Ausgabe 
30.7.1845
 
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X. Militärdienſtnachrichten: Am 14. Mai wurde Haupt⸗ mann Schmidt im 2. Inf. ⸗Reg., auf ſein Nachſuchen, in den Ruheſtand verſetzt; am 21. Hauptmann Fenner vom 3. Inf.⸗Reg. zum 2. verſetzt, ſodann Lieutenant v. Bechtold im 3. Inf.⸗Reg. zum Oberlieutenant in dem. erngunt; am 4. Oberſt Bechſtatt vom Generalquartiermeiſterſtab auf ſein Nachſuchen in den Ruhßeſtand verſetzt, mit dem Charakter als Generghnglor; am 11. Hauptmann Dietz im 1. Inf.⸗Reg. auf ſein Na. h⸗ ſuchen in den Ruheſtand verſetzt, mit dem Charakter als Major; Haupt⸗ mann Noth im Generglqugrtiermeiſterſtab zum Major dabei ernannt, und Hauptmann Neidhard dom 3. Inf.⸗Reg. zum Generalquartiermei⸗ fierftab verſetzt. Es würden ernannt: Oberlieutenant v. Stockhauſen im 1. Inf.⸗Reg, zum Hauptmann in demſ.(mit Patent vom 18. Juni), Oberlient, von Göbel vom 2. zum Hauptmann im 3. Inf-Reg.(20. Jun), Lieut. Moter vom 4. zum Oberlieut. im 1. Inf-Reg.(18. Juni), Lieut. v. Roſenberg im 2. Inf.⸗Reg. zum Oberlieut. in demſ.(20. Juni); Unteradjutant Heß im großh. Artilleriecorps zum Lieut. dabei(18. Juni), Cadetcorporal Scriba von demſ. Corps zum Lieutenant im 2. Inf-Reg. (20. Juni), Cadetcorporal v. Schenck vom 1. zum Lieut. im 4. Inf. Reg.(22. Juni), ſodann die Cadetcorporale Keim und Hahn im 3. Inf.⸗Reg. zu Lieutenanten dabei(24. und 26. Juni.

XI. Dienſtentlaſſung: Am 13. Juni der Diſtrictseinnehmer Uihlein zu Niederſaulheim.

XII. Geſtorben ſind: Am 3. Juni der penfionirte Stabsquartier⸗ meiſter, Kriegsrath Schuez am 6. der Staatspenſionär, ehem. Militär Grauer II. zu Niederwieſen, Kr. Alzey; am 17. der Generalmajor à la suite Königer.

Heldenbergen den 21. Juli.

Vorüͤber iſt der ſchöne Tag unſers Sängerfeſtes; ewig denkwuürdig wird er uns Allen ſein. Die fröhlichen Sänger, ihre ſchön gezierten Wagen, ihre prächtigen Fahnen, der ergreifende Ein⸗ und Feſtzug, die große Menſchenmaſſe(man ſchätzt ſie auf 12000), die brüderliche Einigkeit, das herz liche Benehmen Aller gegen einander: Alles dieſes war von mächtiger Wirkung. Wie freuen wir uns des ſchönen Tages; es war ein Tag ächter Brüdervereinigung. Wie freuen wir uns der Ehre, unſer Feſt in die Reihe der Wetterauer Sängerfeſte als fünftes geſtellt zu ſehen. Wie freuen wir uns des guten Erfolges, die unter den Geſangvereinen hie und da eingeſchlichene Lauheit durch Warme verbannt zu ſehen. Möge ſie von dauernder Wirkung ſein; möge in unſrer Wetterau nun wieder mit neuer Sympathie dem Geſange gehuldigt werden, wie dies ja auch ſchon früher vor allen andern Gauen unſers Großherzogthums ſo ruhm voll geſchehen. Auf, Ihr wackern Wetterauer Sänger, laßt es keinen vorübergehenden Rauſch ſein, was Ihr uns mit kräftigem Wort, mit deutſchem Händedruck, ja mit herz lichem Bruderkuſſe ſo unverhohlen zu erkennen gabt! Schaart Euch wieder mit neuem Eifer um Eure Fahnen; zeigt Euch wieder Eures alten Ruhmes würdig; laßt es nicht mit 5 Wetterauern Sängerfeſten beendet ſein! Von nun an finde jedes Jahr ununterbrochen ein Wetterauer Sängerfeſt Statt. Wir ſehen es ja, wie unbeſchränkt unſre theure, ſich mit Ihren fröhlichen Unterthanen freuende Regierung dieſe ſchö nen Feſte gedeihen läßt. Wir ſehen es ja, wie freudig unſre braven Sänger Ihre Hand dazu bieten. Wo hätten wir bei der ungünſtigen Witterung ſo viele bei uns erwartet. Alle in Nr. 53 d. Bl. angegebenen Vereine, nebſt denen noch von Bonames, Fechenheim, Niederurſel und Obererlen

