Ausgabe 
5.8.1846
 
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Intelligenz-Olatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Amtlicher Theil.

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betrefſend: Den Unterricht der Hebammenſchülerinnen in der Ent⸗ bindungs⸗Anſtalt zu Gießen. l 55 Von Großh. Provinzial⸗Commiſſaͤr der Provinz Ober⸗ heſſen bin ich benachrichtigt worden, daß die Hebammen⸗ ſchülerinnen ſehr häufig erſt alsdann in der Anſtalt zum Un⸗ terrichte eintreffen, wenn der Lehrcurſus längſt begonnen hat, und daß hierdurch mancherlei Störungen entſtehen. Der Unterricht beginnt jedesmal im Frühjahr mit dem 1. März und im Herbſte mit dem 1. September, und wol⸗ len Sie genau darüber wachen, daß eintretenden Falls die Hebammenſchülerinnen ſich zu dieſem Zeitpunkt rechtzeitig einfinden. Grünberg den 27. Juli 1846. In Beurlaubung Großh. Kreisraths: v. Rabenau.

Der Großherzoglich Heſſiſche Rentamtmann des Rentamts Schotten an die Herrn Burgermeiſter des Bezirks.

Sie wollen alsbald in Ihren Gemeinden bekannt machen laſſen, daß die Berichtigung der bis zum 15. Auguſt d. J. creditirten Steigholzgelder von 1846 unfehlbar bis zum 15. Auguſt an den beſtimmten Zahltagen, Mitt wochs und Donnerſtag, zur hieſigen Rentamtskaſſe geſchehen muß, und wenn die Abführung der Holzgelder in dem an gegebenen Termin nicht erfolgt, den geſetzlichen Beſtimmungen gemäß alsbald Mahnung und nach Ablauf der geſetzlichen Friſt, Pfändung eintreten müſſe.

Schotten den 29. Juli 1846.

Prätorius.

Auszüge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 25 von 1846.

II. Rechnungsablage über die Verwendung der für das Jahr 1844 in dem Großherzogthum Heſſen aus geſchriebenen Brand-

verſicherungsbeiträge. Hiernach betrug die Einnahme: Kaſſe⸗ vorrath aus voriger Rechnung: 123,753 fl. 41% kr., Rückſtände aus vorderen Jahren 34½ kr., ausgeſchriebene Gelder 184,249 fl. kr., aufgenommene Kapitalien 54,600 fl., zurückbezahlte Depoſiten 55,000 fl., Zinſen von ausſtehenden Kapitalien 85 fl. 45 kr., verſchiedene Quellen) 693 fl. 58 kr, zuſammen 418,383 fl. 6 kr. Ausgabe. An vergüteten Brandſchäden nebſt Beſichtigungs- und Taxationsge⸗ bühren. I. in Oberheſſen: Kreis Alsfeld 2756 fl., Biedenkopf 4415fl. 4%, Büdingen 1927 fl. 15, Friedberg 10,191 fl 2, Gießen 5881 fl. 1%, Grünberg 978 fl. 40, Hungen 9377 fl. 25, Nidda 194 fl. 21, Vöhl 848 fl. 20, Landrbz. Lauterbach 37,713 fl. 50, zuf. 74,282 fl. 59 kr. II. In Starkenburg: Kreis Bensheim 2445 fl. 36, Darmſtadt 416 fl. 56 ½%, Dieburg 1253 fl. 15, Großgerau 1102 fl. 23½, Hep⸗ penheim 16,060 fl., Offenbach 689 fl. 18½, Wimpfen 26859 fl. 50, Landrathsbez. Breuberg 3839 fl. 55½, Erbach 14,768 fl. 28, zuſ. 43,261 fl. 53 ½ kr. III. In Rheinheſſen: Kreis Alzey 5976 fl. 32%, Bingen 3174 fl. 36, Mainz Stadtbezirk 18,511 fl., Mainz Landbezirk 8488 fl. 1, Worms 3226 fl. 30, zuſ. 39,374 fl. 39% kr. Summe an ver⸗ güteten Brandſchäden ꝛc. 156,919 fl. 32 kr. Abgetragene Kapitalien 54,600 fl., Zinſen von abgetragenen Kapitalien 523 fl. 41¼, von auf⸗ genommenen Kapitalien 5828 fl, Beſoldungen und Penſionen 2176 fl., Repartitionsgebühren 2687 fl 58 Erhebgebühren 7313 fl. 16, Haus⸗ miethe 130 fl., zufällige Ausgaben 2523 fl. 43½, Depoſiten 35,000 fl. Hauptſumme d. Ausgaben 267,682 fl. 12 kr. Die Geſammteinnahme von 418,383 fl. kr. verglichen mit der Geſammtausgabe von 267,682 fl. 12 bleibt Unterſchied 150,700 fl. 54¾, und zwar liquidirte Ausſtände 25 fl. 49¼, baarer Vorrath 150,675 fl. kr. Dieſer Kaſſevorrath iſt jedoch nicht baar vorhanden, ſondern wurde zu den Aus⸗ gaben des Jahres 1845 verwendet, indem auf die für 1845 auszuſchrei⸗ benden Beiträge noch keine Erhebung ſtattgefunden hat. Folgt als An⸗ lage ein Auszug aus den Brandverſicherungskaſſe-Handbüchern von 1845 und 1846, wornach die Einnahme für 1845 250,413 fl. 37, die Aus⸗ gabe 241,384 fl. 32 ½ kr. beträgt, alſo 9029 fl. 4% kr. Vorrath bleibt, der auf 1846 übergeht, wo die Ausgabe bis zum Schluſſe der Rechnung, 31. März 1846 9022 fl. 16 kr. betrug, ſo daß an dieſem Tage 6 fl. 48¼ kr. Vorrath blieb.

VI. Namens veränderungen. Es wurde geſtattet: am 26. Mai dem Adoptivſohn des Peter Mai dahier, Johannes Fiſcher von Eich, künftig den NamenMai, und am 28. Juni der Sophie Catharine Schneider zu Erbach, den NamenDingeldein zu führen.

VII. S. K. H. der Großherzog haben dem Kammerherrn und Geh. Legationsrath v. Ricou die Erlaubniß zu ertheilen geruht, den ihm von S. M. dem Könige von Preußen verliehenen rothen Adlerorden 3. Kl. anzunehmen und zu tragen.

VIII. Dienſt nachrichten: Am 29. Mai wurde der Gehülfe bei der Steuercontrole und Calculatur der 1. Sect. der Oberfinanzkam⸗ mer Marloff zum Acceſſiſten dabei ernannt; dem Notariats-Candidaten Dr. Simon zu Mainz die erledigte Notariatsſtelle zu Alzey übertragen; am 2. Juni die Kreisgerichtsboten Kamp zu Mainz und Bermann

*) Von den Johannes Le pper'ſchen Eheleuten auf der Langenwie⸗ ſenmühle bei Niederohmen, Kreiſes Grünberg, welche wegen überführter Brandſtiftung zur Herauszahlung der bezogenen Brand⸗ entſchädigung nebſt 5 Procent Zinſen verurtheilt worden find, im Geſammtbetrag von 693 fl. 58 kr.