Ausgabe 
2.1.1847
 
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Friedberg und

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ntelligenz-Blatt

ſür die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Du.Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen wird im Jahre 1847, ganz in derſelben Weiſe wie im Jahre 1830, wöchentlich

zweimal(Mittwochs und Samſtags) erſcheinen Der Abonnementspreis, welcher ſtets % Jahr 40 rer

beziehen.

is bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei mir, wie bisher, 5 i durch alle Poſtverwaltungen des Groſherzogthums Heften iſt das Jutelligenz⸗ Blatt, erkügung des hochlöblichen Oberpoſtamts zu Darmſtadt, pr. Jahr fur 1 fl. 24 kr.

für 1 Jahr 1 fl. 12 25 nach einer und pr. Semeſter für 48 kr. zu

Di Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile 4 kr., für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.

Ein Beleg wird mit 2. kr. berechnet. Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate,

Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei mir eingehen,

nden in dem

welche ich von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend erhalte, werden in

das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen. Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt angenommen.

Friedberg.

C. Bindernagel.

Amtlicher Theil e Oeffentliche Bekanntmachung.

die beſtehende Beſtimmung, daß Diejenigen, welche

ein Darlehn aus dem Mathildenſtifte ſuchen, ſich mit den betr. Schuldſcheinen an dem Zahltage vor 11 Uhr Vormit⸗ tags an der Kaſſe einzufinden haben, ſcheint in Vergeſſen⸗ heit gerathen zu ſein und wird hiermit eingeſchärft.

Zugleich wird in Erinnerung gebracht, daß während der Monate Januar und Juli zwei Zahltage, Mittwoch und Samſtag, abgehalten werden. Da jedoch oft der Andrang an einem dieſer Tage zum Nachtheil der Kaſſe und der Anſuchenden zu ſtark iſt, erſchien die Einrichtung zweckmäßig, daß am Mittwoch die Bewohner der Landgerichts⸗ Bezirke Rödelheim und am Samſtag die Bewohner des Landgerichts⸗Bezirks Butzbach vorzugsweiſe vorkommen.

Die Bethelligten ſind aufgefordert, ſich hiernach zu bemeſſen und die Gr. Bürgermeiſter angewieſen, dies in Ihren Gemeinden bekannt zu machen.

Friedberg den 30. Dezember 1846.

Der Großh. Heſſ. Kreisrath. des Kreiſes Friedberg als Präſident des Mathildenſtifts Küchler.

ä

Zur wetterauer Chronik.

Neue Soolquelle bei Nauheim. In der Nähe der kurfürſtl. heſſ. Saline Nauheim hat ſich in der ſtürmiſchen Nacht vom 21. 22. Dezember durch die Röhre eines alten, ſeit vier Jahren verlaſſenen arteſi⸗ f ine neue mächtige Sbolquelle Bahn

ſchen Borverſuchs ei gebrochen, die an Wärme, an Salz und Gasgehalt die

beßten bisherigen, einige hundert Schritte davon entfernten, Quellen überkrifft und dabei mehr Soole liefert, als allet übrigen zuſammen genommen. Während der Weihnachts⸗ feiertage war eine foͤrmliche Wallfahrt aus der Umgegend nach dem ſchoͤnen Chriſtgeſchenke, das in Geſtalt einer imi⸗ poſanten mehr als mannsdicken Schaumpyramide bei 4 Fuß über die Erdoberfläche ſpringt. Sachverſtändige ſollen behauptet haben, man würde in der Nähe von dem großh. heſſ. Dorfe Wiſſelsheim, wo früher bekanntlich eine Saline im Gange war, eine gleiche Quelle erbohren können. Die Sache wäre eines Verſuchs um ſo mehr werth, als zur Hebung der Badeanſtalt in eauheim gar wenig bis jetz geſchehen iſt.

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Einweihung der Synagoge in Friedberg Am 18. dieſes Mop ats fand hierörts ein wahrhaft Geiſt und Gemüth erhebendes Feſt ſtatt, nämlich die Einweihung der Synagoge der israelitiſchen Religionsgemeinde dahier, an welchem ſich der größere Theil der hieſigen Einwohner, ohne Unterſchied in Stand und Glauben, mit einer Huma⸗ nität, betheiligte, die in weitern Kreiſen bekannt zu werden verdient,.

Gegen 3 Uhr Nachmittags verſammelten ſich auf dem hieſigen Rathhauſe faſt ſämmtliche Honoratioren der Stadt, die Geiſtlichen in ihrem Ornate, die Civil⸗ und Militärbef amten, in ihrer Staatsuniſörm, neben den Gliedern der is raelitiſchen Gemeinde, und zogen unter vollem Glocken⸗ geläute, welches der humane, ſtädtiſche Kirchenvorſtand einſtimmig bewilligt hatte, nach dem desfalls von dem isr. Vorſtande ausgegebenen Programme, durch die Wilhelminen⸗ ſtraße in die Judengaße vor die Synagoge. Hier angelangt überreichten die vorangegangenen Mädchen, in weißen Klei⸗ dern dem Grßh. Kreisrakh Küchler den Schlüſſel der Syng goge auf einem rothen Kiſſen. Derſelbe hielt hierauf eine ſehr