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bach(zuſammen 21 Vereine mit 600 Sängern) fanden ſich ein und verherrlichten unſer Feſt. Ihnen und allen andern Beſuchern, die an demſelben ſo warmen Antheil nahmen, wie auch ganz beſonders dem wackern Volksfreunde, der in Nr. 56 d. Bl. ſo ſchön, ſo getreu unſer Feſt beſchrieben, ſei hiermit öffentlich der innigſte Dank abgeſtattet.

Zu fruͤhzeitiges Tabakrauchen. (Aus demAllgemeinen Anzeiger der Deutſchen Nr. 196.)

Mit Bezugnahme auf die in Nr. 153 d. Bl.(d. h. Allg. Anz.) Obiges betreffende Bemerkung, daß dies ein relativer Begriff ſey, erlaube ich mir, die an einigen Ju⸗ gendfreunden und mir ſelbſt beobachteten Erſcheinungen hier mitzutheilen.

Ich war 18 Jahre alt, als ich begann, täglich etliche Pfeifen leichten Tabak zu rauchen, um in meinen und mei ner Commilitonen Augen mehr Geltung zu gewinnen. Schon nach wenigen Wochen aber mußte ich es wieder einſtellen, da meinen Eltern meine veränderte Geſichtsfarbe, vermin derter Appetit mit jeweiligem Heißhunger, ſogenanntesSod brennen ꝛc. auffiel und der Arzt die Urſache in meinem vielleicht zu ſtarken Rauchen zu finden glaubte, zumal da ich von zartem Körperbau und gerade im Wachſen begriffen war. Als nach langer Pauſe Geſichtsfarbe, und Appetit ſich gebeſſert, die übrigen Beſchwerden ſich verloren hatten, wurde mir der ſchmerzlich entbehrte Genuß wieder geſtattet, aber Vorſicht und Mäßigung empfohlen. Beide glaube ich ziemlich beobachtet zu haben; dennoch unterſcheide ich mich von einem nicht rauchenden, Jahr jüngeren Bruder, bei übrigens faſt gleicher Conſtitution und Lebensweiſe, durch ſchwachen Magen, gelbliche Geſichtsfarbe und früheres Altern ſo, daß man mich für mindeſtens 10 Jahre älter hält. Auch fallen mir ſchon ſeit mehreren Jahren die un gleichfarbigen Zähne aus, während die ſeinigen noch weiß und feſt ſind.

Mein Schulfreund A., von kräftigem, gedrungenem Körperbau, fing das Rauchen im 20. Jahre an. Nach kur⸗ zer Zeit hatte ſein blühendes Geſicht die Farbe angenom men, die man häufig an bedeutend leberkranken Perſonen bemerkt; gleichzeitig bekam ſein Mund mit den in ſeiner Familie faſt erblichen ſchönen Zähnen das Anſehen einer ausgeglühten Brandſtätte.

B. hatte frühzeitig Anlage zum Dickwerden, als er ebenfalls im 20. Jahre zu rauchen anfing, und zwar leiden ſchaftlich, ohne Rückſicht auf ſich bald zeigende Bruſt⸗ und Magenſchwäche. Nach einer Trennung von etwa 3 Jahren ſah ich ihn ſehr mager, ſtark an Bruſt und Magen leidend, wieder. Ein um 4 Jahre älterer Bruder, der erſt im 25. Jahre ſich das Rauchen angewöhnt hat, iſt faſt zu corpu⸗ lent, und könnte, wie er ſagt,Kieſelſteine verdauen-, ſo gut iſt ſein Magen!

Bei vielen jungen Leuten, welche vor dem 25. Jahre zur Tabakspfeife oder zu derzu meiner Zeit/ ſeltenen, jetzt nur zu üblichen Cigarre gegriffen haben, bemerke ich

guff Vet, bei fig! tel

bel. wel.

1* Mehr das nen

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