Ausgabe 
27.9.1845
 
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304.

1. Juli dem Geh. Staatsrathe Schenck das Großkreuz; am 23. dem Archlvar Rabenau und am 25. Aug. dem Kammerherrn und Hofthea; ter⸗Intendanten Frhrn. v. Dalwigk das Ritterkreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen.

Vn Fermchtigungen zur Annahme fremder Orden: Am 18, Aug, dem Oberſt v. Bechtold, Ehef der 1. Sect. des Kriegs⸗ Winſterzum, für den Stern zu dem bereits innehabenden Commandeur⸗ kreuz des großh. bad. Ordens vom Zähringer Löwen; dem Hauptmann Schaffnit im Groß. Arkilleriecorps für das Ritterkreuz dieſes Ordens; am 27, Aug, dem Rittmeiſter Wetterhahn in der Gendarmerie für den k. preuß. rothen Adlerorden 3. Cl.

VIII. Oienſtnachrichten: Am 19. Aug. wurde der Prof. Dr. Knobel zu Gießen zum Rector der Großh. Landesuniverſität für die Zeit von Michgelt 1845 bis dahin 1846 ernannt; dem Schulvicar Wer⸗ ner zu Großzimmern die 2. evang. Schullehrerſtelle zu Semd übertragen; am 4. Sept. dem 2. Stadtgerichtsdiener zu Darmſtadt Horn die Stelle eines 2. Stadtgerichtsdieners zu Gießen und dem Stadtgerichtsdiener⸗ Subſtiſtuten Senkenberg zu Darmſtadt die Stelle eines 2. Stadtge⸗ richtsdieners daſelbſt ertheilt.

IX. Militärdienſtnachrichten: Am 16. Juli wurde der Tauſch der Hauptmänner Fenner vom 2. und v. Göbel vom 3. Inf.⸗Regiment genehmigt; am 13. Aug. der Hauptmann v. Runkel im 4. Inf.⸗Regi⸗ ment auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt. Mit Patenten vom 20. Aug. wurden der Oberlieutenant Wilkens vom 2. zum Hauptmann im 4. Inf.⸗Reg. und der Lieutenant Fenner vom 1. zum Oberlieut. im 2. Inf.⸗Reg. ernannt. Am 25. Aug. wurde dem Oberſten Frhrn. v. Breidenbach zu Breidenſtein im Gardereg. Chevauxlegers der Charakter als Generalmajor, am 27. dem Oberlieutenant v. Muralt im 3. Inf.⸗Reg. der Charakter als Hauptmann ertheilt.

X. Concurrenz für: die kathol. Pfarrſtelle zu Seligenſtadt mit jährlich 2271 fl. unter der Verbindlichkeit, zwei Kapläne zu halten und jedem derſelben nebſt freier Station einen Jahresgehalt von 130 fl. zu entrichten; die evang. Schullehrerſtelle zu Wolf, Kr. Büdingen, mit jähr. lich 194 fl. nebſt 4 Stecken Buchenſcheitholz zur Heizung des Schullocals (Präſentation des Hrn. Fürſten zu Iſenburg⸗Büdingen).

Orthographie wetterauiſcher Woͤrter. (Fortſetzung von Nr. 61 d. Bl.)

42) einen pfeeſchen(ee iſt gedehntes e und hochto⸗ nig, alſo nicht wie 4 zu ſprechen) d. i. 1) einen mit be⸗ ſonderer Rückſicht, Sorgfalt und Wohlwollenheit pflegen. 2) einen durch Zart- und Angenehmthun und beſondere wohl⸗ wollende Pflege an ſich gewöhnen. Auch von Menſchen gegen Thiere. So ſchreibt man das wetterauiſche: peeſche. Man pfeeſcht ein kränkliches Kind, um es der Heilung näher zu bringen, oder ein junges Thierchen, um es groß zu zie hen ꝛc. Man pfeeſcht ein Kind, ein Hündchen ꝛc., um es an ſich zu gewöhnen, an ſich ziehen. Dieß Letzte drückt man noch beſtimmter durch: ohn ſaich peeſche(d. i. an ſich pfeeſchen) aus. Vilmar in der Zeitſchrift des Vereins fur heſſiſche Geſchichte 4. Bd. S. 84 führt das Wort von

George Nigrinus im Jahr 1571 gebraucht an.) Woher aber das Wort pfeeſchen kommt, kann ich nicht ſagen. Mei

