Ausgabe 
29.3.1845
 
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Der Verfaſſer wollte damit blos ſeine Meinung, daß die meiſten hieſigen Gewerbsleute überhaupt zu wenig Intereſſe für die Sache zeigen, ausſprechen, eine Meinung, welche durch die Thatſache, daß kaum mehr als die Hälfte der nde angehören, ge⸗ n er nicht umhin, ſchließlich zu bemerken, daß er Mitglied des Gr. Gewerb⸗ vereins, faſt ſeit deſſen Beſtehen, und einer von Denen, hieſiger Lokalſection ändige Theilnahme

62 Mitglieder dem hieſigen Gewerbſta nügend gerechtfertigt wird.

welche die erſte Anregung zur Bildung

gegeben haben, iſt, und durch ſeitherige beſt und Mitwirkung bei allen wichtigen Angelegenheiten der⸗ ſelben, hinreichende Kenntniß von deren Stand haben konnte, um ohne fremde Beihülfe ſeine Meinung darüber ausſprechen zu können, weßhalb er von Jedem, den die Sache näher intereſſirt, bei der Redact. dieſer Blätter erfragt werden kann.

Auch kan

Aus dem Kreiſe Grünberg den 18. März 1845.

Je empfindlicher die diesjährige ſo lang und heftig an⸗ dauernde Winterkälte eingewirkt, je größere Noth ſie an vielen Orten nach den beſonderen Verhältniſſen der Bewoh⸗ ner erzeugt hat, deſto mehr muß es die Aufgabe jedes Men ſchenfreundes ſein, dahin zu wirken, daß die nachtheiligen Folgen derſelben ſoviel als thunlich vermindert werden.

Vorzugsweiſe Schaden hat die Kälte hie nnd da, be ſonders in den rauheren Gegenden des Vogelsberges dem Hauptnahrungsmittel der dortigen Bewohner, den Kar⸗ toffeln, zugefügt. Dieſe, in minder gegen den Eindrang des Froſtes geſchützten Kellern aufbewahrt, ſind zum großen Theile mehr oder weniger erfroren. Große Theuerung und Noth haben wir zu erwarten, wenn die vom Froſte gedrück⸗ ten Kartoffeln dem Verderben Preis gegeben, wenn nicht die Mittel, den Froſt aus ihnen herauszuziehen, oder ſie auf andre Weiſe als Nahrungsmittel für Menſchen und Vieh zu erhalten, rechtzeitig angewendet werden ſollten.

Vielen Landleuten iſt es unbekannt, auf welche Weiſe man mit den erfrornen Kartoffeln, um ſie vor Verderben zu bewahren, verfahren müſſe. Einſender dieſes, welchen lediglich liebevolle Fürſorge für das Wohl ſeiner Mitbürger leitet, erſucht darum unter Bezugnahme auf den Aufſatz Benutzung der erfrornen Karto für die landwirthſchaftlichen Vereine vo 4. Seite 42 bis 46.) wo die Mittel,

ffeln Geitſchrift m Jahr 1838. Nr. mehr oder weniger

98.

angegeben ſich finden, die Herren Bürgermeiſter, in deren Händen ſich die genannte Zeitſchrift jedenfalls befinden wird, oder wo dies ausnahmsweiſe nicht der Fall ſein ſollte, denen es ein Leichtes ſein wird, dieſelbe ſich zu verſchaffen, ihre Gemeindeangehörige ſo ſchnell als möglich, und jeden⸗ falls ehe der richtige Zeitpunct verſtreicht, von ſolchen Kennt⸗ niß und Belehrung zu geben.

Wer alsdann nicht folgt, und darum in Noth geräth, der muß den Mangel als eine ſelbſt verſchuldete Folge ſei⸗ nes böſen Willens oder ſeiner Nachläſſigkeit hinnehmen.

uns vorgeführt.

Theater in Friedberg.

Aus ſicherer Quelle erfahren wir, daß am 1. April die Benefice⸗ Vorſtellung des Herrn von Hoxar ſtattfindet. Hocherfreut ſind wir über die Wahl deſſelben; Shakes peare's MeiſterwerkHamlet/ wird

Was Herr von Hoxar in der Titelrolle zu leiſten vermag,

oder Nichtſeyn ꝛc. gel Träumen die ganze

darüber berichtete die Neue Würzburger Zeitung vom 29. October 1840 im Auszuge Folgendes:Am geſtrigen Abend ſahen wir Shakespeare's Meiſterwerk Hamlet ſahen? Wahrlich ein kahles Wort, wo die Darſtellung alle Bronnen der Gefühle erſchloß und ſich in alle Tiefen und Höhen des Gedankens wechſelnd tauchte und ſchwang: Herr von Hoxar Darſteller der Titelrolle bewährte als Künſtler und Menſch den Denker, wie ein Genie gleich Shakespeare ihn verlangt, um die wunderbaren Töne der Memnonsſäule, Hamlet genannt, zu deuten. In Herrn von Horar's Spiel war Alles ſchöne hohe Regel, nirgends ein lleber⸗ oder Vergreifen gegen den Dichtergedanken; der Darſteller hatte nicht blos nachgedacht, was ja die Pflicht des gewöhnlichen Schauſpielers viſt, ſondern er hatte ſeinen Hamlet nach Shakespeare, wieder neuſchaffend, gedacht. Von Vielem nur Eins als Beleg. Welchen Sinn haben die Herſchiedenen Darſteller des Hamlet in den berühmten Monolog:Seyn egt? Wie wenige fanden, daß in dem Worte: Nachtſeite dieſes wundervollen Monologs ſich er⸗ ſchließen muß? Herr von Hoxar gab die Wahrheit, wie ſeine beßten Kunſtgenoſſen in England ſie zu geben pflegen. Reicher, lauter Beifall und am Schluſſe der Vorſtellung die Ehre ſtürmiſchen Herausrufens wurde dem würdigen Künſtler zu Theil. Das Haus war zum Er⸗ drücken voll und gewiß an Hundert Menſchen wurden aus Mangel an Platz zurückgewieſen.

