Ausgabe 
11.4.1846
 
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Es ſind dieſes Angaben, die ohne Zweifel geeignet

ten, daß ihre Feinde, deren es wahrlich viele giebt, aus allgemeinem National⸗Staats⸗Intereſſe ſchonender mit ihnen umgehen werden.

Das Reſums, das aus dieſer Darlegung zu ziehen wäre, überlaſſe ich anderweiter Beurtheilung, hoffend, daß mein guter Wille nicht verkannt werden möge, der Sache nuͤtzlich werden zu wollen. f

Replik des Alten vom Berge.

In Nr. 18 d. Bl. habe ich ganz einfach den Eindruck geſchildert, welchen die Abhaltung einer Verſteigerung auf mich gemacht hat, der ich gelegentlich bei einer Durchreiſe durch einen Ort theilweiſe beiwohnte.

Darauf erklärt der Herr Bürgermeiſter Keil von Ettingshauſen in Nr. 22 d. Bl.ſein Dorf könne nicht damit gemeint ſein, denn es wäre um die angegebene Zeit keine Güterverſteigerung daſelbſt abgehalten worden. Gut, mein lieber Herr Bürgermeiſter Keil von Ettingshauſen, ich bin's zufrieden. Gefreut hätte es mich aber, wenn Sie hinzugeſetzt hätten:auch wird hier bei Verſteigerungen gar kein Branntwein verabreicht. Vielleicht komme ich auf meinen Wanderungen einmal nach Ihrem Dorfe und will Ihnen dann herzlich die Hand drücken, wenn ich erfahre, daß der Branntwein bei Verſteigerungen in Ihrer Gemeinde ſtreng verbannt iſt..

Dahingegen erklärt der Herr Bürgermeiſter Keil von Einartshauſen in derſelben Nr. d. Bl.es wäre nichts handgreiflicher in der Welt, als daß damit die Gemeinde Einartshauſen gemeint ſei. Gut, mein lieber Herr Bürgermeiſter Keil von Einartshauſen, ich bin's auch zufrieden. Hätten Sie nun noch hinzugeſetzt:es beſteht allerdings die hergebrachte tadelnswerthe Sitte bei uns, daß die Verſteigerer an die Steigliebhaber Branntwein unent⸗ geltlich verabreichen und es iſt daher nicht ſelten, daß die Steigliebhaber erhitzt und im Kopfe nicht ganz klar ſind, zum Tag hineinbieten und Güter kaufen, die ſie im nüch⸗ ternen Zuſtande und bei ruhiger Ueberlegung gerne zurück⸗ gäben; es iſt ferner natürlich, daß dadurch die Sittlichkeit

in einer Gemeinde nicht gefördert und der Wohlſtand im Allge-

meinen nicht gehoben wird: allein ich werde dieſen Mißſtand für die Folge abſtellen und nicht dulden, daß auch nur ein Trop⸗ fen Branntwein bei den Verſteigerungen verabreicht wird,

hätten Sie dieſes erklärt, mein lieber Herr Bürgermeiſter,

ich hatte bei meiner nächſten Wanderung einen Umweg ge⸗ ſind, die Brennereien hoch zu würdigen und ſteht zu erwar⸗

macht, um Ihnen die Hand drücken und ſagen zu konnen:

Sie ſind ein Ehrenmann! Statt deſſen aber ereifern Sie

ſich, ſuchen die Sache zu beſchönigen, können das Weſent⸗

liche nicht in Abrede ſtellen, ſprechen von Verleumdung

und verlangen am Ende, ich ſoll meinen Namen in dieſem Blatte nennen. Aber, mein lieber Herr Bürgermeiſter, was ſoll denn mein Name bei der Sache thun? Habe ich in Nr. 18 d. Bl. wirklich verleumdet, ſo können Sie ja den Alten vom Berge ohne Umſtände gerichtlich belangen, denn der Verleumder wird geſetzlich beſtraft. Bei die⸗ ſer Gelegenheit ließe ſich auch wohl am geeignetſten ermitteln, was in dieſer Angelenheit Ehre, Pflicht und Geſetz erheiſcht⸗ und ich könnte alsdann auch alle die Mittheilungen vorlegen, die mir, in Folge meiner Erkundigungen nach Ihrer Erklärung in Nr. 22 d. Bl., hinſichtlich der er⸗ wähnten Verſteigerung u. ſ. w. gemacht wurden, die ich aber hier mitzutheilen für ungeeignet halte. Doch eine der Mittheilungen muß ich anführen, weil ſie erfreuender Art iſt, nämlich die, daß Sie bei einer ſpäteren Verſteigerung

alles Branntweintrinken ſtrenge unterſagt haben ſollen.

