Ausgabe 
4.2.1846
 
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Intelligenz- Glatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Aus zuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 2 von 1846.

V. Ordensverleihung. Des Großherzogs Königliche Hoheit haben; am 29. December 1845 dem Rittmeiſter und Flügel⸗Adiutanten Ane Sapn⸗Wittgenſtein das Ritterkreuz Ir Klaſſe des udewigs⸗Ordens zu verleihen geruht.

VII. N da er 1845 dem Heinrich Rühl zu Sprendlingen, im Kreiſe Offen⸗ bach, künftig den Familennamen Löffler, ſodann an demſelben Tage

Schroeder zu Lauterbach als Poſthalter daſelbſt und der Poſtpracticant Wilbelm Schmidt* Mainz als Poſtaſſiſtent bei dem Poſtamte zu Gleßen ben Tage würde der Gerichts⸗Acceſſiſt Dr. Georg

definitiv zum Acceſſiſten bei derſelben ernannt. 2 Charakterverleihungen.

raths zu verleihen; ferner wurde am 28. November dem Jorſtſchützen Vögler zu Pfungſtadt der Character als Förſter ertheilt und am 25. December dem katholiſchen Pfarrer Franz Joſeph Müller zu 1 eiſe Heppenheim, in Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Amtsführung, der CharacterGeiſtlicher Rath verliehen. XI. el n in den Ruheſtand. In den Ruheſtand wurden verſetzt: ain 18. Dezember 1845 der Schullehrer Johannes

Rappolt zu Münzenberg, im Kreiſe Hungen; am 24. Decbr. der Schul⸗ lehrer Johannes Münch zu Altenhain, im Kreiſe Grünberg.

XUI. Concurrenzeröffnungen. Erledigt find; die evang. Schullehrerſtelle zu Nixfeld, im Landrathsbezirke Lauterbach, mit einem jährlichen Einkommen von 198 fl. nebſt Stecken Holz für Heißung der Schulſtube, zu welcher Stelle den Freiherrn von Riedeſel zuͤ Eiſen⸗ bach, das Praſentationsrecht zuſteht; die zweite kathol. Schullehrerſtelle zu Steinheim, im Kreiſe Offenbach, mit einem jährlichen Einkommen von 246 fl., zu welcher dem daſigen Pfarrer und dem Ortsvorſtande in Verbindung mit dem Großh. Kreisrathe zu Offenbach das Präſentations⸗ recht zuſteht; die achte kath. Schullehrerſtelle zu Heppenheim mit einem jährlichen Einkommen von 230 fl., einſchließlich der Wohnungsvergütung; die kath. Pfarrſtelle zu Oſthofen, im Kreiſe Worms, mit einem jähr⸗ lichen Einkommen von 516 fl.; die kath. Pfarrſtelle zu Herbſtein, im Landrathsbezirke Lauterbach, mit einem jährlichen Einkommen von 1244 fl. und der Verbindlichkeit, einen Kaplan zu halten und demſelben einen Ge⸗ halt von 65 fl. zu zahlen.

XIII. Geſtorben ſind: am 12. November 1845 der penfionirte Gensdarm Becker zu Freienſteinau; am 26. der penſionirte Schullehrer Jakob Wilhelm zu Unterſensbach, im Landrathsbezirke Erbach; am 6. December der penſſonirte Unter förſter Schneider zu Kröge, im Kreiſe Biedenkopf; am 12. der Schullehrer Jakob Jakobi zu Rodheim, im Kreiſe Friedberg; am 13. der penfſionirte Obereinnehmer, Steuerrath Franz Wilhelm Stockhauſen zu Darmſtadt; am 20. der Revierförſter Georg Auguſt Schmidt auf dem Forſthauſe Steinbrückerteich; am 12. der Landgerichts⸗Aſſeſſor Heinrich Joſeph Aloys Reinewald zu Umſtadt.

Rechnungsexempel eines Studenten und die Probe des Vaters darauf.

Mancher Vater, der nicht ſtudirt, aber einen geſunden Menſchenverſtand hat, ſchickt ſeinen Sohn in die lateiniſche Schule und dann auf die Univerſität, daß er ſich dort zu einem Gelehrten ſtudire. Kaum iſt der Sohn auf der Uni⸗ verſität und hat das erſte halbe Jahr in dem Hörſaale des Profeſſors geſeſſen, ſo kommt er vielleicht nach Haus, meint Wunder wie gelehrt er ſchon ſei und wie ungelehrt ſein Vater und will ſich von dieſem nichts Rechtes mehr ſagen laſſen. Aber dann geſchieht ihm Recht, wenn es ihm ſo geht, wie dem jungen Studenten in der folgenden Geſchichte, welche ein alter Profeſſor, Namens Balthaſer Schupp, er⸗ zäht hat.

Ein Vater hatte ſeinen Sohn auf der Univerſität, wo er ihm viel Geld verzehrte. Einſt hatte dieſer Ferien und gieng nach Haus. Als er nun da ankam, ſaß der Vater gerade über Tiſch und wollte frühſtücken, und auf dem Tiſche ſtanden drei geſottene Eier. Der Vater war froh, bewill kommte den Sohn und ſetzte ihn gleich neben ſich. Man fragte einander, wie es gienge, ob keiner bisher krank ge weſen ſei und was dergleichen mehr iſt. Endlich fragte der