigen Bändeln zum Zubinden verſehen iſt. Gut iſt es, wenn man den Schei benring mit den daran hängenden Schnüren, nach Verlauf von 24 Stunden oder bei ſtärkerem Feuer in noch kürzerer Zeit, ſo herumdreht, daß die vordere, in der Regel etwas wärmere Seite mit der hinteren wechſelt. So kann das gegenwärtig faſt werthloſe Obſt, deſſen Ueberfluß ſogar mit den Schweinen verfüttert werden muß, ſelbſt von dem Aerm⸗ ſten und in jeder Haushaltung und zwar ohne beſondere Koſten in Maſſe gedörrt und ſpäter ein Nahrungs- und Handelsartikel in der Noth werden. Auf dieſe Weiſe ſein Obſt dörren, heißt drei Fliegen auf Einen Schlag tödten: Man kocht ſein Eſſen, doͤrrt ſein Obſt und wärmt ſich da⸗ bei. Bei dieſer Gelegenheit möchte ich nicht unbemerkt laſſen, daß beſonders zu dieſem Behufe angefertigte Cylin der⸗Obſtdörren, von beiläufig Fuß Durchmeſſer, mit zweckmäßig angebrachter Cirkulation und nach meiner oben angegebenen Vorrichtung, ſelbſt bei wenigem Feuer, von großem Nutzen werden könnten. Es iſt kaum glaublich, welche Maſſe Obſt um eine dicke Röhre in ganz kurzer Zeit gedörrt werden kann. Dieſes Dörrobſt iſt ſo gelb und rein, daß man es nicht leicht ſchöner ſehen kann. Die Nachtheile, welche bei einer gewöhnlichen Obſtdörre ſtattfinden, fallen hier ganz weg, namentlich 1) beſonderer Aufwand von Brennmaterial, Y nicht ſelten verbranntes Obſt, 3) das Auslaufen des Saftes, 4) der Rauchgeſchmack des Obſtes, nicht ſelten von Brennſtoffen herrührend, welche der Ge ſundheit nachtheilig ſind ꝛc. Zum Schluſſe möchte ich nur noch bemerken, daß da, wo ſehr ſtark mit Steinkohlen oder wohl gar mit dürrem Holz gefeuert wird und eine zu weit leckende Flamme den unteren Theil der Ofenröhre zu ſehr erhitzte, leicht eine oder zwei eiſenblechene Entfernungs ſcheiben mit Charnier und Schraube um die Röhre gelegt werden könnten, welche bei gelinder Feuerung wieder zu entfernen wären. Möge dieſes vorgeſchlagene Verfahren meinen Mitbürgern von Nutzen werden!

Zehfu ß.

Kirchenbuchsauszug vom Auguſt 1847.

Grünberg.

Getraute: 22. Heinrich Repp, des Joh. Georg Repp, Bürgers und Fruchtmeſſers hier, ehelicher lediger Sohn, und Katha⸗ rina Sudheimer, des weiland Georg Peter Sudheimer,

29.

255

275

Bürgers und Landgerichtsdieners dahier, ehelich ledige Tochter. a

Konrad Spengler, des Johannes Spengler zu Schweins berg lediger Sohn, und Anna Maria Heerz, des Jo hannes Stein hinterlaſſene Wittwe.

Getaufte: Dem Bürger und Leinwebermeiſter Johannes Crede eine Tochter, Karolina, geb. den 14. Juli. N Dem Bürger und Metzgermeiſter Johannes Kraft eine Tochter, Karoline, geb. den 10. Juli. Ein unehelicher Sohn, Ludwig Wollrab, geb. den 23. Juli.

