Ausgabe 
25.6.1845
 
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ben an die alte, ewig guͤltige Wahrheit des Wortes Gottes zu verleugnen.

Mit der Redaction des Intelligenz-Blattes wäre auch ich Proteſtant geblieben, wenn auch jene katholiſche Geiſt⸗ lichkeit meine Todten nicht zur Erde hätte beſtatten wollen. Ich hätte meinen Todten in aller Stille begraben und zwar neben mich in meinen eigenen Garten und ihm ein pro teſtantiſches Kreuz mit einem Anker der Hoffnung zum Denk male geſetzt. Mit dem Glauben, oder wenn man lieber einen fremden Namen hört, mit der Religion jenes Mannes ſcheint es ſchlecht beſtellt geweſen zu ſein, oder alles pro teſtantiſche, kirchliche Bewußtſein ſcheint ihm abhanden ge kommen zu ſein. An ſolchen verliert die proteſtantiſche Kirche Nichts. Was nützen die Köpfe, wenn die Herzen fehlen. Wer erinnert ſich nicht hier des Ausſpruchs des Apoſtels: Sie waren nicht von uns, ſonſt wären ſie bei uns blie ben. Doch, wir wollen nicht richten, denn es iſt Einer, der die Herzen und Nieren prüft; aber obige Bemerkung iſt doch wohl aus den Umſtänden erlaubt. Man glaube aber nicht, daß Vorſtehendes Jemand auswanderungsluſtig machen ſolle, denn Einſender ſelbſt iſt nicht geneigt, aber zur Steuer der Wahrheit und Beruhigung der Gemüther hat er es mitgetheilt, was er für ſeine Pflicht hielt; nicht aus dem Hamburger Correſpondent, ſondern aus Briefen, die direkt aus beſprochenem Lande kamen, hat er geſchöpft!).

Nochmals ſei auf die Ueberſchrift des Voranſtehenden gewieſen, mit dem Wunſche, daß Jeder ſein Heil und das Heil ſeiner Mitbürger, wo er auch leben möge, zu fördern ſuche.

A. im März 1845. C.

) Aber auch ein Urtheil, aus einem Briefe oder aus mehreren Brie⸗ fen. beſonders begünſtigten Perſon geſchöpft, kann einſeitig ſein. Der Hamb. Correſpondent hatte wahrſcheinlich auch Originalbriefe vor ſich.Prüfet Alles heißt es darum auch hier und das Beßte behaltet. Die Redaction.

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Mai 1845. Grünberg. Getraute:

12. Georg Franz Dieterich, des weiland Chriſtoph Fried rich Balthaſer Dieterich, Bürgers und Bierbrauers zu Friedberg, ehelicher Sohn, verwittweter Bürger und Seiler zu Friedberg und Anna Eliſabetha Gebhard, des Johann Georg Gebhard, Bürgers und Seilers dahier, eheliche ledige Tochter.

20. Daniel Linker, des Daniel Linker, weiland Bürgers und Schuhmachers dahier, ehelich lediger Sohn, Bür⸗ ger und Polizeiagent zu Worms und Chriſtina Schütz, des Chriſtoph Schütz, weiland Bürgers und Controleurs dahier, eheliche ledige Tochter,

25. Eberhard Staͤmmler, des Nicolaus Stämmler, weiland Bürgers und Schuhmachers dahier, ehelicher lediger Sohn, Bürger und Taglöhner dahier und Juliang Daubert, verwittwete Weber, des Johann Heinrich Daubert, Bürgers zu Kirchhain, eheliche Tochter.

25. Martin Ritter, des Georg Adam Ritter, weiland Bür⸗ 1 und Schuhmachers dahier, ehelich lediger Sohn,

hieſiger Bürger und Schuhmacher und Anng Marga⸗ retha Lingelbach, des Joh. Konrad Lingelbach, Bürgers und Zimmermanns dahier, eheliche ledige Tochter.

Getaufte:

1. Dem Bürger und Rothgerber Joh. Daniel Kreuder eine Tochter, Eliſabetha Katharina Dorothea, geb. d. 7. April.

11. Dem Bürger und Kaufmann Philipp Heerz eine Toch ter, Johannette, geb. den 6. Mai.

18. Dem hieſigen Burger und Auslaufer zu Frankfurt a. M. Heinrich Karl Heerz eine Tochter, Johanna Hen riette, geb. zu Frankfurt a. M. den 20. April.

