Ausgabe 
7.3.1846
 
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Alſchaft.

Intelligenz-Blatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen ö

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Sonnabend, den 7. März 1846.

Vom Hüttenberg, im Februar 1846. Noch Einiges über die Peſtalozziſtiftung.

Lieber Leſer! die Ueberſchrift dieſer Zeilen erinnert Dich gewiß an einen Aufſatz, der am 24. Januar d. J. in unſerm Wetterauer Intelligenzblatt abgedruckt war und die Ueber⸗ ſchrift trug:Das Peſtalozzifeſt zu Frankfurt. Wenn Du es zur Hand haſt, ſo lies es noch einmal. Der Auf⸗ ſatz erzählt uns haarklein, wie der Saal eingerichtet und wie groß die Verſammlung geweſen ſei; erzählt, daß ein Mann ohne Brille und ein anderer mit einer Brille geſprochen hätten und ſagt endlich, daß er ſelbſt dabei

eweſen wäre. Obgleich Du nun Alles dies ſchon geleſen, 0 möchte ich, der ich freilich nicht dabei war, Dir die Sache auch noch einmal ans Herz legen, ſo gut es geht. Wenn wir jetzt durch die Städte und Dorfſchaften unſeres heſſiſchen Vaterlandes gehen, ſo betrachten wir nicht ohne Staunen die ſchönen, großen Schulhäuſer mit ihren ge⸗ räumigen Schulſälen und Wohnungen und freuen uns herz⸗ lich über den Eifer, mit welchem man für Geſundheit der Kinder und Lehrer geſorgt und die Liebe zu dem heiligen Lehrerberufe, wie die Luſt der Kinder zum Lernen anzuregen gewußt hat. Und tritt man nun in die Schulen ſelbſt ein, ſo ſehen wir dann die Kinder in den freundlichen Räumen mit freundlichen Augen auf ihre thätigen Lehrer gewandt, und freuen uns abermals über die großen Fortſchritte der Kinder unter den fleißigen Bemuhungen ihres Lehrers. O, es iſt dies ein ſchöner, ein göttlicher Beruf, wenn man die edelſten Geſchöpfe Gottes wie zarte Pflänzchen auf wachſen und gedeihen ſieht, es iſt ein freudiges Geſchäft, ihnen Schutz zu gewähren gegen die rauhen Stürme, welche ihnen einſt in dem oft unfreundlichen und die Seelen ver giftenden Leben begegnen. Denn darum erziehen wir ja unſere Kinder von Jugend auf nicht, daß ſie blos gute Ge ſchäftsleute und tüchtige Handwerker werden, daß ſie ihre Rechenkunſt anzuwenden verſtehen, um ihre Capitalien ſo gut als möglich anzulegen; ſondern, daß ſie gute Menſchen, edle Chriſten, brave Bürger werden, welchen die Tugend mehr werth ſein ſoll, als Weltvortheil, welchen ein ehrliches und rechtliches Fortkommen unter den Menſchen ein Stolz iſt, der ſie fern hält von Lüderlichkeit und Vagabundenleben. Allein Du wirſt mir erwiedern, lieber Leſer: ich finde doch nicht immer ſolche brave Menſchen, die von der Schule aus auch brav und ordentlich bleiben; ich finde, daß es recht ſchlechte und luͤderliche Geſellen giebt, welchen ihre Ehre und

ihr guter Name blitzwenig zu ſchaffen macht, welche auf den Straßen liegen und ſich herumbetteln; welche dem Glaſe Brandwein allein hold ſind, dieſem Höllenteufel, der in dem Gehirn der Menſchen ſpukt und ſie berauſcht, daß ſie herum⸗ gehen wie brüllende Löwen. Du haſt recht, mein Wet⸗ terauer Freund! Allein woher kommen denn dieſe traurige Erſcheinungen? Sind da wohl Schulen und Lehrer Schuld? Gewiß nicht. Wir müſſen es alſo wo anders ſuchen, und werden es auch finden. Begleite einmal die Kinder aus der Schule in ihre Häuſer! Da tragen einige wohl auch recht viele die geſammelten, guten Lehren in einem guten Herzen nach Haus und finden dort brave, gutgeſinnte Eltern,

welche mit Freuden auf ihre Kinder hinblicken und denſelben am Tiſche, wie im Hofe am Pfluge, wie in der Werk⸗ ſtatt mit einem edlen und zur guten That ermunternden Beiſpiele vorausgehen. Wohl dieſen Kindern, welchen ihr Elternhaus zum Familientempel, ihre Eltern zu Lehrern und Pflegern guter Sitten geworden ſind, da iſt der Same des Wortes Gottes auf einen guten Boden gefallen und trägt hundertfältige Früchte! Iſt es aber mit Allen ſo? Ach, da ſehe ich auch andere Kinder, die froh und heiter in der Schule nun düſter und betrübt ihren Heimweg ein⸗ ſchlagen. Denn dort finden ſte einen lüderlichen, dem Trunke ergebenen Vater, der auf der faulen Haut liegt und wohl auch ſagt: graben mag ich nicht und zu betteln ſchäme ich mich; eine harte, gottloſe Mutter, welche der Kirche fremd, dem Worte Gottes feindlich, allem Guten abhold geſinnt geworden iſt. Was kann da aber der Fleiß und der gute Wille des Lehrers für gute Früchte tragen! Ach da fällt der Same der Lehre auf einen harten, felſigen Boden, da finden wir dann ſchlechte Kinder ſchlechter Eltern, da wuchert die Saat des Teufels tauſendfältig! Endlich giebt es aber auch noch arme, elternloſe Waiſen, deren Eltern der Grabhügel einſchließt. Der Mund des Vaters iſt ewig ſtumm, das liebevolle Auge der Mutter iſt ewig geſchloſſen und können ihren Hinterlaſſenen keine liebreiche Worte keine herzliche Blicke zuwinken. Sie ſtehen da, einſam, ver laſſen, unter fremden Menſchen in fremden Familien! Und wie geht es da oft her? Was das Elternherz fühlt was Elternliebe thut, das geſchieht da ſelten. Wenn man nur ſein Geld vom Waiſenhaus erhält, dann iſt Alles gut. Da muß man dann ſparen am Brode, am Kleide, an den Schuhen des Kindes; da muß man ſehen, daß es noch etwas ins Haus bringt und ſei es auch nicht ehrlich erworben; da fragt man nicht danach, daß es ein gutes, brauchbares Mit⸗