Ausgabe 
4.12.1847
 
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unibus für Bildung, artwiſſerſchaften Deiſtand und zur mer Bildung.

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ntelligenz-Blatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg. Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

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Feiec es 30 jährigen Dienſtjubiläums des Gr. Heſſ. Iten Stadtpfarrers und geiſtlichen Inſpectors Stein⸗ berger zu Butzbach.)

Der 5. November d. J. war der Tag, an welchem der Gr. Inſpector Steinberger 50 Jahre zu Butzbach als Lehrer und Geiſtlicher wirkte, Obgleich derſelbe die⸗ ſen Tag in der Stille und höchſtens im Kreiſe ſeiner Familie zu begehenn wünſchte, konnte er doch nicht umhin, dem Ver⸗ langen der Stadt nachzugeben und ihn nach trefflicher An⸗ ordnung der gewählten Feſtordner feiern zu laſſen. Ein⸗ ſender dieſes glaubt im allgemeinen Intereſſe zu handeln, wenn er dieſes ebenſs ſchöne als ſeltene Feſt hier in Kurzem ſchildert.

Am 4. November, Nachmittags um 3 Uhr, wurde es durch Glockengeläute angekündigt und während deſſelben überreichte der Stadtvorſtand dem Jubilar das, durch Kalli⸗ graphie und Eleganz gleich ausgezeichnete Diplom, durch welches ſeine Aufnahme als Ehrenbürger der Stadt ausge⸗ ſprochen wurde. Gleichzeitig überreichten ihm dankbare Nach⸗ barsleute, Schüler und ſeine Kinder werthvolle Geſchenke ꝛc. Abends um 8 Uhr wurde ihm von dem kirchlichen, dem Geſangverein Orpheus und Muſikverein eine Nachtmuſik bei Beleuchtung durch unzählige, in den verſchiedenſten Far ben prangende Laternen gebracht und als, nach eben ſo ſchön geſetzter, als kräftig geſprochener Anrede durch Herrn Collec⸗ tor Kuhl dem Jubilar ein Lebehoch gebracht wurde, ſtimmten Hunderte freudig mit ein, was ſich wiederholte, nachdem Derſelbe, ſowie Einige ſeiner Angehörigen die verſammelte Menge mit dankenden und erhebenden Worten angeredet batten. Unter den vorgetragenen Geſangſtücken zeichnete ſich das, von Herrn Dr. Carriere gedichtete und von Herrn Rektor Algeyer componirte Lied durch Gemüth und Leichtigkeit aus. Die unzählbare Menge ging, gewiß im höchſten Grade vergnügt und befriedigt auseinander, die Vereine aber ſammelten ſich in dem Gaſthauſe des Herrn Becker und leerten auf das Wohl des Jubilars unter heitern Scherzen manch volles Glas.

Am Morgen des 5. November verſammelten ſich die Lehrer nebſt der Schuljugend vor der Wohnung des Jubilars

) Es ſind uns von drei verſchiedenen Seiten Beſchreibungen dieſes Feſtes zugekommen; wir wählen die aus führlichſte für unſer Blatt und danken den beiden andern Verfaſſern für Ihre gütige Bemühung.

Die Redaktion.

onnabend, den 4. Dezember

und brachten ihm nach Abſingung einiger Lieder ihre Glück⸗ wünſche dar, ſowie auch manche recht ſchöne, dem Tage eniſprechende Gedichte. Um 10 Uhr beglückwünſchten die Geiſtlichen des Decanats und der Großh. Superintendent der Provinz Oberheſſen den Jubilar in ſeiner Wohnung und begleiteten ihn in die Kirche, in welcher ſchon eine un⸗ überſehbare Menſchenmenge verſammelt war, die ſich zum Theile in feierlichem Zuge von dem Rathhauſe mit den Vor⸗ ſtänden der Stadt, der Kirche und der Schulen und den Staatsdienern dorthin begeben hatte.

Nach Abſingung mehrerer Lieder, theils durch die Ge⸗ meinde, theils durch die verſchiedenen Geſangvereine unter Begleitung des Muſikvereins, hielt der Gr. Pfarrer Klingel⸗ höfer eine ſchöne und ergreifende Altarrede und las aus der, dem Jubilar von den Geiſtlichen überreichten Prachtbibel einen paſſenden, der Feier entſprechenden Abſchnitt vor. Hierauf wurde ein von Herrn Dr. Carriere gedichtetes und von Herrn Lehrer Albach componirtes Feſtlied abgeſungen und der greiſe Jubilar predigte alsdann, zwar ſehr geruͤhrt und er griffen, aber doch gefaßt und zur allgemeinen Befriedigung der Verſammlung. Nachdem nun noch der Damenverein mit zarter melodiſcher Stimme ein Lled vorgetragen, redete von dem Altare der Großh. Decan Blumhof den Jubilar an, hob ſeine vielfältigen Verdienſte um die Schulen, die Kirche und um die verſchiedenen geiſtlicheu und weltlichen Fonds der Stadt hervor, gedachte lobend ſeines ſtets regen Eifers und ſeines ſegensreichen Wirkens und nachdem in ähnlichem Sinne der Gr. Superintendent Simon geſprochen, verlas Letzterer ein Allerhöchſtes Deeret, durch welches der Jubilar zum Kirchenrath ernannt wurde und ſchloß den feierlichen Gottesdienſt mit dem Segen. Sämmtliche Vorſtände, ſowie die Staatsdiener, an deren Spitze der Gr. Kreisrath des Kreiſes Friedberg, beglückwünſchten hier⸗ auf den Jubilar in ſeiner Wohnung und um 2 Uhr Nach⸗ mittags wurde er zum Feſteſſen in denHeſſiſchen Hof, abgeholt, welches in materieller, ſowie in intellectueller Hin⸗ ſicht in der Art ſich auszeichnete, daß jede nähere Beſchrei bung deſſelben hier unmöglich iſt.

Abends war Feſtball, bei welchem die größte Heiter keit und Eintracht herrſchte. Auch der Jubilar wohnte dem⸗ ſelben einige Stunden bei und hatte fur die meiſten Theil nehmer freundliche Worte.

Acht Tage ſpäter bereitete der Jubilar ſeinen zahl reichen Schülern, von denen die älteſten 63, die jüngſten 49 Jahre zahlen, einen vergnügten Abend im Heſſiſchen Hofe.