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Vater auch:„Nun, Fritz! ſage mir, was haſt Du dann die ganze Zeit gelernt für das viele Geld, das ich Dir auf die Univerſität geſchickt habe?“ Gleich war der Sohn mit der Ant⸗ wort bei der Hand und ſprach:„Mein lieber Vater, ich habe die Logik gelernt, das iſt die Kunſt und Wiſſenſchaft, wie man rich⸗ tig denkt und durch das Denken etwas richtig ausfindig macht. Das iſt eine hohe Wiſſenſchaft und ich will Euch gleich eine Probe davon geben. Ihr ſehet jetzo, lieber Vater, in dieſer Schüſſel drei Eier liegen; allein ich will Euch durch meine Logik erweiſen, daß nicht drei, ſondern fünf Eier in der Schüſſel liegen. Wann Euch nun dieſe Subtilität zu hoch iſt, ſo müßt Ihr es Euch nicht fremd vorkommen laſſen; denn die Logik iſt eine Kunſt und hat Euch auch Euer Geld gekoſtet. Ihr ſeid ein armer einfältiger Laie, der nicht ſtudirt hat; aber deswegen habt Ihr mich auf die Univer⸗ ſität geſchickt, daß ich Weisheit und Kunſt lerne. Alſo führe ich nun den Beweis und mache einen ſolchen Schluß: Wer drei Eier hat, der hat auch zwei. Nun ſind zwei und drei fünf, wie alle Rechenmeiſter geſtehen. Daraus folget, daß wer drei Eier habe, der habe auch fünf.“) Da hat aber der Vater ernſt dem Sohne geantwortet:„Fritzl ich ſehe, daß ich mein Geld wohl angelegt habe. Ich will die drei Eier nehmen und eſſen, die in der Schuͤſſel liegen; Du magſt die übrigen zwei eſſen, welche Du durch Deine Logik erworben haſt.“ Und hiermit nahm der Vater die drei Eier und aß ſie und dachte an das viele Geld, daß er ſeinem Fritz bereits auf die Univerſität geſchickt hatte. Der Fritz aber war verſtummt bei der Probe, welche der Vater auf ſein Rechenexempel und ſeine Logik gemacht hatte. W.
Kirchenbuchs⸗Auszuͤge vom Dezember 1845. I. Butzbach.. Getraute: a 7. Andreas Cramerding, Bürger und Schreiner, des ver⸗ lebten Bürgers und Schloſſermeiſters Philipp Cramer⸗ ding hinterlaſſener ehelich lediger Sohn und Dorothea Margaretha, des verlebten Bürgers, Rothgerbermeiſters und Handelsmanns Rikolaus Grüninger hinterlaſſene ehelich ledige Tochter. Getaufte: 7. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Johannes Her⸗ ling ein Sohn, Johann Konrad, geb. den 25. Nov. 16. Eine uneheliche Tochter, Margaretha, geb. den 13. Dez. 16. Dem Fourier in der 3. Schwadron des Garderegiments Chevauxlegers Georg Friedrich Jung eine Tochter, Luiſe, geb. den 11. Dee. 21. Ein unehelicher Sohn, Johann Heinrich, geb. den 11. December. 26. Dem Bürger und Hutmachermeiſter Balthaſer Schild II. ein Sohn, Ludwig, geb. den 4. Dec. 26. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Joh Rumpf V. eine Tochter, Wilhelmine Carolina Friederike Eliſabeth,
Nachtrag. Den 31. Septbr.(durch den kath. Geiſtlichen in Rocken⸗
berg, als Seelſorger der Katholiken in Butzbach) dem Ober⸗ arzte im Garderegiment Chevauxlegers Dr. Johann Baptiſt Weinsheimer eine Tochter, Johanna Barbara Eliſabeth, geb. den 28. Auguſt.
Beerdigte: d
9. Ernſt Chriſtoph Chelius, des verlebten Hauptmanns Georg Ludwig Chelius hinterlaſſener ehelich lediger Sohn, alt 26 Jahre, 6 Monate, 19 Tage, f den 8.
