Ausgabe 
26.7.1845
 
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So leb denn wohl ꝛc./ welches Lied gemeinſchaftlich ge ſungen wurde; dann erſcholl:Hoch Friedberg!Hoch Marburg's Akademiker! allgemeine Umhalſung und Ab⸗ ſchied und fort ging's der Heimath zu.

Schlaftrunken fuhren die Sänger nach der Geiſter ſtunde in Butzbach ein und träumten vom Sängerfeſt und ſahen die Fahnen wehen und hörten den Jubelruf:San gesbrüder! Preisſänger! hoch! der Jubel will nicht enden, der Traum wird zur Wirklichkeit: vor den Wagen halten eine Anzahl der zu Haus gebliebenen Mitglieder des Fried berger Säͤngervereins und andre theilnehmende Freunde mit zwei Fahnen und einem Kranz, und empfangen ihre heim kehrenden Brüder mit Abſingen des folgenden Liedes:

Seid uns gegrüßt, Ihr vielgeliebten Brüder , Vom trauten Sang-Verein,:

Froh zogt Ihr hin zum ſchönen Feſt der Lieder, j Und ruhmvoll zieht Ihr ein!:

Froh zogt Ihr aus gen Marburg an der Lahne, ,: Ins biedre Nachbarland,:

Erkämpftet ſtolz den Preis der Ehren-Fahne, 25 Geziert durch Jungfrau'n Handl:

Drum bringen wir jetzt jubelnd Euch entgegen ù Den Gruß mit Herz und Mund: ,:

Es walte lang der Vaterſtadt zum Segen Der wackre Sängerbundl:

So nehmt denn hin, womit Euch Friedberg ehret, Nehmt hin den Lorbeerkranz,:

Und wenn das Glück Euch auch den Rücken kehret, ,: Strahl' des Verdienſtes Glanzll::

Erſt gegen 6 Uhr Morgens(d. 22.) zogen ſie zu⸗ ſammen in Friedberg ein, und noch voll des angenehmen Eindrucks derdrei großen Tage in Marburg ſandten ſie folgende Dankſagung nach Marburg, damit ſie durch das dortige Wochenblatt veröffentlicht werde:

Wir, die Mitglieder des Friedberger Geſangvereins, fuͤhlen uns verpflichtet, für den herzlichen Empfang des Feſt⸗Comitee's und deſſen zweckmäßigen Anordnungen, für die Gaſtfreundſchaft der Bewohner Marburgs, für das ſo brüderliche Entgegenkommen der Sänger und Akademiker Marburgs und für Aller Bemühen, uns den Aufenthalt in Marburg angenehm zu machen, unſern innigen Dank auf dieſem Wege auszuſprechen. Diedrei großen Tage⸗ in Marburg werden, in Bezug auf Marburgs Bewoh ner und Akademiker, uns ſtets eine freudige Erinne rung ſeyn und wenn in der Folge Einer aus Eurer Mitte unſer freundliches Städtchen berührt, ſo klopfe er nur an die Thüre eines Sängers und er kann eines herzlichen Will komms und einer gaſtlichen Aufnahme ſſcher ſeyn.

Auf fröhliches Wiederſehn bei zukünftigen Wettgeſän⸗ gen, wo ſich Muſiker vom Fach und Hofſänger nicht her ablaſſen, mit Dilettanten in die Schranken zu treten!

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Kirchenbuchs⸗Auszuͤge vom Juni 1845. I. Hungen. Getraute:

15. Der Bürger und Kreisbote Peter Weigand, ehelicher lediger Sohn des Ortsbürgers Johannes Weigand zu Garbenteich, Kr. Gießen, und Margaretha Weck, ehe⸗ liche ledige Tochter des hieſ, Bürgers und Schuhmacher⸗ meiſters Joh. Georg Weck.

Getaufte:

8. Dem Bürger und Schweinhirt Jakob Schmalz eine Tochter, Eliſabethe Katharina, geb. den 27. Mal.

22. Dem Bürger und Ackersmann Jakob Pauly ein Sohn, Heinrich, geb. den 1. Juni.

Beerdigte:

8. Anna Dorothea, Ehefrau des Bürgers und Taglöhners Andreas Hammel, alt 68 Jahre, 20 Tage, k den 6. Juni.

17. Friedrich Henrich, Bürger und Gr. Landgerichtsdiener dahier, alt 52 Jahre, r den 14. Juni.

II. Lich.

Getraute: Keine.

Getaufte:

12. Dem hieſigen Ortsbürger und fuͤrſtlichen Hausknecht Wilhelm Philipp Schardt eine Tochter, Marie Philip pine, geb. den 28. Mai.

27. Dem zweiten hieſigen Stiftspfarrer Ludwig Wilhelm Theodor Gottfried Bichmann ein Sohn, Hermann, geb. den 14. Juni.

29. Dem hieſigen Ortsbürger und Maurermeiſter Conrad Bär eine Tochter, Anna Catharina, geb. den 10. Juni.

29. Dem hieſigen Ortsbürger und Metzgermeiſter Johannes Buch eine Tochter, Anna Eliſabethe, geb. den 12. Juni.

Beerdigte: Keine.

III. Urichſtein. Getraute: Keine. Getaufte:

1. Dem hieſigen Bürger und Schuhmacher Johann Hein⸗ rich Flohr eine Tochter, Katharina, geb. den 5. Mai.

1. Ein unehelicher Sohn, Friedrich, geb. den 23. April.

16. Eine uneheliche Tochter, Maria Eliſa, geb. am 21. Mai.

22. Dem hieſigen Bürger und Hirten Heinrich Dietz eine Tochter, Anna Kunigunde, geb. am 4. Juni.

Beerdigte:

13. Der hieſige Bürger und Fuhrmann Johann Heinrich Frühling, alt 73 Jahre, 8 Monate und 26 Tage, am 11. Juni.

15. Die Tochter des hieſigen Buͤrgers und Ackermanns

Georg Joſt zu Langweſſer, Maria Eliſa, alt 25 Jahre,

9 Monate und 14 Tage, 1 den 14. Juni.

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