Ausgabe 
4.12.1847
 
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Rührend war es, den greiſen Lehrer hier mit freund lichen Blicken unter ſeinen dankbaren, vor Freude ſtrahlenden Schülern umhergehen zu ſehen und zu hören, wie ſie von alten Zeiten ſprachen und glücklich waren in der Erinnerung an die froh verlebte Jugendzeit.

Daß auch der Armen gedacht wurde, bedarf wohl

keiner Erwähnung und ſo endigte dieſes ſeltene Feſt, durch

welches die dankbare Stadt ſich und den Jubilar gleich hoch ehrte.

Friedberg den 3. December 1847.

Eine freudige Erſcheinung in hieſiger Stadt iſt die Theatergeſell

ſchaft des Herrn von Ho xar, welche ſeit einigen Tagen hier Vorſtellungen

gibt. Am letzten Mittwoch wohnten wir einer ſolchen Vorſtellung bei und verließen ſehr befriedigt das nicht ſehr überfüllte Haus. Es kam zur Aufführung: Erziehungs reſultate, Luſtſpiel von C. Blum und der Pole und ſein Kind von Holtey. Es iſt nicht unſere Abſicht hier eine Kritik der beiden Stücke zu geben, ſondern wir wollen nur Einiges über die Aufführung derſelben bemerken. Die Aufführung des erſten Stücks iſt eine ſehr gelungene zu nennen. Fräulein Beil(Margaretha) hatte ihre Rolle richtig aufgefaßt und führte ſie trefflich durch. Wir geben der Hanauer Zeitung recht, wenn ſie dieſelbe eine angenehme Er⸗ ſcheinung auf der Bühne nennt, denn ſie erſchien auch uns als ſolche in dieſer Vorſtellung. Sie iſt ganz dazu geſchaffen, in naiven Rollen zu entzücken. Auch die übrigen Perſonen ſpielten gut; beſonders müſſen wir Herrn Herrmann(Florbach) und Frau von Hoxar(Henriette) her⸗ vorheben. Andere Rollen, wie die des Hauptmann Rheinfels, ſind lang⸗ weilig und undankbar und als ſolche wurden ſie richtig dargeſtellt. Auch das zweite Stück erregte, namentlich in der erſten Hälfte, allgemeine Hei⸗ terkeit, wenn die Muſik auch nicht von Lortzing war. Herr Rähmel (Kugellauf), Herr Feiſtel(Jakob) und Frau Haine(Mamſell Winkel- mann) gewannen durch ihr Spiel allgemeinen Beifall. Dem ganzen Perſonal müſſen wir das Lob ertheilen, daß Tüchtiges von ihm geleiſtet werden kann, wenn jede Kraft an ihren richtigen Platz geſtellt wird. Bedauern müſſen wir, daß das Theater ſchlecht beſucht war, wie es doch die Geſellſchaft nicht verdiente; namentlich vermißten wir das ſchöne Ge⸗

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ſchlecht faſt ganz, aus welcher Urſache, iſt unbekannt; doch hoffen wir für die Folge auch darin befriedigt zu werden, wozu Herr von Ho xar gewiß das Seinige thun wird. Schließlich dürfen wir einer Hauptperſon unſern Dank nicht verſagen, die ihr gutes Organ recht kräftig benutzte; aber ihre Rolle falſch auffaßte; fie hat nämlich nicht bedacht, daß man ſte nicht unter einen Kaſten ſetzen würde, wenn man ſie ſo deutlich hören wollte. Auch ſind wir geneigt, wenn dieſe Perſon gern gehört ſein will, ihrem Benefiz beizuwohnen und ſie allein anzuhören.

Einladung.

Sonntag den 5. December, Nachmittags 3 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhausſaale der Statutenentwurf für das Schiedsmannsinſtitut der Stadt Friedberg, zur Unter ſchrift vorgelegt werden und ladet der Unterzeichnete alle Dieje nigen, welche ſich für das zu gründende Inſtitut intereſſiren, zu recht zahlreicher Betheiligung an der Mitgliedſchaft deſſelben urkundlich dieſes ein.

Friedberg den 30. November 1847.

