Ausgabe 
25.4.1846
 
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heſſen mit 400 fl. 1 kr.; 862 fl. 56 kr. an 45 bereits in 1842 und an 259 bereits in 1843 aufgenommene Pfleg⸗ linge als erſte oder weitere Unterſtützung), Verwaltungs- koſten 644 fl. 14 kr.(Bureaukoſten 514 fl. 46, Honorar des Rechners 75 fl., Hebgebühren 54 fl. 154 kr.), unein⸗ bringliche Beiträge 97 fl. 42 kr.(in Starkenburg 51 fl. 9, Oberheſſen 35 fl. 15, Rheinheſſen 11 fl. 18 kr.). Ein⸗ nahme und Ausgabe verglichen verbleiben Caſſevorrath fuͤr 1845: 924 fl. 48 kr. Hiernach ſind an beſonderen Gaben 221 fl. 33 kr. weniger, an Beiträgen von Vereins⸗ mitgliedern dagegen 49 fl. 35 kr. mehr als 1843 einge⸗ gangen. Ferner wurde die Einnahme dadurch bedeutend vermehrt, daß Grßh. Miniſterium des Innern und der Juſtiz auf Antrag der Vereins-Centralbehörde für 1844 und die folgenden Jahre bis auf weitere Verfugung 2000 fl. ſtatt der bisherigen 1500 fl. aus dem oben bemerkten mil⸗ den Fonds bewilligte.

Specielle tabellariſche Ueberſichten geben genaue Nachweiſungen über die Aufführung und theilweiſe weitere Unterſtützung nach Bedürftigkeit, Würdigkeit und Zweck⸗ mäßigkeit der 1842 und 1843 aufgenommenen 45 und 259 Vereinspfleglinge. Es ſind von dieſen 304 Pfleglingen 103 ausgefallen und zwar 17 wegen erfolgten Todes, 3 durch Auswanderung, 23 durch Entfernung, 24 als beharrlich auf gutem Wege der Aufſicht entlaſſen, 19 durch Verzicht auf Unterſtützung und freiwilligen Austritt, 17 als unver⸗ beſſerlich ihrem Schicksale überlaſſen; 132 bewieſen untadel⸗ hafte Aufführung; 69 ſind ſchlecht geblieben. Als gebeſſert erſchienen von den auf üblem Wege Geweſenen 16. Schlech⸗ ter oder rückfällig ſind geworden 30.

Von den 236 im Jahre 1844 neu eingetretenen Ver⸗ einspfleglingen(215 männlichen und 21 weiblichen Ge⸗ ſchlechts), worüber eine weitere Tabelle Näheres anführt, ſtehen 26 im Alter unter 20 Jahren, 78 find 20 Jahre alt und darüber, 61 desgl. 30, 39 dgl. 40, 25 dgl. 50, 7 dgl. 60 Jahre u. darüber. Dieſe Ueberſichtstabelle gibt die Art ihrer Verbrechen, Strafen, Unterſtützungen ꝛc. ſpe⸗ ciell an. Am häufigſten wurde das Verbrechen des Dieb ſtahls und der Landſtreicherei begangen; 136 machten ſich des erſteren, 27 des letzteren ſchuldig. Auch kommt hierbei am meiſten Rückfälligkeit vor. In Abgang kommen der⸗

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malen von dieſen Pfleglingen: 11 als geſtorben, 3 wegen Auswanderung, 19 wegen Entfernung, 1 als entſchieden gut erprobt, 5 freiwillig ausgetreten, 8 als unwürdig und für Verbeſſerung hoffnungslos entlaſſen, zuſ. 47. Auf gutem Wege zeigen ſich 154; mehr oder minder tadelhaft 35.

Im Jahre 1845 gingen dem Vereine 238 Pfleglinge zu, welche bis dahin mit 1732 fl. 47 kr. materiell unter⸗ ſtützt wurden.

Nach Allem zeigt ſich, wie geſagt, die Wirkſamkeit des Vereins in 1844 nicht minder befriedigend und erfreu⸗ lich als in den Jahren 1842 und 1843. Gleiches bieten die Ergebniſſe von 1845, wie ſich jetzt ſchon mit Wahr⸗ ſcheinlichkeit vorausſehen läßt. Dieſe Reſultate eines nun⸗ mehr vierjährigen Beſtandes des Vereins ſtehen denen ähn⸗ licher Vereine in anderen Staaten nicht nur nicht nach, ſon⸗ dern überbieten ſie noch. Es würde, bemerkt der Rechen⸗ ſchaftsbericht weiter, ſich dieſes noch auffallender zeigen, wenn alle Bezirksvereins⸗Commiſſionen in Verfolgung des Vereins⸗ zwecks von der ſo nöthigen Luſt und Liebe dafür gleich beſeelt werden. Hoffentlich würden die dargelegten Reſul⸗ tate die zu ſolcher Luſt und Liebe erforderliche Ueberzeugung, was der Verein zu bewirken vermag und daß ein nachhal⸗ tiger Eifer und unerſchütterliches Streben, hierin das Mög⸗ liche zu erreichen, augenfällig und thatſächlich von hohem Erfolg gelohnt werde, recht bald allgemein herbeiführen.

