Ausgabe 
18.4.1846
 
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Characteriſtiſche Kennzeichen der Bruſtſäuche.

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Da die Anſteckbarkeit der ſeit einiger Zeit hier und in der Umgegend herrſchend gewordene Bruſtſäuche der Pferde nach den gemachten Beobachtungen ganz außer Zweifel ge⸗ ſtellt worden iſt, ſo findet man ſich veranlaßt, den dermalen auf den Geſtütsſtationen befindlichen Geſtütsknechten die characteriſtiſche Kennzeichen dieſer Krankheit bekannt zu machen, um ſich darnach bemeſſen zu können.

2.

Schon einige Tage vor dem wirklichen Ausbruch der N

Krankheit ſtellt ſich ein öfteres Huſten ein. Nach einigen Tagen vermindert ſich die Freßluſt, die Thiere verſagen

den Hafer und Heu mehr oder weniger und begnügen ſich

mit dem Genuß der Streu. Der Durſt iſt vermehrt.

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Der Kranke tritt von der Krippe zurück und ſteht mit geſenktem Kopf, mit weit geſtellten Vorderbeinen, das Ath⸗ men iſt vermehrt mit Bewegung der Rippen und Flancken, ſowie mit ſtärkerer Bewegung der Naſenflügel, die innere Naſen⸗ und Maulhaäute findet man mehr geröthet und oft⸗ mals das Zahnfleiſch und die Augenbindehäute gelb. Der Miſt wird meiſtens ſeltener, in kleinen Ballen, dunkel ge⸗

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Beobachten der nöͤthigen Reinlichkeit im Stall, die Fürſorge für geſunde reine Luft; in ſo fern es die Witterung er⸗ laubt, viel Bewegung in freier Luft, ohne die Thiere zu erhitzen, gehören zu den weſentlichen Erforderniſſen, die Pferde vor dieſer Krankheit zu ſchützen. Ferner iſt den noch geſunden Pferden einige Futter mit Waizenkleye in Verbin⸗ dung mit Hafer zu geben, wozu geſtoßene Wachholderbeeren und Kochſalz zu gleichen Theilen gegeben wird. b Darmſtadt den 18. März 1846. d 5 Britſch, Großh. Marſtalls ⸗Pferdearzt.

Zur gefaͤlligen Beachtung. 0

Gleichwie in den drei letztverfloſſenen, beabſichtigt der Arbeitsverein auch in dieſem Jahre eine Verlooſung von weiblichen Handarbeiten zum Beſten der Kleinkinderbewahr⸗ anſtalt. Die Unterzeichneten erſuchen deßhalb, aufgemun⸗ tert durch die Theilnahme, welche jene Verlooſungen fan⸗ den, alle Frauen und Jungfrauen Friedbergs, einestheils durch freiwillige Gaben, die zur Ausſpielung ſich eignen, und andernthells durch Abnehmen und Unterbringen von Looſen, dieſem Beginnen ihre Theilnahme ſchenken zu wol⸗ len. Bei jeder der Unterzeichneten können Looſe in Em⸗

färbt, und der Urin ſpärlich und braun gefärbt entleert. Der Körper iſt ohne feſte Haltung und der Gang ſchwankend

und hinfällig. 4

Bei den noch geſunden Thieren iſt die Aufmerkſamkeit

macht werden.

auf geſunde Nahrung, als Hafer, Heu ꝛc. zu richten, ſowie es an hinlänglichem Trinkwaſſer nicht fehlen darf. Das

pfang genommen und etwaige Geſchenke abgegeben werden. Der Tag der Ausſtellung der eingegangenen Gaben, ſowie der der Verlooſung wird noch beſonders bekannt ge⸗

Friedberg, im April 1846. 8 Eliſe Wahl. Julie Sebaſtiani. Helene Groß. Sophie Fertſch.

Bekanntmachungen von Be⸗ hörden.

a

Bekanntmachung.

(493) Das Soolbad zu Nauheim in der Wetterau wird in dieſem Jahre am 15. Mai eröffnet werden. Der Badearzt Herr Doktor Bo de wird jede etwa gewünſchte Auskunft in ärztlicher Beziehung ertheilen. Logisbeſtellungen für das Kurhaus ſind zeitig an die Inſpection der Anſtalt zu richten. Nauheim den 1. April 1846. Kurfſtl. Heſſ. Salzamt Schäffer. Dunker. Schmincke. F. Schreiber.

Wölfersheimer Markt.