*)Gut Leckerbislein, vnd gut wort,

Wie er ſie find an manchem Ort,

Da man jm peſcht und quinſeln thut,

Machen jm ein lüſtigen muth⸗ und ferner:

Allein die Grebes fraß er nit,

Da pfeſchte er den Fliegen mit. Pfeſchen könnte hierauffangen bedeuten, wenn der Dativ nicht dabei ſtünde, ſondern der Accuſativ, wie in der Wetterau.

nes Bedünkens iſt es ein Fremdwort. Ich habe gedacht an franzoͤſiſch pécher, italieniſch pescäre, ſpaniſch pescär, welche lateiniſch piscari ſind undfiſchen, Fiſche fangen /, dann im Spaniſchenaufgreifen und bildlicherlangen, wonach man ſtrebt/ bedeuten. Ob ich aber in dieſer Ablei⸗ tung Recht habe, das weiß ich ſelbſt nicht und überlaſſe einem Gelehrteren, den Spruch zu thun.

43) Die Landwuhr, d. i. ein Graben, welcher das Land zur Vertheidigung ꝛc. umzieht. Beſſer die Landwehr. Wetterauiſch aber hört man neben Lankwihr, d. i. Land wehr, auch die Lankwuhr, nach welchem letzten Worte, da Lank(d. i. lang) unſtreitig aus Land verderbt iſt, man wetterauiſch⸗hochdeutſch Land wuhr ſagen müßte, wie oben ſteht. Die Beſtimmung eines ſolchen Grabens iſt natürlich längſt vergeſſen; darum iſt das nun unverſtandene Wort um ſo leichter dem Verderbniß ausgeſetzt. Ein ſolcher Gra ben iſt z. B. bei Staden, wo er durch die Gärten nach Stammheim zu zieht und nach Oberflorſtadt zu die Stade ner Gärten umſchließt. An manchen Orten wird der alte Pfalgraben Landwehr genannt(ſ. Prof. Dieffenbachs Urge ſchichte der Wetterau S. 134.). In der Schweiz und in Bayern iſt die Wuhr ein zum Abhalten oder Ableiten des Waſſers erbauter Damm.

Kein Nachfaulen der Kartoffeln mehr!

Unter dieſer Rubrik ſchreibt ein Landwirth in der Duſſeldorfer Ztg.:Ich beeile mich, folgende mir von dem herzoglich von Arembergiſchen Gutspächter Hrn. Heinrich Erbach gemachte Mittheilung zur Kenntniß der Landbe wohner zu bringen und um ſchleunige Anwendung, da wir noch ſechs Wochen bis zur Erndte der Spätkartoffeln haben, zu bitten. Vor 14 Tagen, ſo beginnt deſſen Erzählung, dachte ich, nachdem ich das Rübkraut eggen ließ, es könne nicht ſchaden, wenn auch die Kartoffeln, da das Kraut doch ſchon brandig war, geegt würden, und ließ ſolches alſo thun; und heute kann ich Ihnen zu meiner größten Freude ſagen, daß nicht allein die geſunden Kartoffeln völlig gut geblieben, ſondern auch die ſchon angegangenen von ihren Brandflecken befreit ſind! Ich erkläre mir ſolches, fuhr er fort, folgen der Weiſe: Durch das viele Regnen iſt der Boden ſo feſt geworden, daß die äußere Luft, welche Wachsthum und Nahrungsſtoff bringen muß, nicht mehr eindringen konnte; dabei war die Hitze im Boden ſo groß, daß ich vorgeſtern, wo ich an verſchiedenen Stellen den Boden aufſtechen ließ, bei ſchneller Anwendung des Thermometers noch 20 Grad Wärme darin fand. Nimmt man nun an, daß dieſe Wärme durch die kittartige Kruſte des Bodens nicht ent fliehen, auch Luft und Thau nicht darauf einwirken kann, ſo läßt es ſich leicht erklären, daß die Kartoffel faulen muß. Friſch alſo an's Auflockern des Bodens, und ihr werdet Wunder ſehn! Bei kleinen Stücken kann die Düngergabel, wenn ſie zu einer Kratze umgebogen wird, den beſten Dienſt thun. Bei großen Feldern wird die ſcharfe Egge gebraucht. Der Erfolg wird lehren, daß ſich dieſe meine zufällige Ent⸗ deckung bewähren, die kleine Muͤhe hundertfach belohnen

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