Das iſt recht, mein lieber Herr Bürgermeiſter! Wenn Sie ſo fortfahren, dann beſucht Sie vielleicht noch dieſen Sommer Der Alte vom Berge.

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Februar 1846. ö Ulrichſtein. Getraute: Keine 5 Getauft e:

1. Dem Bürger und Ackermann Adam Müller ein Sohn, Andreas, geb. den 28. December. i

2. Dem Bürger und Ackermann Conrad Kraft ein Sohn, Ludwig, geb. den 25. December.

8. Dem Bürger und Gr. Wieſencommiſſär Hr. Ferdinand Schuchard eine Tochter, Lina Eliſa, geb. den 13. Jan.

8. Ein unehelicher Sohn, Johannes, geb. den 28. Jan. 22. Dem Bürger und Ackermann David Scharmann II.

eine Tochter, Eliſabetha, geb. den 27. Jan. Beerdigte:

20. Katharina, des Bürgers und Schmieds Johann Con⸗

rad Appel eheliche Tochter, alt 34 Jahre, 2 Monate, 12 Tage, f den 17. a

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

rr

Wahlausſchreiben.

Betr.: Die regelmäßige Exgänzungswahl des Gemeinderaths für die Gemeinde Stadt Friedberg. Bürgermeiſterei Stadt Fried⸗ berg.

(1499) Es wird hiermit bekannt gemacht,

daß die regelmäßige Ergänzungswahl des Ge⸗

ſeit der letzten Ergaͤnzungswahl zum Beige⸗ ordneten ernannt worden, und Hartmann Waltz II. muß zur Vervollſtändigung des zu erneuernden Drittheils in Folge der Loos ziehung unter den im Jahr 1845 Gewählten austreten, die drei erſten und der ſetzgenannte ſind jedoch wieder wählbar.

Es ſind ſomit 5 Mitglieder neu zu wählen.

Sämmtliche ſtimmfähige Ortsbürger von Friedberg werden aufgefordert, an dieſer Wahl Theil zu nehmen und gleich vom Beginn der Wahl an ſich zur Abſtimmung zahlreich einzu⸗ finden, damit die Wahl zur Erſparung von Zeit und Koſten wo möglich ſchon vor Ablauf

Auskunft in ärztlicher Beziehung ertheilen. Logisbeſtellungen für das Kurhaus ſind zeitig an die Inſpection der Anſtalt zu richten. Nauheim den 1. April 1846. 8 Kurſſtl. Heſſ. Salzamt Schäffer. Dunker. Schmincke. F. Schreiber.

Verſteigerung. (388) Dienſtag den 14. April l. J., Mor⸗ gens um 9 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe das der Nikolaus Wüſt'ſchen Ehefrau gehörende. in der Gemarkung Fauerbach II. liegende Grund⸗ ſtück öffentlich meiſtbietend verſteigert, als:

meinderaths von Friedberg auf dem Rathhauſe daſeſbſt am Mittwoch, Donnerſtag, Freitag u. Samſtag den 15., 16, 17. und 18. April d.

I., jedesmal von 9 Uhr Morgens bis 12 Uhr

Mittags unter Leitung des Unterzeichneten vorgenommen werden ſoll. 2

Von den Mitgliedern des Gemeinderaths traten Georg Steinhäuſer, Chriſtian Fritz, Martin Simon, als bereits 9 Jahre im Dienſt, aus, Philipp Preußer II. iſt

̃ ̃

der dreitägigen Friſt geſchloſſen werden kann. Pag.

Friedberg am 26. März 1846. 0 Der Wahl⸗Commiſſär Dr. Dieffenbach.

Bekanntmachung.

(493) Das Soolbad zu Nauheim in der Wetterau wird in dieſem Jahre am 15. Mai eröffnet werden. 3 Herr Doktor Bode wird jede etwa gewünſchte

Der Badearzt ö

u. Nr. 476/12 1 Viertel, 13 Ruthen (103 UIKl.) Acker in den Brückengärten an Leonhard Kautz und Karl Decher. Friedberg den 5. März 1846.

In Auftrag Groß. Landgerichts Friedberg der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter

0 Bender.

Bekanntmachung. (496) Dienſtag den 14. April, Morgens