Jedes Streben muß ſich heben,

Das dem Bürgerſtande gilt;

Dafür müßte Jeder leben,

Denn dies iſt der Staaten Schild. (880) Die Zeit zur Abhaltung des Wöl. fersheimer Frühlingsmarktes nähert ſich, denn der 20. April des Jahres iſt nicht mehr fern. In Rückſicht hierauf will ich bemerken:

1) für die Kramer: daß die Stände am Markttage Morgens präcis 9 uhr auf meinem Bureau für 1846 neu verlooſt werden, 5

2) daß der Viehmarkt auf dem früheren Markt⸗ platz abgehalten wird.

Gleichzeitig will ich wünſchen, daß die viel⸗ ſeitige Theilnahme an unſern Märkten ſowohl von Krämern und Viehbeſitzern, als Käufern ꝛc. ſich noch lebhafter wiederhole, damit der Wunſch meiner beſonderen Einladung zum erſten hie⸗ ſigen Markte als erfüllt betrachtet werden

kann; damit man ſagen könne: es habe ſich der Wölfersheimer Markt zum Vortheil der Wetterau recht erhoben.

Um alle nfallſige Zweifel zu beſeitigen: ob es denn auch der Mühe Werth ſei, ſich auf einen neu angelegten Mark zu begeben, kann ich auszüglich aus meinem Marktbericht für 1845 bemerken, daß auf den vorjährigen Märkten die Krämer jeder Art durchſchnittlich ſehr wohl und andere gut zufrieden waren, und daß auf beiden Märkten 4 Stück Pferde, 14 Stück Kühe, 7 Stück Rinder und 431 Stück Schweine verkauft wurden.

Wölfersheim den 6. April 1846.

Der Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Bürgermeiſter Allwo hen.

Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Lieferung von Pflöcken.

(83) Dienſtag den 21. April l. J., Vor⸗ mittags 11 uhr, ſoll auf dem Rathhauſe dahier die Lieferung von 400 Stück 30 Zoll langen

und 1000 Stück 15 Zoll langen eichenen Pflö⸗

cken, unter den bei der Verſteigerung bekannt

gemacht werdenden Bedingungen, an den

Wenigſtnehmenden vergeben werden. Friedberg den 9. April 1846.

Der Großh. Heſſ. Seetions⸗Ingenſeur

der Section Friedberg Hochgeſand. 270 fl. (837) liegen in der Rodheimer Gemeinde⸗ kaſſe zum Ausleihen bereit. 5 g Der Grßh. Heſſ. Burgermeiſter f Jdc o bi. Oeffentliche Aufforderung. (4810 Der geweſene Graͤfl. von Ingelhei⸗

Homburg a. d. Höbe abgetreten. uͤber den Erwerb der Güter der Verkäufer

miſche Rentmeiſter Ehehalt von Oberorlenbach hat im Jahr 1839 von Jobann Georg und Andreas Meſſer von Weiskirchen cirea 14 Mor⸗ gen 15% Ruthen in Obererlenbacher Gie⸗ markung gelegene Güter gekauft und dieſe Güter wieder an mehrere Einwohner von Obererlenbach verkauft und den Kaufſchilling mit 1598 fl. an Kallmann Löb Rothſchild von Sowohl

als resp. Käufers ſind keine genügende Eigen⸗ thums⸗Urkunden beizubringen; es werden da⸗

her Alle, welche Anſprüche an dieſe Güter,

deren Verzeichniß auf Verlangen dahbier zur Einſicht gegeben wird, bilden koͤnnen, aufge⸗ fordert, dieſes binnen 4 Wochen vom Tage des Erſcheinens dieſer Aufforderung angerech⸗ net, ſogewiß bei unterzeichneter Gerichtsſtelle zu begründen, als ſonſt die erwahnten Ver⸗ kaufe als rechtsgültig angeſehen und die An⸗ weiſung an den Ceſſionar des Kaufſchillings ertheilt werden wird. 1 Groskarben den 22. Marz 1846. Großb. Heſſ. Landgericht daſ. 5 Jäger. Limpert.

Edictal ladung. (817) Cigentbums, oder ſonſtige dingliche

Anſprüche an die von den Erben der Hein⸗ rich Kaiſer's Cheleute von Köddingen veräu⸗ ßerten Immobilien, worüber Grundbuchs⸗Aus⸗ zug bei unterzeichnetem Gericht zur Einſicht offen liegt, ſind binnen vier Wochen von heute geltend zu machen, widrigenfalls die Kaufbriefe

beſtätigt werden. a 4

Ulrichſtein am 3. April 1845. Großh. Heſſ. Landger icht daſ. Zimmermann. Edictal ladung.

(88) Nachdem über den Nachlaß des Dre⸗