25. Eine uneheliche Tochter, Gertrude, geb. den 15. Mai.

Beerdigte:

3. Eliſabetha Hedderich, des weiland Johann Konrad Hedderich, Bürgers und Schreiners, hinterlaſſene Wtw., alt 82 Jahre, 5 Monate und 8 Tage, 1 den 1. Mai.

8. Eliſabetha Meier, des Simon Ludwig Meiers, Bürgers und Rothgerbers dahier, hinterlaſſene Wittwe, alt 31 Jahre, 1 Monat und 18 Tage, 1 den 5. Mai.

10. Heinrich Ort, Ortsbürger a Großeneichen, alt 69 Jahre, 11 Monate und 10 Tage, k den 8. Mat(an den Folgen einer durch einen Frachtwagen bewirkten Beinknochenzerſplitterung.)

19. Wilhelm Arend von Witzenhauſen, Schuhmachergeſelle dahier, alt 44 J., 3 Mon. u. 28 T., T d. 16. Mai.

25. Samuel Friedrich Meier, des Joh. Meier, Bürgers und Metzgers dahier, ehelicher. alt 14 Jahre, 7 Monate und 18 Tage, 7 den 21. Mai.

28. Dorothea Dippel, des Johannes Dippel, Bürgers und Hofgutbeſtänders dahier, eheliche Tochter, alt 6 Jahre, 4 Monate und 21 Tage, 1 den 26. Mai.

30. Eberhard Schildwächter, Studioſus der Philologie, des Johann Caspar Schildwächter, n und Metzgers dahier, ehelicher Sehn; alt 19 Jahre, 3 Monate und 10 Tage, 1 den 28. Mai.

Fuͤr 555 e ſind weiter eingegangen: G. Kloppenheim 2 fl. 39 kr.; v. d. G. Niedermörlen 22 fl; v 8 0 Oppershofen 3 fl. 34 kr.; v. d. G. Rocken⸗ berg 20 fl.; v. d. G. Steinbach 17 fl. 30 kr.

Bekanntmachungen von Be⸗ hörden.

N

Edietalla dung.

(833) Kaspar Orth, Nicolaus Sohn in

auerbach II., geboren im Jahr 1774, ſonach über 70 Jahre alt, ging vor etlichen 30 Jah ren in die Fremde und hat ſeither nichts von ſich hören laſſen.

Auf deßfallſigen Antrag ergeht daher an ge dachten Kaspar Orth Aufforderung, binnen 3 Monaten Nachricht von ſich zu geben, widri genfalls er für verſchollen erklärt werden ſoll.

In gleicher Friſt ſind etwaige, an das Ver mögen des Abweſenden zu bildende Anſprüche ſogewiß geltend zu machen, als ſonſt daſſelbe denjenigen überwieſen werden wird, welche ſich als nächſte Erben legitimiren werden.

Friedberg den 30. Mai 1845. 0

Gr. Heſſ. Gräfl. Solms-Rödelh. Landgericht

Hofmann. Dr. Gilmer.

Schäfereiverpachtung zu Obereſchbach.

(838) Freitag den 4. Juli d. J., Vormit lags 9 Uhr, wird in dem Gemeindehauſe zu Obereſchbach die mit ungefähr 380 Stück Schafvieh betrieben werden könnende fiscali ſche Schäferei in der Gemarkung Obereſchbach auf anderweite 3 oder 6 Jahre, von Michaeli

tag laufenden Jahres anfangend, öffentlich meiſtbietend verpachtet.

Friedberg den 6. Juni 1845. Großh. Heſſ. Rentamt daſelbſt

Bu ß.

Oeffentliche Aufforderung.

(S1 Johann Philipp Dickel, geb. am 24. Auguſt 1753, und Joh. Werner Dickel, geb. am 14. Auguſt 1762, Sohne des Johann peter Dickel zu Nüvenbirg, ſchon ſeit vielen Jahren abweſend ohne Nachricht von ſich ge⸗ geben zu haben, deren etwaige Erben und Rechtsnachfolger, ſowie Alle, welche aus irgend einem Grund an das unter Verwaltung ſtehende geringe Vermögen der Erſteren An⸗ ſprüche machen, werden hiermit aufgefordert

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