18. Konrad Zimmermann, Bürger und Mehlwieger, alt
40 Jahre, 6 Monate, t den 17.
23. Eliſabeth, des Bürgers und Knopfmachermeiſters Phi⸗ 190 5 eheliche Tochter, alt 9 Monate, 17 Tage,
en 0 a
II. Ulrichſtein.
Getraute: Keine.
Getaufte:
6. Dem hieſigen Gr. Landgerichts⸗Diener Herrn Anton Amend eine Tochter, Chriſtina, geb. den 23. Nov.
7. Dem Ortsbürger und Schuhmacher von Eichelſachſen Daniel Schmidt eine Tochter, Caroline Wilhelmine, geb. den 3. November. 5
21. Dem hieſigen Bürger und Müller zu Langwaſſer Jo⸗ hannes Joſt ein Zwillings⸗ Schweſternpaar, elheit und Maria Eliſa, geb. den 1. December. N
26. Dem hieſigen Burger und Leinweber Heinrich Ludwig eine Tochter, Katharina, geb. am 23. November.
26. Dem hieſigen Bürger und Leinweber Conrad Ruͤhl, Soldat, eine Tochter, Eliſabetha Helene, geb. am 17. November. f 5 inte
Beerdigte: Keine.
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Beachtenswerthes Anerbieten.
Vom Zwickauer Verein zur Verbreitung guter und wohl⸗
feiler Volksſchriften 12 2 erhält man, nach§. 6. der Statuten deſſelben, alle auf Koſten des Vereins gedruckte und von dem Direktorium inner⸗ halb des betreffenden Vereinsjahres zur Verbreitung beſtimm⸗ ten Schriften(bisher 6 auch 7) eigenthümlich, wenn man jährlich J Thaler pränumerando franco einſendet. Sollte Jemand hier in der Gegend von dieſem Anerbieten Gebrauch machen wollen, ſo bin ich bereit, ſowohl die Meldung bei dem Verein, als auch den Transport der Bücher von Zwickau hierher zu übernehmen, wenn, ſtatt des halben Thalers, bei
der Meldung 58 kr. an mich franco gezahlt werden. C. Bindernagel.
geb. den 11. Dec.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
NN αιπτττπ]τN Edietal ladung.
(106) Forderungen jeder Art an das Ver⸗ mogen des concursfälligen Heinrich Richber von Oberſeibertenrod ſind bei Meidung des ohne beſonderes Präcluſiodecret erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe im Termin ö Don nerſtag, den 2. April d. 3, Morgens 8 Uhr, 0
Cridars und der Fo
anzumelden und richtig zu ſtellen und wird, unter dem Anfügen, daß die Maſſe zur Deckung der Illaten⸗Forderung der Frau des rderungen der Hypotbekar⸗ reicht, noch bemerkt, daß
Gläubiger nicht bin. ndekommens eines Ver⸗
im Fall des Zuſtandeko gleichs die nicht perſönlich erſchienenen oder nicht durch zum Vergleichs⸗Abichluß Ermäch⸗ tigte vertretenen Gläubiger als demſelben bei⸗] ſolche ſogewiß in dem auf getreten angeſehen werden. Ulrichſtein, am 20. Jan. 1846. Gr. Heſſ. Landgericht daſ.
Edietalladung. ) Gr. Hofgericht zu Gießen hat uͤber das Vermögen des Eckhard
um mehr als 3000 fl.
Montag den 2. Marz 1846, Vorm. 9 Uhr/
zeigen und zu begründen, als ſon
Zimmermann.
115 II. zu Ober⸗ ohmen den Concurs erkannt, weßhalb alle, welche Anſprüche irgend einer Art an das überſchuldete Vermögen bilden wollen, ſeyen ſie dem Gericht bekannt
oder unbekannt, biermit aufgefordert werden,
ſeſtgeſeßten Liquidationstermine dahier anzu⸗ ſt ſie von
der Concursmaſſe werden ausgeſchloſſen werden
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