Ausgabe 
5.5.1847
 
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238, binnen 144 Tagen bis auf 134, binnen 180 Tagen bis auf 518, binnen 216 Tagen(ſieben Monate) endlich

Der Großherzoglich Heſſiſche f Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes.

Betreffend: Die dermalige Theurung, und den hierdurch herbeigeführten Nothſtand, nunmehr die deßfalls nöthige möglichſte Be⸗ ſchränkung der Gemeinde- Ausgaben.

Da die Gemeinden bei der anhaltenden Theurung durch die Unterhaltung und Unterſtützung ihrer bedürftigen Anhorigen zu nicht unbedeutenden Opfern genöthigt werden, ſo werden Sie ſich angelegen ſein laſſen, bei allen übrigen Gemeindeausgaben ſoviel als möglich zu erſparen und ſolche auf das allernothwendigſte zu beſchränken. Dieſe Rückſicht werden Sie auch bei Aufſtellung der Gemeindevoranſchlägen für 1848 beachten.

Grünberg den 29. April 1847.

Sur er.

Vermehrung der Mäuſe.

Die in Nro. 28. d. Bl. enthaltene Anfrage: bis auf welche Zahl die in dem Winterfelde der Gemarkung Petter weil getödteten 4000 Stück Mäuſe binnen ſieben Monaten in gewöhnlicher Weiſe ſich wohl vermehrt haben würden? iſt durch die verehrliche Redaction d. Bl. ſogleich dahin be⸗ antwortet worden, daß, da man annehmen könne, daß die im Frühjahre vorhandenen Mäuſe bis zum Herbſte wenig ſtens fünfmal, und zwar jedesmal im Durchſchnitte 6 Junge würfen, die erwähnten 2000 Paare bis dahin ſich um wenig⸗ ſtens 60,000 Jungen vermehrt haben würden. Bei dieſer Berechnung iſt jedoch die weitere Vermehrung dieſer Jungen ſelbſt, ſowie die abermalige Vermehrung der Jungen dieſer letzteren u. ſ. w. gänzlich unberückſichtigt geblieben. In einem im Jahre 1832(in Commiſſion bei Hofbuchhändler Pabſt in Darmſtadt) von mir herausgegebenen Druckſchrift chen:Die Beeinträchtigungen des Ackerbaues ꝛc. durch das beſtehende Jagdweſen- habe ich(Seite 11) unter anderem nachgewieſen, daß, wenn jedes Mäuſe⸗ paar monatlich 8 Junge erzeugte, dieſe aber in einem Alter von anderthalb Monaten abermals Junge zur Welt brächten), die Geſammtnachkommenſchaft von einem einzigen Paare in einem halben Jahre ſich ſchon auf 2162, in ſieben Monaten auf 7706, in acht Monaten hingegegen bereits auf 25,186 Stück belaufen würde. Hiernach wurden unter begünſtigenden Umſtänden obige 4000 Stück Mäuſe innerhalb ſieben Monaten ſelbſt bis auf 15 Millionen 412 tauſend ſich haben vermehren können, welche allerdings faſt unglaubliche, wie wohl leider nur zu häufig durch die Er⸗ fahrung ſich beſtätigende Vermehrung der Feldmäuſe man

früher ſo wenig ſich zu erklären vermochte, daß man die

Hervorbringung einer ſolchen Menge von Mäuſen faſt all⸗ gemein den Hexen zuzuſchreiben pflegte. Aber ſelbſt auch die Zwiſchenzeit, binnen welcher die Mäuſe Junge zu werfen pflegen, auf 36 Tage, das Alter einer zum erſten male Junge zur Welt bringenden Maus aber auf 48 Tage, ſowie die mittlere Anzahl der jedesmaligen Jungen gleichfalls nur auf 6 geſetzt, würde nichts deſto weniger ein einziges Mäuſepaar binnen 108 Tagen bereits bis auf

) Wir bezweifeln, daß dieſe Annahme richtig iſt, da in allen uns be⸗ kannten Naturgeſchichten angegeben wird, daß die junge Maus erſt nach 8 Monaten völlig ausgewachſen und fähig ſei, ihre Art fort⸗ 1 Demnach könnte höchſtens die erſte Hecke ſich noch in demſelben Jahre fortpflanzen.

e Die Redgetion.

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bis auf 1412 Stück ſich vermehren, ſo daß bei Annahme auch nur dieſer weniger raſchen Fortpflanzungsweiſe jene 4000 Stück Mäuſe doch gleichwohl nach ſieben Monaten bereits 2 Millionen 824 tauſend hervorgebracht haben würden. Welcher Berechnungsweiſe man indeſſen auch hier beipflichten möge: ſo viel ſteht feſt, daß die im Frühjahre ſelbſt auch nur ſpärlich vorhandenen Feldmäuſe bis in's Ungeheure ſich zu ver mehren im Stande ſind, und daß es deßhalb ſehr rathſam iſt, die Vertilgung derſelben ſo zeitig als möglich vorzu nehmen. Petterweil im April 1847. 5 H. C. Flick.

Ueberſicht

über das in den letzten drei Jahren von den Metzgern

in Friedberg geſchlachtete und verkaufte Vieh: 1844 1845 1846 Ochſen 350 352 353 Kühe 123 123 109 Rinder 29 21 56 Stiere 5 3 15 Hämmel 854 833 Schafe 194 380 561 Ziegen 7 9 9 Kälber 947 1219 Schweine 2102 2146 Rechnet man nun:

einen Ochſen im Durchſchnitte 550 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 12 kr.,

eine Kuh im Durchſchnitte 250 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 9 kr.,

ein Rind im Durchſchnitte 200 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 8 kr., a

einen Stier im Durchſchnitte 250 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 8 kr,

einen Hammel im Durchſchnitte 40 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 8 kr.,

ein Schaf im Durchſchnitte 30 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 6 kr., 8

eine Ziege im Durchſchnitte 30 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 5 kr.,

ein Kalb im Durchſchnitte 40 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 6 ½ kr., a i 8

ein Schwein im Durchſchnitte 140 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 12 kr.,

ſo ergibt ſich, daß im vergangenen Jahre dahier 533 Stück

ſog. Großvieh und 5330 Stück Kleinvieh im Gewichte von

669,450 Pfd. und im Werthe von Einmal Hundert

ein und zwanzig Tauſend acht Hundert und drei

und ſechzig Gulden conſumirt worden ſind. Friedberg im Februar 1847.

Dr. Ritzel, Thierarzt und Fleiſchbeſchauer.

Kirchenbuchsauszug vom Februar 1847. Friedberg. a Getraut e: 11. Philipp Konrad Kopp, Burger und Handelsmann da⸗

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