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unter ihnen wühlte das Waſſer die Fundamente ihrer Häuſer auf, daß ſie in jeder Minute gewartig ſein mußten, daß ſie einſtürzten. Herzzerreißendes Angſtgeſchrei ließ ſich weit und breit hören. Manche Häuſer ſtürzten ein und begruben die unglücklichen Bewohner in den brauſenden Wellen; manche Leute ſaßen auf den Balken ihrer Häuſer, auf die ſie ſich, als ſie einſtürzten, gerettet hatten, und ſchwammen ſo hülflos herum, den unvermeidlichen Tod vor den Augen. Selbſt die beherzteſten Schiffer waren nicht im Stande der wild daher brauſenden Fluth zu widerſtreben und das Ret— tungsmittel mit Erfolg zu treiben.— Es war, da manche Dämme gebrochen waren, ſelbſt die Gefahr nicht ferne, daß der Rhein ſich ein anderes Bett wühle. Bald wurde das Unglück unterhalb Cleve noch größer; deun an der Spoy, etwa eine Stunde tiefer als Cleve, brach wieder ein Damm und es riß das Waſſer Alles mit ſich fort, Häuſer, Hütten, Menſchen und Vieh.
Unfern dieſer Stelle ſtand das Haus der Wittwe Sebus, das ſie mit ihrer Tochter Johanna und einer Wittwe van Beek nebſt ihren drei Kinderchen bewohnte.
(Fortſetzung folgt.)
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der unentbehrlichſten Lebensmittel hervorgerufen worden iſt und noch herbeigeführt werden wird. So hat ſich auch u. A. zu Hungen ein Verein gebildet, welcher unter der Leitung der Herren Steuer-Commiſſär Hunſinger, Rent⸗ amtmann Kießling und Kreisſecretär Schaaf ſehr um— ſichtig zu Werke geht. Genannte Herren haben in alle Orte des Kreiſes Hungen an geeignete Damen und Herrn Erſuchen um milde Beiträge zur zweckmäßigen Zirkulation geſendet, auf die wir uns hier kurzer Hand aufmerkſam zu machen erlauben, überzeugt, daß das Reſultat der Sammlung den Beweiß liefern wird, daß die Nächſtenliebe allgemeiner iſt, als manche ängſtliche Gemüther wähnen.
Zur Nachricht.
Denjenigen Bewohnern Friedbergs, welche die Liſte zur Unterſchrift für Beiträge zur Gründung einer Suppen— anſt alt aus Verſehen nicht zugekommen ſein ſollte, wird bemerkt, daß eine Liſte auf Großh. Bürgermeiſterei auf— liegt und daß zur Berathung über die zu treffenden
Wohl dem, der ſich des Dürftigen annimmt.
(Pf. 41, 2.9
Es iſt erfreuend, wie man überall bemüht iſt, der Noth zu ſteuern, welche durch die ungewöhnliche Theurung
Maaßregeln eine Zuſammenkunft Sonnabend den 9. d. M., Nachmittags 3 Uhr, auf dem Rathhauſe dahier ſtatt hat.
Friedberg den 4. Januar 1847.
Löw. Bender
n Dr. Fertſch. Dr. Renner. Mayer Hirſch. Anſelmo Lindheimer. H. Salzmann III.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
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Bekanntmachung.
(3) Forderungen an den nur unter der Rechtswohlthat des Geſetzes und Inventars von den Inteſtaterben angetretene Nachlaß des Gräflich Solms Rödelheimiſchen Kammer— raths Buff in Aſſenheim ſind Freitag den 5. Februar 1837, Vormittags, bei dahieſigem Landgericht anzuzeigen, widri⸗ genfalls ſolche bei Vertheilung der Maſſe keine Berückſichtigung finden können. Friedberg am 22. Dezember 1846. Vermöge Auftrags Gr. Hofgerichts. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſiſche Landgericht Hofmann. Dr. Gilmer.
Friedberg. Arbeits verſteigerung.
(120 An den nachſtehenden Terminen ſollen folgende Arbeiten öffentlich an die Wenigſt— nehmenden verſteigert werden.
1) In Niedermörlen Dienſtag den 12. Januar . J., Vormittags um 10 Uhr, bei Gaſt⸗ wirth Möbs im Löwen, die Anfuhr der zur Unterhaltung der Straße nöthigen Steine vom Steinbruch bei Griedel,
2) In Kloppenheim Mittwoch den 13. Januar I. J., Vormittags um 11 uhr, bei Gaſt⸗ wirth Scheuerich, die Anfuhr der zur Un⸗ terhaltung der Straße von Vilbel bis zur kurheſſ. Grenze nöthigen Steine vom Stein- bruch bei Aſſenheim.
