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Beſchreibung erfundene Verbeſſerung bei allen Flammöfen, insbeſondere bei Puddel⸗ und Schweis Oefen mittelſt Einblaſen derſelben durch das Gewölbe oberhalb der Feuerbrücke allein in Anwendung bringen zu dürfen.—
Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 16 von 1846.
IX. Dienſtnachrichten: Am 19. März wurde der von dem
5 Fürſten zu Iſenburg⸗Birſtein auf die 1. evang. Schullehrerſtelle zu
enings präſ. Schulvicar Freimann für dieſe Stelle beſtätigt; am 20. dem evang. Pfarrer Köhler zu Stumpertenrod die evang. Pfaerſtelle zu Oſtheim übertragen; am 24. der Bürgermeiſtereiſchreiber Horn in Oſt⸗ hofen als Poſtexpeditor daſelbſt beſtätigt; am 27. der Kreisrath des Kr. Gießen, Prinz, zum Provinzial-Comiſſär für die Provinz Oberheſſen ernannt; am 30. dem Schulvicar Sattler aus Affolterbach die evang. Schullehrerſtelle zu Melbach übertragen.—
X. Dienſtentbindung: Am 27. März wurde der Geh. Rath Knorr zu Gießen, auf Nachſuchen, wegen geſchwächter Geſundheit und unter Bezeigung der allerhöchſten Zufriedenheit mit ſeinen langjährigen treuen Dienſten, von den Functionen eines Provinzial-Commiſſärs der Provinz Oberheſſen entbunden.—
XI. Concurrenz für: die katholiſche Pfarrſtelle zu Hirſchhorn mit jährlich 1644 fl., jedoch auch die Verbindlichkeit, einen Kaplan zu hal⸗ ten und demſelben nebſt freier Station 120 fl. zu verabfolgen; die kath. Pfarrſtelle zu Heſſelbach mit jährlich 548 fl.(Präſentation des Hrn. Für⸗ ſten von Leiningen); die evang. Schullehrerſtelle zu Hartershauſen, Kr. Alsfeld, mit 237 fl. 43 kr., nebſt 2 Klaftern Holz zur Heizung des Schul⸗ lokals(Präſentation des Hrn. Grafen von Schlitz gen. von Görz); die Stelle eines Oberſteuerboten zu Gladenbach(binnen 14 Tagen bei Ober⸗ finanzkammer 1. Sect.) 7
Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 17 von 1846.
J. Bekanntmachung Gr. Oberpoſtinſpection, vom 3. April, daß die ſeither beſtandene, wöchentlich dreimalige, Botenpoſtverbindung zwiſchen Alsfeld und Neuſtadt im Kurfürſtenthum Heſſen, vom 1. d. an aufgehoben worden iſt.—
III. Verzeichniß der Vorleſungen, welche auf der Grßh. Heſſ. Ludewigs⸗Univerſität zu Gießen im Sommerhalbzahre 1846 ge⸗ halten und am 27. April beſtimmt und allgemein ihren Anfang nehmen werden.—
IV. Geſtorben find: am 6. März der penſ. Diſtrictseinneh⸗ F zu Hernsheim uud am 25. der Prof. Dr. Sell zu
ießen.
Ueber das Hazardſpiel in Niederrosbach.“)
Herr Conrad Jacobi II. hat in Nr. 14. des Intelli⸗ genzblattes ſich mit einem gewiſſen Selbſtgefühle als denjenigen bezeichnet, welcher das Hazardſpiel in Niederrosbach erfun⸗ den habe. Einſender der gerügten Bemerkungen dachte nicht daran, die Perſonen und den Ort näher zu bezeichnen, ſon⸗ dern er wollte nur auf die traurigen Wirkungen der Hom— burger Spielhölle aufmerkſam machen, darum hat er nicht in dieſem Blatte, ſondern in der Darmſtädter Zeitung die Sache veröffentlicht. Daß der Aufſatz im Friedberger In⸗ telligenzblatte erſchienen iſt, daran trägt er, keinerlei Schuld. Wenn er von Hellern, Kreuzern und Groſchen ſprach, ſo wollte er uberhaupt nur auf den geringen Einſatz aufmerk⸗ ſam machen im Gegenſatze zu den Gulden und Thalern in Homburg. Wieviel jedesmal der Einſatz betragen habe, war ihm nicht mitgetheilt worden. Es kommt auch hierauf nichts an, Hazardſpiel bleibt Hazardſpiel, mag es mit Silber oder Kupfer ausgeführt werden. Daß auch in Niederros— bach hier und da ein Taglöhner ſeine mühevoll erworbene Baarſchaft verloren habe, davon iſt dem Einſender eine frei—⸗ lich unverbürgte Kunde zu Ohren gekommen. Er möchte nicht den ſchlichten Landleuten ihren Zeitvertreib während der Winterabende verkümmern, nur ſei er ein ſol⸗ cher, der keine traurigen Folgen nach ſich ziehen kann. Wem
) Folgende Bemerkungen waren ſchon länger abgefaßt, ich wollte aber ſie nicht eher veröffentlichen, bis die gerichtliche Entſcheidung erfolgt wäre, um auch nicht im Entfernteſten auf das Urtheil
Einfluß zu üben, doch die Sache ſcheint ſich zu verzögern, da
noch mancherlei Zeugen ſollen verhört werden, um den Thatbe⸗ ſtand richtig zu ſtellen. Ich konnte nicht länger ſchweigen, damit man das Schweigen nicht als Zugeſtändniß betrachte.