. Dem Buͤrger und Bäckermeiſter Konrad VonEiff eine

Tochter, Magdalena Eliſe Lina, geb. den 27. Juli. Dem Bürger Johann Konrad Heerz ein Sohn, Rupert, geb. den 31. Juli. Dem Buͤrger und Schuhmachermeiſter Johannes Ritter ein Sohn, Karl Heinrich Emil, geb. den 2. Auguſt. Dem Bürger und Maurer Jakob Schönhals eine Tochter, Eliſabethe, geb. den 9. Auguſt. Dem Bürger und Bäckermeiſter Joh. Tobias Vonéiff eine Tochter, Maria Dorothea Amalia, geb. den 28. Juli. f Beerdigte: Eliſabetha Oehler, alt 6 Monate, 7 den 15. Auguſt. Anna Margaretha Kreuder, des weiland Georg Adam Kreuder, Buͤrgers und Rothgerbermeiſters dahier, hinter laſſene Wittwe, alt 65 Jahre, t den 19. Auguſt. Jakob Heidt, des Bürgers und Metzgermeiſters Joh. Georg Heidt ehelicher Sohn, alt 6 Jahre, 5 den 20. Auguſt. . Eliſabetha Alles, des Kaspar Alles, Bürgers Schloſſer- und Eichmeiſters, Ehefrau, alt 41 Jahre, 1 den 25. Auguſt.

NM Grünberg, am 9. Oktober 1847.

Gattung.

Aufgefahren Verkauft wurden wurden

(Mltr.)(Mltr.)

Mittelpreiſe .

W 100 80 o 90 85 Gee 90 70 Dafeßxß 50 45 Roggenmehl. 5 Kartoffeln

AS SI

NB In Grünberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 190

Gerſte 170, und Hafer 120 Pfund gerechnet.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

S ν e ννιανον

Ediect'elladung.

(16210 Nach in hieſigem Gerichtshypotheken⸗ buche noch offen ſtehenden Verpfändungs⸗Ein⸗ trägen entliehen 1) Martin Simon von Rüdingshauſen laut Obligation vom 27. April 1818 bei dem geiſtlichen Landkaſten zu Gießen 150 fl., 2) Johann Heinrich Groh von Unterſeibertenrod laut Obligation vom 20. September 1799 bei dem Lohmüller Kratz zu Oberohmen 160 fl., 3) Johann Konrad Schmidt von Wetterfeld laut Obligation vom 16. Juli 1808 bei Johannes Deſch daſelbſt 71 fl., 4) Johannes Deſch II.

von Wetterfeld laut Obligation vom 13. Februar 1836 resp. 1841 bei der Spar⸗ und Leihkaſſe zu Laubach 100 fl., und 5) Johan⸗ nes Neeb von Grünberg laut Obligation vom 14. April 1840 bei der Haberkorn'ſchen Stiftung zu Gießen 100 fl., und ſollen dieſe Capitalien längſt wieder abgetragen, die hier über errichteten Urkunden aber verloren ge gangen ſein.

Außerdem verkauften Peter Seipp und deſſen Kinder zu Rüddingshauſen im Jahre 1844 an Johannes Müller von Höingen Unter Andern 19 Grundſtücke, über welche ein Grundbuchsauszug in der Regiſtratur hieſigen Landgerichts zu Jedermanns Einſicht offen liegt, vermochten jedoch hierüber wegen Fehlens des alten Pag. und Nr. 5 des Flurbuchs das Eigenthum urkundlich nicht nachzuweiſen und konnte deßhalb auch von Seiten des Gerichts bei Beſtätigung des Kaufbriefs nicht für deren Pfandfreiheit gehaftet werden.

Um nun dieſe Anſtände zu beſeitigen und die Eingangs erwähnten Verpfändungen löſchen zu können, werden auf Antrag der ſämmt. lichen Betheiligten alle diejenigen, welche noch Anſprüche an die erwähnten Kapitalien resp. Eigenthums- oder Pfandanſprüche an die be⸗ treffenden Grundſtücke des Peter Seipp und deſſen Kinder bilden können, hiermit aufge⸗ fordert, ſolche ſogewiß binnen 6 Wochen bei dem unterzeichneten Landgerichte geltend zu machen, als anſonſt die fraglichen Verpfän⸗ dungen für erloſchen erkannt und die Pfand⸗ einträge in dem Hypothekenbuche gelöſcht, resp. die bier in Rede ſtehenden Grundſtücke des Peter Seipp und deſſen Kinder als pfand⸗ freies Eigenthum derſelben angeſehen werden und der betreffende Kaufbrief hiernach unbe⸗ dingt beſtätigt werden wird.

Grünberg den 13. September 1847.

Großh. Heſſ. Landgericht daf. Welcker. Dr. Ortwein.