Ausgabe 
19.12.1846
 
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An.

Macken und in rg bei C.

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48 kr. fel.

H k, deband⸗ durt und Zabnens. 2 40 fr.

*

ntelligenz-Glatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Sonnabend, den 19. Dezember

*Intelligenz Blatt für die Provinz Oberheſſen wird im Jahre 1847, ganz in derſelben Weiſe wie im Jahre 1846, wöchentlich

zweimal(Mittwochs und Samſtags) erſcheinen. Der Abonnementspreis, wel

er ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei mir, wie bisher, für 1 Jahr 1 fl. 12 kr.,

für ½ Jahr 40 kr. Durch alle Poſtverwaltungen des Großherzogthums Heſſen iſt das Intelligenzj⸗ Blatt, nach einer

Verfügung des hochlöblichen Oberpoſtamts zu Darmſtadt, pr. Jahr fur 1 fl. 24 kr. und pr.

beziehen.

Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte P

emeſter für 48 kr. zu

etitzeile 4 kr., für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.

Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet. Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei mir eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche ich von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend erhalte, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen. Gemeinnützige Aufſätze werden ſtels mit Dank für mein Blatt angenommen.

Friedberg.

C. Bindernagel.

Ein Stückchen Papier.)

Neulich, in einem unſrer ſchönſten Octobertage, wan⸗ derte ich auf der Straße von Altenſtadt nach dem früheren freien Reichsſtädtchen(oder Reichsſtabt) Friedberg, ſinnend wie ſich ſeit einem halben Jahrhundert ſo vieles in unſerm deutſchen Vaterlande geändert habe, als ich anf einem Steinhaufen ein zuſammengelegtes Stückchen Papier fand, deſſen Inhalt den geſchätzten Leſern Ihres Blattes mitzutheilen ich mir nicht verſagen kann, um ſo weniger, da der unbekannte Verfaſſer daſſelbe in dieſer Abſicht auf jenen Steinhaufen gelegt zu haben ſcheint. Die obere Ecke des Papierchens war abgeriſſen, woher der unvollſtändige Anfang kommen mag. Ich gebe nun das Ganze hier wort getreu wieder:

den Leuten die Wahrheit in dem Intelli⸗ genz⸗Blättchen geſagt. Es war'n koſtbarer Artikel. Ich möchte dem großen Unbekannten vom Hüttenberg die Hand drücken, obgleich er'n wenig zu ſehr ironiſirt hat. Ich dacht' mir aber gleich, daß das'ne feurige Raket' in'n geweſen wäre, daß man dazu nicht ruhig bleiben wuͤrde. Und richtig ſo war's auch. Kaum war'n 8 Tage herum, ſo fängt ſchon ſo'ne Frauensperſon ganz furchtbar au zu heulen und lamentirt ganz jämmerlich, daß doch der Herr Redaction ſo'n Artickelchen dagegen einrücken laſſen möchte. Es mag aber auch'ne ſchoͤne Freud' in Brantweinhauſen geweſen ſein, als der Hüttenberger mit ſeinem ſtolzen Araber angeſprengt kam. Wenn ich an den Hüttenberger denke, ſo muß ich mich immer an'n Student erinnern, von dem ſein Vater erzählt hat, er thät immer declamiren:Knapp' ſattle mir mein Dänenroß!

) Wir bitten den Herrn Einſender bei ſpätern gef. Mittheilungen um deutlichere Handſchrift. Die Red.

Und bumbs da hatten wir etwas däniſches, da kam ein offener Brief aus wer weiß woher? So'n Menſch, wie'n Recenſent, der könnt' über ſo'n Werk 20 Seiten Druckpapier ruinir'n laſſen. So'n Menſch, könnt' beſonders nachweiſen, daß in dieſem offenen Brief Claus Harms, daß'n Schleswigholſteiner gelobt ſei, was doch in dem eigentlichen offenen däniſchen Brief nicht der Fall geweſen ſei, u. ſ. w.

Um nun auf mich zu kommen, ſo muß ich ſagen, daß unſer eins bei'nem ſolchen Streit im Friedberger Blättchen den Hauptſpaß hat. Man hört und wird belehrt. Ich möcht' alles, was ſonſt der Hüttenberger und was ſeine Gegner geſagt haben, wegwerfen, für den ſchönen Satz des großen Unbekannten:

Laßt den Bauer leſen!

Wenn's 1813 wär' und ich wär' bei den freiwilligen Jägern'n Oberjäger, ſo würd' ich mir ſo'n Sätzchen zur Loſungsparole nehmen. Ich möcht' nur wiſſen, warum ſo gelehrte Manner, wie es deren doch in den drei Kreiſen über denen das Friedberger Blättchen ſteht, genug gibt, über ſo'n Kernſätzchen nicht was ſchreiben. Sie müßten's aber aus Intelligenz auch im Intelligenzblättchen abdrucken laſſen. Ueberhaupt nützt ſo'n Blättchen in ſo'm Kreis mehr als 50 Frankfurter Journäler, und warum? Weil unſer eins's ſich anſchaffen kann, weil's nicht ſo viel koſten thut, und im Wirthshaus und in der Spinnſtub' ſo'n Blatt geleſen wird. In ſo'ner Spinnſtub' wird dann ſo'ne Geſchichte beſprochen und wenn's zum Streit kommt, wie bei dem großen Unbekannten, ſo ſteht'n Theil eben auf der Seite vom Hüttenberger,'n anderer auf der andern Seite. So'n Paar greinerige Frauensperſonen halten's auch wohl mit ihrer chriſtlichen Mitſchweſter aus Brant weinhauſen. In ſo'ner Spinnſtub', wie bei uns, ſteht dann immer der größte Theil beim Hüttenberger und wa⸗

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