bei dem Niederrosbacher Spiele die Leidenſchaft der Spiel⸗ luſt überhaupt angeregt wurde, der geht auch nach Hom— burg und verliert eine größere Summe, wie ja wirklich ſchon von vielen Landleuten aus hieſiger Gegend geſchehen ſein ſoll. Auch der Einſender nimmt an keinem Caſino und Kränzchen Theil und dennoch ſucht er keine Unterhaltung beim verderblichen Spiele. Ueberdieß ſoll in Niederrosbach ein beſſeres Unterhaltungsmittel, ein Leſeverein vorhanden ſein, ſo daß ein jeder Bürger für eine geringe Abgabe ſich einen nützlichen und bildenden Zeitvertreib verſchaffen kann. Ueber die drohende Strafe hat der Einſender keineswegs im voraus frohlockt,(oder kann Herr Jacobi einem ihm unbekannten Manne Herzen und Nieren prüfen, wie der allwiſſende Gott?) vielmehr hat er diejenigen bedauert, welche in ihrer Unwiſſenheit durch Andere verführt worden ſind. Eben deßwegen wollte er die Sache ver— öffentlichen, um Andere vor gleichen Verirrungen zu warnen. Den Anſtifter des Spieles aber gedachte er, ohne ihn zu nennen, auf des Heilandes Spruch aufmerkſam zu machen: Wehe dem Menſchen, durch welchen Aergerniß kommt. Warum derſelbe ein leidenſchaftlicher Verehrer des grünen Tiſches genannt worden iſt, darüber kann wohl jeder Niederrosbacher nähere Auskunft ertheilen. Uebrigens freut es den Einſender, daß der Spielfreund auch für höhere Sachen Sinn und Empfänglichkeit hat, wie ſelbſt aus ſeinem Briefe an den Redacteur erſichtlich iſt. Wenn ein ſchlichter Landmann(2) durch ſich ſelbſt befähigt iſt, auf dieſe Weiſe die Feder zu führen, ſo muß er mehr thun, als ſein Feld bebauen und ſein Handwerk betreiben. Ich wünſche ihm Gottes Segen zu allen ſeinen nützlichen Beſchäftigungen. i a Von Einem, der es wohlmeint mit ſeinen Brüdern.
Die Gemeinde Metzebach in Kurheſſen
gruͤßen wir hierdurch auf's freundlichſte und ziehen vor ihr mit beſonderer Hochachtung den Hut ab. Damit aber auch unſere Leſer wiſſen, warum wir dieſes thun, ſo theilen wir Folgendes aus der„Didaskalia, mit und wuͤnſchen, daß wir auch von recht vielen Gemeinden unſerer Wetterau bald melden können, wie ſie den Werth eines braven Lehrers zu ſchätzen wiſſen und gerne ein Opfer bringen, um die Lei⸗ ſtungen in ſeinem wichtigen Berufe anzuerkennen und ihn, zum wahren Wohle ihrer Kinder, der Gemeinde zu er⸗ halten. Die Redaktion.
„Sonſt gab's wohl Länder, wo die Lehrer ſich fuͤr gutes Geld Gemeinden kaufen konnten, aber daß eine Ge⸗ meinde ſich einen Lehrer kauft und freiwillig kauft, kommt wohl ſelten vor. Die kleine Gemeinde Metzebach in Kurheſſen im Kreiſe Melſungen hatte vor einiger Zeit einen jungen braven Leh⸗ rer bekommen. Kaum war er recht warm und der Gemeinde lieb geworden, ſo ſollte er die Muskete tragen. Am 28. März mußte er ſich in Kaſſel ſtellen, um den ſchwarzen Rock mit dem bunten zu vertauſchen. Was thut die Ge⸗ meinde? hundert andere würden es beim Bedauern, einen tüchtigen Lehrer verloren zu haben, haben bewenden laſſen, andere ſich damit getröſtet haben, einen neuen Lehrer be⸗ kämen ſie immer wieder und es ſei nicht unrecht, wenn ihre Kinder eine Zeitlang ohne einen ſolchen leben müßten. Allein ganz anders dachten und handelten die Einwohner in Metzebach. Sie gaben ihrem Lehrer einen Bevollmäch⸗ tigten mit, der durch Bitten und Vorſtellungen bei der hohen Behörde dahin wirken ſollte, daß man ihnen den braven Lehrer laſſe. Da aber Bitten und Vorſtellungen fruchtlos blieben, kam der abgeſendete Rabe bald wieder heim und