Von den 1822 Vereinsmitgliedern des Jahres 1844(ſ. S. 1735 der Großh. Heſſ. Ztg. von 1844) gingen ab: durch freiwilligen Austritt 436, geſtorben 47, zuſ. 183. Gegenwärtig zählt der Verein 1645 Mitglieder, nämlich in Starkenburg 757, Oberheſſen 399, Rheinheſſen 489, welche im Ganzen einen Beitrag von 1635 fl. 56 kr. zur Vereinskaſſe zahlen. Ein ſpecielles Verzeichniß der Vor⸗ ſtände und Mitglieder der Bezirksvereins⸗Commiſſionen ward vorgelegt. Ebenſo der Voranſchlag der Verwaltungs⸗ koſten. Sie betrugen 1842: 543 fl. 37; 1843: 606 fl. 314; 1844: 514 fl. 46 kr. Es ſind veranſchlagt für 1845: 505 fl.; 1846: 635 fl. welche Erhöhung in einer noth⸗ wendigen Honorarerhöhung des Bureaugehülfen und Die⸗ ners begründet iſt. Die Verſammlung fand dabei nichts zu

erinnern. (Schluß folgt.)

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

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Bekanntmachung.

(839) Nach geſchehener Anzeige ſoll der Pfandſchein Nr. 14,255 verloren worden ſein. Es wird deshalb Derjenige, welcher denſelben beſitzt, aufgefordert, denſelben binnen einem Vierteljahr, von heute an gerechnet, an die Unterzeichneten abzugeben, oder ſeine allen⸗ fallſige Anſprüche geltend zu machen, anſonſt das Unterpfand nach Ablauf dieſer Friſt an den Einleger gegen Dublicatſchein zurückgege⸗ ben werden wird. Friedberg am 15. April 1846. Für die Pfandhaus Verwaltung Faatz. Carl Klein. Holz⸗Verſteigerung. (3717) Künftigen Dienſtag den 28. l. M., Vormittags 9 Uhr, ſollen auf dem Gräfl. Solms⸗Rödelheim'ſchen Bergwerke bei Bauern⸗ heim 30 bis 40 Stecken Brennholz, von ver⸗ ſchiedener Holzgattung, meiſtbietend verkauft werden. Oſſenheim den 19. April 1846. Weis.

Bekanntmachung.

(309) Die Müble des Heinrich Konrad Müller an der Wetter bei Gambach ſoll Frei⸗ tags den 15. Mai d. J., Morgens 10 uhr, in dem zur Mühle gehörigen Wohngebäude nach freiwilligen Anſtehen öffentlich meiſtbietend, in Erb und Eigenthum verſteigert werden. Hungen den 31. März 1846. Großh. Heſſ. Fürſtl Solmſ. Landgericht Hofmann. Draudt.

Frucht⸗ und Stroh⸗Verſteigerung.

(3690) Dienſtag den 28. d. M., Vormittags um 10 Uhr, werden in der Falkenſtein'ſchen Mühle dahier verſteigt:

55 Malter Waizen,

70 Korn, 70 Gerſte, 60 Hafer, ſodann

44 Gebund Lang⸗ und 25 1 irrſtroh. Obererlenbach den 18. April 1846.

Der Gräflich Ingelheim'ſche Rentmeiſter

Staus.

Edictalladung.

(835) Ludwig Bach von Lauter hat im Jahre 1843 das Immobiliar⸗Vermögen ſeines nunmehr verſtorbenen Vaters Heinrich Bach von da unter der Verbindlichkeit übernommen,

alle daraufhaftenden Schulden abzuführen und

bei der ſich gegenwärtig ergeben habenden Uleberſchuldung ſein geſammtes Vermögen, ſowohl das übernommene väterliche, als die ihm angefallenen mütterlichen Grundſtücke, letztere nach vorgängiger Abtheilung mit ſei⸗ nen Geſchwiſtern, an ſeine und ſeines Vaters Gläubiger zum Behufe ihrer Befriedigung abgetreten.

Die bekannten Gläubiger haben über die Vertheilung des abgetretenen Vermögens den 14. Auguſt d. J. dahier eine Uebereinkunft getroffen, hierauf den Verkauf der zur Maſſe gehörigen Immobilien bewirkt, und um Aus⸗ fertigung der Kaufbriefe gebeten. Zugleich ſollen die Theilzettel der beiden Brüder Jo hannes und Chriſtian Bach über die ihnen zu⸗ gefallenen mütterlichen Grundſtücke zur ger richtlichen Beſtätigung gebracht werden.

Das Eigentbum an dem verkauften und vertheilten Immobiliar⸗Vermögen, welches in den zur Einſicht in der Regiſtratur des hieſt⸗ gen Gerichts offen liegenden Grundbuchsaus⸗ zügen verzeichnet iſt, kann nun aber nicht ur⸗ kundlich dargethan werden, und werden hier⸗ nach alle Diejenigen, welche irgend Anſprüche an das abgetretene Vermögen des Ludwig Bach, ſowie an die zur Theilung gebrachten mütterlichen Grundſtücke deſſen Brüder be⸗ ſitzen und nicht bereits der erwähnten Ueber⸗