neigen derg.
Alis d s b. 5. Sert.
zen renichtt: * Sell.
der Stadtkirche: Baut.
der Stadtlirche. Stock.
der Burgüirche⸗ leiet U.:
S eie. —
A. U J18. Aug.
Taxe 1g und Butzbach dert. 1847.
2. 85
Intelligenz-Olatt
für die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
M70.
Amtlicher Theil.
Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen
an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.
Betreffend: Die Abgabe einer Einberufungsordre an den in der VII. Compagnie des IV. Infanterieregiments ſtehenden Musketier Johann Heinrich Pfeiffer zu Münſter, Kreiſes Hungen. Der Rubrikat iſt von Haus abweſend und ſein Auf— enthaltsort nicht bekannt. Es konnte ihm daher die an ihn ergangene Einberufungsordre nicht behaͤndigt werden. Sollte Ihnen ſein Aufenthaltsort bekannt ſein, ſo haben Sie ihn zu bedeuten, daß er ſich alsbald hier zu ſistiren habe und, daß Sie ihm Dieſes bekannt gemacht, ſogleich berichtlich an⸗ zuzeigen. i Hungen den 2. September 1847. Follenius.
NMartktin richt. Hungen, am 3. September 1847.
Aufgefahrenſ Verkauft. t Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (Mltr.)(Mltr.)„.. Wasen 102 1⁵⁸ 1 50 Nee 75 71 8 19 Gerfe 45 39 6 15 Hafen 41 39 4 18 Erbſen—. 1 3
Kartoffelnlnn—. Grünberg, am 4. September 1847.
Waizen— 100 10 30 Korn— 80 8 30 Beier— 70 5 50 Haff; dog.— 40 4 40 Meß;———— Erben————
Judenwörter in der Wetterau. (Nachleſe zu Intelligenzblatt 1846 Nr. 74.).
2. Das Schikzchen, Schikzel, Schikzelchen. So ſchreibt man die Wörter, welche in der Volkssprache bei Juden wie Chriſten Schiks che, Schikſel, Schikſelche
Mittwoch, den 8. September
1847.
lauten und bei den Juden das Chriſtenmädchen bedeuten, von den Chriſten aber gleichſam ſpottweiſe auf das Juden— mädchen übergetragen werden. Schikzchen und Schik— zel ſind in den Endſylben-chen und»el einfache Verkleine⸗ rungswörter, Schikzelchen aber iſt in-elchen doppeltes Verkleinerungswort von dem jüdiſchen Worte Schikſe, welches, da es in hebräiſchen Buchſtaben schikzah lautet, Schikze zu ſchreiben und zu ſprechen iſt und das Chriſten⸗ mädchen bedeutet. Dieſes Wort Schikze iſt abgeleitet von: der Schekez, welches in der gemeinen Judenſprache schä⸗ jez(schäi-ez) geſprochen und als Benennung des Chriſten⸗ knaben gebraucht wird“); hebräiſch aber iſt schekez ſo viel als Greuel, Abſchen, von hebräiſch schikkaz verabſcheuen (beſonders das, was als levitiſch unrein angeſehen wird). Man ſieht, die Ausdrücke Schekez für den Chriſtenknaben, und Schikze, Schikzchen, Schikzel, Schikzelchen für das Chriſtenmädchen ſtammen noch aus den Zeiten her, in welchem dem Juden das Nichtjüdiſche verabſcheuungs— würdig oder ein Greuel war.
23. Der Broche(mit langem o), d. i. der Segen; dann auch bei den Juden das bei Gelegenheit einer Hand— lung, z. B. des Schächtens ꝛc. ꝛc., geſprochene,„Segen genannte, Gebet. Das Wort iſt gemeinjüdiſche Ausſprache des hebräiſchen: die berachah Segen, v. hebräiſch barach die Knie beugen, ſegnen. Wetterauiſch ſpricht man Brouche aus und gebraucht es in den Redensarten:„Es iſt kein Broche dran,“ wenn man von einem Gegenſtande(Men— ſchen, Thiere, einer Sache) ſagen will, es ſei nichts an ihm, er ſei ohne Gehalt, Tüchtigkeit;„den Broche von etwas haben,“ d. i. in verſtecktem Spotte ſo viel als: nichts dar— auf geben, keinen Vortheil von etwas ſehen oder erwarten.
24. ſchächten, d. i. nach jüdiſcher Prieſtervorſchrift ſchlachten. Von hebräiſch schachat ſchlachten.
25. Pſchores, d. i. was man bei etwas auf nicht ganz ehrliche Weiſe heimlich für ſich als Gewinn zieht“) Die— ſes jüdiſche Wort iſt ähnlich neben dem juͤdiſch-rabbiniſchen Worte: die pscharah(gemein- jüdiſch geleſen pschôre), d. i. Vergleich, gebildet, wie kapores neben kapore(. 62), und„pschôre machen“ ſagen die Juden anſtatt„einen Vergleich machen.“ Uebrigens iſt psharah abgeleitet von jüdiſch rabbiniſch pischér Streitigkeiten beilegen, ſtreitige
) Vgl. Joh. Jac. Schudt's jüdiſche Merkwürdigkeiten(Frankfurth und Leipzig 1714.) 2. Tol. 2. Abthl. S. 240. ) Vgl. Schmellers baieriſches Wörterbuch 3. Thl. S. 396.


