Ausgabe 
18.4.1846
 
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N Friſcher Dünger, wenigſtens der von Pferden und Schafen jetzt noch, möchte nicht zuträglich ſein, wenigſtens nicht auf unthätigem ſchweren oder gegentheils allzuhitzigem Boden. Mit Ausnahme des letzteren würden hier Aſche, Gyps, Salzabfälle ꝛc. gewiß zutraglicher ſein.

2. Behandlung der Kartoffeln beim Legen.

Das freudige Wachsthum der Kartoffeln iſt von einem mäßigen Grade von Wärme und Feuchtigkeit des Bodens weſentlich bedingt. Tritt darin ein Uebermaaß ein, ſo leidet es alsbald. Wir müſſen daher auf Schutzmittel hiergegen ſehr bedacht ſein, und zwar ganz beſonders für die erſte Zeit der Vegetation, d. h. ſo lange die Kartoffeln noch nicht kräftig genug ſind, um Unbilden jener Art zu trotzen. Mit dem gewöhnlichen Felgen Hacken) und Häufeln kommt man häufig viel zu ſpät, denn bis dahin können die Kartoffeln ſchon ſehr Noth gelitten haben. Wer es mit zur Näſſe geneig⸗ tem Boden, undurchlaſſendem Untergrunde, ja ſelbſt nur mit kaltem Boden zu thun, hat jedenfalls ganz beſondere Vor⸗ ſicht anzuwenden. Einer der ſolideſten Wege iſt der, daß man auf Boden jener Art die Kartoffeln, ſtatt in den Acker, auf den Acker, nach vorher gezogenen Streifen, legt und ſie mit der zwiſchen dieſen liegenden Erde überdeckt. Da⸗ durch iſt ſchon vom erſten Anfange an der Feuchtigkeit Ge⸗ legenheit zum Abziehen gegeben. Der Boden erwärmt ſich in ſeinen oberen Schichten früher als in den unteren und die Vegetation nimmt daher einen raſcheren Fortgang.

Selbſt auf Boden, welcher der Näſſe weniger ausge⸗ ſetzt iſt, namentlich aber beim Einſtufen der Kartoffeln, ver⸗ ſäume man nicht, dafür zu ſorgen, daß doch wenigſtens ſpäter regelmäßige Furchen gezogen werden können. Das vorige Jahr hat ganz deutlich gezeigt, wie unter gleich guter Beſchaffenheit und Bearbeitung von wenig durchlaſſendem Boden die mit der Hand in Verband gelegten Kartoffeln weit mehr von der Näſſe litten, als die eingepflügten, weil dort allerdings die Feuchtigkeit nicht ſo leicht abziehen konnte.

Beim Einpflügen der Kartoffeln ſelbſt werden häufig

noch zwei Fehler begangen, nämlich

a) das Legen der Kartoffeln in den Winkel der vom Pfluge gezogenen Furche, und 8

b) das zu nahe Zuſammenbringen der Schnitte.

Es kann nicht fehlen, daß der Boden in jenem Win⸗ kel durch den Druck des Pfluges, zumal bei Thonboden, häufig allzufeſt zuſammengepreßt wird, ſo daß die Feuchtig⸗ keit nicht gehörig abziehen kann. Die Kartoffeln, hierher gelegt, müſſen daher, wenigſtens in ohnehin zur Näſſe ge⸗ neigtem Boden, unausbleiblich Noth leiden. Beſſer iſt es gewiß, die Kartoffeln auf den umgelegten Schnitt zu legen,

wobei ſie mehr in gelockerten durchlaſſenden Boden kommen.

) Die nähere Beſchreibung dieſes Verfahrens, vom Herausgeber der aZeitſchrift für die landwirthſchaftlichen Vereine des Großherzog⸗ thums Heſſen⸗, findet ſich in Nr. 29 derſelben vom vorigen Jahre.

Was die zu engen Kartoffelreihen betrifft, ſo werden hierbei ſchon durch den Tritt des Viehes gar manche Kar⸗ toffeln beſchädigt. Enggepflanzt erleiden ſie aber auch noch viele Nachtheile beim Felgen und Häufeln, weil manche der Kartoffelkeime(Wurzeln) um ſo eher in die Furchenlinie ſich verkriegen, je enger die Furchen beiſammen ſind und je unregelmäßiger dabei das Legen der Kartoffeln überhaupt geſchah.

3. Pflege der Kartoffeln während der Vege⸗ tation.

Mit beſonderer Rückſicht darauf, daß vtelleicht manche der in gegenwärtigem Frühjahre geſteckten Kartoffeln in Folge krankhafter Beſchaffenheit ausbleiben dürften, wollen wir hier einen Weg angeben, zur Ergänzung ſolcher Lücken, einen Weg, den man auch in andern Jahren zur Vorſicht für alle Falle immer einſchlagen ſollte. Er beſteht darin, daß man auf einem Gartenbeete, in ähnlicher Weiſe wie beim Kohibau ꝛc., ſich Kartoffelpflanzen erzieht.) Ohnge⸗ fähr vierzehn Tage vor dem gewöhnlichen Anfange des Kartoffelſteckens bereitet man dazu ein wohlgedüngtes ge ſchütztes Gartenbeet ſorgfältig zu und legt in je 2 Fuß von einander entfernte Rinnen Kartoffel an Kartoffeln und uͤberdeckt ſie endlich mit Erde 2 Zoll hoch. Nach ungefähr 46 Wochen hat man eine große Menge handhoher Pflanzeu. Will man ſie weiter verpflanzen, ſo hebt man eine Mutterkartoffel nach der andern ſorgfaltig aus und löſet die Pflanzen von dieſer ab. Liefern dieſe Pflanzen auch keine ſo hohe Stöcke, wie die auf gewöhnliche Weiſe geſetzten Kartoffeln, ſo er hält man davon doch immerhin gleichartig große und mittel große Kartoffeln, jedenfalls aber bei nicht ſehr ungünſtiger Witterung und Vorbereitung des Bodens eine gute Mittel- ernte. Dieſes Verfahren empfiehlt ſich auch für Jahre von großem Mangel an Saatkartoffeln und iſt gewiß jedenfalls ſolider als das immerhin mit Riſiko verknüpfte Zerſchneiden der Kartoffeln oder Ausſcheiden ihrer Keime.

Schließlich kann, unter Beziehung auf das oben ſchon Geſagte und unter Hinweiſung auf die Erſcheinung des letzten Jahres, nicht dringend genug empfohlen werden, der Lockerung des Bodes bis zur Zeit, wo die Kartoffel ihre letzte Bildung vollendet dem Eintritte der kuͤhlen Nächte um ſo größere Aufmerkſamkeit zu widmen, je mehr ſich der Boden durch Regen ſchließen und darum die Verdun ſtung von Wärme, Feuchtigkeit ꝛc., erſchweren ſollte. Mag auch das Kartoffelkraut mitunter hindernd in den Weg treten, ſo läßt ſtch doch beim ernſten Willen, wenigſtens bei kleinem Beſitze, gar Vieles erreichen.

Darmſtadt, den 30. März 1846.

Großh. Heſſ. Centralbehörde der landwirthſchaft lichen Vereine.

) Beſchrieben vom Herausgeber derZeitſchrift für die landwirth⸗ ſchaftlichen Vereine des Großherzogthums Heſſen/ in Nr. 18 des Jahrgangs 1841.