3) In Friedberg Donnerſtag den 14, Januar l. J., Vormittags um 10 Uhr, bei Gaſt⸗ wirth Hieronimus, vor dem ehemaligen Mainzertbor, der Oelfarbanſtrich von der zur Bezeichnung des Pfades für Reiter und Fußgänger an den Straßen ſtehenden Pfählen, und zwar vom I. II. III. IV. V. VI. und VII. Bauaufſehersbezirke.
4) In Altenſtadt Freitag den 15. Januar l. J., Vormittags um 11 Ubr, bei Gaſtwirth Holzapfel, der Oelfarbanſtrich an die zur
Bezeichnung des Pfades für Reiter und Fußgänger an den Straßen ſtebenden Pfählen und zwar vom VIII. IX. XI. Bauaufſehersbezirke. Friedberg den 3. Januar 1847. Der Grßh. Heſſ. Kreisbaumeiſter Stockhauſen. Holz- Verſteigerung. (19) Montag den 11. d. M, von Morgens 10 Ubr, ſollen in dem Rodheimer Gemelnde— wald Diſtrikt Grauenberg nachfolgende Hoiz— ſortimente als: 16 Stecken buchen Scheitholz,
8„** Prügelholz, 1035 Stück„ Wellen, 1875„ weiche Laubholzwellen,
24 Stämme buchen Werkholz 1086 Cu⸗ bikfuß und 1 Stamm eichen Werkholz 71 Cubik— 2 fuß enthaltend meiſtbietend an Ort und Stelle verſteigert werden. Die Zuſammenkunft findet bei den drei Eichen ſtatt. Rodheim den 4. Januar 1847. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Jacobi.
Zum Ausleihen.
(20) Aus dem Pfarrfond zu Wölfersheim liegen 2000 Gulden gegen doppelte Sicher heit zu 6 pCt., entweder ganz oder in klei— neren Summen, zum Ausleihen bereit. Luſt— tragende wollen ſich mit annehmbaren Taxa— tionen an deu unterzeichneten Kirchenvorſtand wenden. Für den Kirchenvorſtand: C. Hofmann, Allwohn, Pfarrvicar Bürgermeiſter. Verſteigerung. (21) Dienſtag den 12. d. M., Morgens 9 Uhr, wollen die Erben des verſtorbenen Rudolph Klein II. dabier, wegen Erbverthei— lung folgende Gegenſtände einer freiwilligen Verſteigerung ausſetzen: 2 fünfjabrige Zugochſen, 1 Kuh, 1 Rind, ein Wagen mit Zugehör, Pflug mit Egge,
14 Stück Schafe, Stroh, Heu und die in dem Haus vorfindlichen Mobilien. Ockſtadt den 6. Januar 1847. In Auftrag der Erben: Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Klein.
Holz⸗Verſteiger ung.
(22) Donnerſtag den 14. d. Mts., Früb 9 Uhr, werden im Wirthshauſe zum Hirſchen dahier in nachſtehender Reihenfolge verſteigert:
83½ Stecken Buchen-, 2„ Cichen⸗ v Scheitholz, 2„ Nadel⸗ 30%„ Buchen-, ö 18„ Birken- und! Prügelholz, 405 b* 5 ö 8„Buchen- und! 20 5 Stockholz, 14476 Stück Buchen-, 2500„ Cichen. und“ Wellen, 150„ Aſpen⸗
96 Kub.⸗Fuß Buchen,,
187„„ Eichen- und Werkh. endlich 1 Schichte„ 7 Wagen, 5 Laſten Allerleiholz.
Das Holz kann vorher in den Diſtrikten: Jungerwald, anderſeits der Quer⸗ ſchneiſe, Straßheimerbecken und oben an der Höbe eingeſeben werden.
Ockſtadt am 5. Januar 1847.
Freih. v. Frankenſtein'ſches Rentamt. Aherer.
Verpachtung.
(23) Donnerſtag den 14. Januar, morgens 10 Uhr, werden in bieſigem Rathhauſe in Auftrag des Herrn Kaufmann Langsdorff, dahier, deſſen Grundſtücke in Friedberger und Fauerbacher Gemarkung liegend, in vier Ab⸗ theilungen, wovon jede Abtheilung mehr als 10 Morgen hält, auf ſechs nach einander folgenden Jahren, öffentlich meiſtbietend ver⸗ pachtet. Friedberg am 4. Januar 1847. Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.