Da wir oft Gelegenheit fanden, Herrn von Hoxar's Talent zu würdigen, ſo zweifeln wir nicht, daß durch ein ſehr volles Haus demſel⸗ ben der Beweis geliefert werde, wie auch hierorts die höhere Schauſpiel⸗ kunſt ihre zahlreichen Verehrer findet.

erfrorne Kartoffeln zum Gebrauch zu erhalten, ausführlich

ſind eingegangen: v. B

Für die armen Felsberger

ärmann Chambery in Ettingsbauſen 1 fl.; v. einer

Ungenannten durch Prof. Dr. Fertſch 12 kr.; gefunden 6 kr.; zuſammen

1 fl. 18 kr., deren richtigen Empfang ich mit herzlichem Danke beſcheinige. Friedberg' am 20. März 1845.

L. Matthias, Caſſier.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

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Edietalladung.

(33 Die Erben des Salomon Sichel zu Keſtrich haben zum Behuf der Erbvertheilung die zu deſſen Nachlaß gehörigen Immobilien 17157 26[IKlafter Haus mit Grund, an dem Gemeinde-Schulhaus gele gen, Garten an der Hofraithe und Heinrich Graulich, verſteigern laſſen. Da ſie das Eigenthum ihres Erblaſſers urkundlich nicht nachweiſen können, ſo werden diejenigen, welche Cigenthums⸗ oder ſonſtige dingliche Anſpruche daran bilden zu kön⸗ nen vermeinen, aufgefordert, ſolche binnen ſechs Wochen, von heute an, dahier vorzu⸗ bringen und zu begründen, widrigenfalls der bereits ausgefertigte Kaufbrief beſtätigt wer⸗ den wird.

Zugleich wird der abweſende Joel Sichel von Keſtrich aufgefordert, binnen gleicher Friſt

17156 9

ſeine Rechte bezüglich dieſer Veräußerung zu

wahren, widrigenfalls er die Handiungen des

fur ihn beſtellten Curators anzuerkennen ge halten iſt. Ulrichſtein den 10. März 1845.

Gr. Heſſ. zum Landgericht daſelbſt geh. Frei. herrlich v. Schenkiſches Patrimonialgericht Keſtrich.

Zimmermann.

Edictalladung.

(335) Jobannes Fritz, Lieutenants Sohn, von Ultichſtein beabſichtigt, ſein Immobiliar vermögen unter ſeine Kinder résp. Enkel zu vertheilen und bat zu dem Ende einen Grund⸗ buchs⸗Auszug über ſämmtliche, ihm zugehöri⸗ gen, Grundſtücke überreicht. Da er aber ſein Eigenthum an denſelben urkundlich nicht nach⸗ zeigen kann, ſo werden alle Diejenigen, welche an das ron ihm beſeſſene Grundvermögen, deſſen einzelne Stücke aus dem in der Land⸗ gerichts-Regiſtratur zu Jedermanns Einſicht offen liegenden Grundbuchsauszuge erſeben werden koͤnnen, Cigenthums- oder ſonſtige ding⸗ liche Anſprüche machen wollen, aufgefordert, ſolche binnen ſechs Wochen a dato dahier an⸗ zubringen und zu begründen, widrigenfalls das

Eigenthumsrecht des Genaunten an fraglichen Grundſtücken für anerkannt angenommen und demſelben eine Eigenthumsurkunde ausgefer⸗ tigt werden wird. Ulrichſtein den 13. März 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daf. Zimmermann.

Verſteigerung. (369) Nachdem Frau Ernſt Botſch Wittwe geſonnen iſt, ihr ſämmtliches Mobiliar und Im⸗ mobiliarvermögen durch öffentliche Verſteige⸗ rung zu veräußern, ſo wird der Verſteigerungs⸗ termin der Hofraitbe, beſtehend in einem Wohnhauſe nebſt Gärtchen und Brunnen an Heinrich Jordis gelegen, auf Montag den 31. I. M., Morgens 10 uhr, in hieſigem Rath⸗ hauſe, der Verſteigerungstermin der Mobilien aber Dienſtag den 1. April in gedachtem Wohnbauſe beſtimmt, dieſelben beſtehen in Holzwerk, Eiſen, Blei, Zinn, Weißgeräth, Bettwerk, ſodann Handwerksgeſchirr, worun⸗ ter ein neuer Flaſchenzug, Weigleitern, eine Parthie Doppeldielen, eine Hauskelter, eine Wanduhr, ein Klavier und dergl.

Friedberg den 19. März 1845. Der Beigeordnete Bender.

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