Namens der Redaktions-Commiſſion

Trapp III. Markt,. Friedberg, am 1. December 1847. 8 Aufgefahrenſ Verkauft 5 5 Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (Mltr.(Mltr.) fi. Ar. Waizen 138 104% 11 75 Korn 121 87 8 39 Gerſten, 106 634 6 37 Hafer 5 73 42 5 1 been 1 Kartoffeln 8 8 1 50

NB. In Friedberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 190, Gerſte 170, Hafer 120 und Kartoffeln 240 Pfund gerechnet.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

N ινν

Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Hand arbeiter.

(1741) Bei den Erdarbeiten in der Section

Butzbach finden Handarbeiter an mehreren Stellen dauernde Beſchäftigung mit einem Verdienſte von gegen 50 Kreuzern in der Regel. An dem Einſchnitte im Gambacher Wald iſt eine Baracke mit Schlafſtätten und eine Speiſeanſtalt zur Benutzung für Fremde errichtet. Butzbach den 15. Oktober 1847. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Butzbach. Me peer.

300 Gulden

(1955) liegen in dem Kirchenkaſten zu Rodheim, Kreis Friedberg, zum Ausleihen bereit. Rodheim den 21. November 1847. Der Kirchenvorſtand: Linß, Pfarrvicar.

Bekanntmachung.

(4976) Montag den 6. Dezember l. J., Morgens 11 Uhr, und die zwei folgenden Tage laſſen die Erben des verlebten Herzogl. Naſſ. Oberjägermeiſters Freiherr ron Bibra zu

Weilburg, wegen Aufgabe der Oekonomie, ihr

auf dem Burghof zu Cleeberg befindliches In ventar durch den unterzeichneten Schultheißen öffentlich meiſtbietend, freiwillig verſteigern und zwar: am 6. Dezember: circa 40 Achtel Waizen,

40 Korn, 7 8 7. Gerſte, 3 Hafer,

150 Zentner Heu,

7 120 Grummet, 12 Fuder Waizen, 18Roggen=, 5 4. Gerſten⸗, 8 Haferſtroh,

120 Körbe Spreu von obigem Geſtroͤh,

ein Quantum Kartoffeln, Kohlraben, Run- kel⸗ und gelbe Rüben,

mehrere Branntwein⸗Waagen,

zwei Oekonomie Pferde mit Geſchirr,

drei Kühe, ein Rind und ein Kalb; (Fortſetzung den 7. Dezember)

vier vollſtändige ausgerüſtete Oekonomie Wagen, einen zweiſpännigen Karrn, fünf Pfluͤge, zwei eiſerne und eine hölzerne Egge mit Schlitten, eine Ackerwalze, eine bedeutende Quantität vorzüglich trock⸗ nes Wagnerholz aller Art und eine Parthie Faßtauben,

eine Quantität Brennholz und einige Hun⸗ dert Wellen, d

verſchiedene Erndte⸗, Dreſch⸗ und Stall⸗ Utenſilien,

eine Kelter,

eine faſt neue Heblade mit Zugehör,

eine Häckſel⸗ und Rüben⸗Schneidmaſchine,

etliche Hundert Hopfen und Bohnenſtangen

und circa 25 Stück Pferch⸗Horten, eine Parthie Dielen von Nuß- und Kirſch bäumen, (Fortſetzung den 8. Dezember)

ein ganz neuer Schlitten mit vollſtändigem Pelzwerk,

eine ein- und zweiſpännige elegante Chaiſe,

alsdann Hausmobilien aller Art, wobei ſich

ein faſt neues Sopha mit Roßhaaren ge polſtert und ſonſtige elegante Mobilien befinden.

Die Verſteigerung findet auf dem Burghof zu Cleeberg ſtatt, wo die Bedingungen eröff⸗ net werden. Ferner wird zugleich bemerkt, daß ſämmtliches Vieh nur gegen gleich baare Zahlung abgegeben wird, auch unbekannte

Steigerer einen inländiſchen Bürgen für ihre

ſonſtigen erſteigerten Effecten zu ſtellen haben. Cleeberg bei Butzbach den 2. Nov. 1847. Viehmann, Schultheis.

Bekanntmachung.

(1961) Montag den 13. k. M., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll der Dünger in den Senkgruben der beiden Caſernen, ſowie des Hauptwache-Gebäudes dahier, auf das Jahr 1848 in dem Bureau des Bataillonsverwal⸗ tungsraths auf dem Soumiſſionsweg an den Meiſtbietenden vergeben werden. Dieß den

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