Entſchuldigen Sie mein werther Herr G. und F. und W. und K. und R. und S. und X. und Y. und wie Sie alle heißen, ich bleibe bei meinem Satze. Es iſt immer etwas dahinter, wenn Jemand ſein Geſchäft ſchwunghaft betreibt und viel zu thun hat, Er muß Was verſtehen, muß rührig ſeyn, bei Schwierigkeiten den Nagel auf den Kopf zu treffen wiſſen, muß einen rechtſchaffenen Sinn haben und iſt in der Regel, weil ihm ſo Manches glückt, auch guten Muthes. Dagegen wer in ſeinem Geſchäfte zurück kommt, hat ent⸗ weder das nöthige Geſchick, oder den nöthigen Fleiß, oder die nöthige ökonomiſche Einrichtung nicht gehabt. Aller⸗ dings kommt auch mancher verſtändige, geſchickte und brave Mann ohne ſeine Schuld durch Krank— heit oder andere Unglücksfälle zurück. Dann macht ihn aber ſeine eigne Lage auch niedergeſchlagen und unzufrieden, er iſt nicht aufgelegt, für das Gemeindewohl ein lebendiges Intereſſe zu bethätigen. Diejenigen aber, welche ſich's aus freien Stücken bequem machen, ſoll man ja mit Gemeinde⸗Angelegenheiten nicht ſtören; denn— mit ſeltenen und ehrenwerthen Ausnahmen— werden ſie darin eine drückende Bürde finden und auf ihrem Poſten einſchlafen.
Nun, meine Herrn! wen ſoll man wählen? Können Sie zürnen, daß wir eine ſo gute Meinung von Ihnen haben? und dann ſagen Sie mir, wenn in irgend einer Gemeinde Böcke gemacht werden, wer anders darf den meiſten Macherlohn bezahlen, als Ihresgleichen? Es ſcheint mithin ganz an ſeinem Orte, daß Sie Ihre Augen dabei haben und ein Wort mitreden.
Ich hoffe alle Bürger Friedbergs werden das Recht zu würdigen wiſſen, durch ihre Abſtimmung zu erklären, welche von ihren Mitbürgern an der Verwaltung der ſtädti⸗ ſchen Angelegenheiten Theil nehmen ſollen. Das wäre zu— gleich eine ſchöne thatſächliche Huldigung dem volksfreund— lichen Sinne eines verehrungswürdigen Fürſten gezollt.
Ein Bürgerfreund.
Das Goͤthe⸗Schiller'ſche Soldatenlied.
In Nr. 96. des Int.⸗Bl. von 1844 werden die 4 Verſe des mehrbeſprochenen Göthe-Schiller'ſchen Soldatenliedes zum Wallenſteins Lager mitgetheilt, welche in dem 2. Hefte des zu Offenbach bei André herausgekommenen deutſchen Sängerſaales ſtehen, und dieſelben natürlich Göthe zuge— ſchrieben, weil ſich leicht denken laßt, daß von den 7 Ver⸗ ſen, welche das vollſtändige Lied enthält, der Herausgeber des Sängerſaales oder der Componiſt des Liedes nur die 4 erſten(von Göthe) beigeſetzt habe. Dem iſt aber nicht ſo, wie das vollſtändige Lied zeigt, welches wir jedoch ſeines wirklich anſtößigen Inhalts wegen nicht mögen abdrucken laſſen.
Die beiden letzten Verſe ſcheinen, da laut des Schil⸗ ler⸗Göthe'ſchen Briefwechſels Schiller Göthe's Soldatenlied zu Wallenſteins Lager noch mit ein paar Verſen ver⸗ mehrt hat(So ſchreibt Schiller am 9. Oct. 1798 an Göthe) von Schiller. Auch dem feinſten und gediegenſten Kenner Schillers, Karl Hoffmeiſter, ſcheinen ſie Schillern allein an⸗
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zugehören, denn„ſie ſind herber, und ſchmecken in etwas nach den Räubern.“ Der letzte Vers iſt in der That ſo, daß er mit Fug in Weimar bei den ſpäteren Aufführungen des Lagers nicht mehr geſungen wurde. Ueberhaupt war Schiller bei gemeinſchaftlichen Arbeiten mit Göthe kecker, als dieſer, wie wir an den ſogenannten Xenien, den Sta— chelverſen gegen Schriftſteller, literariſche Zuſtände ꝛc. der 1790er Jahre, ſehen, wo die von Schiller weit kecker ſind, als die von Göthe.
Man muß bei dem Soldatenliede Schillern nicht falſch beurtheilen. Es galt, zum Eingange von Wallenſteins Lager ein Lied zu haben, welches gleich von vorn herein mit der Stimmung der rohen Soldatesca des dreißigjährigen Kriegs bekannt machte, wie ich ſchon früher bemerkte(Nr. 89 des Intelligenzblattes). Treffender aber, als das gegenwärtige, hätte nicht leicht eins für ſeinen Zweck ſein können. In dem Liede liegt ganz der rohe, wilde, alle Schranken über⸗ ſpringende Sinn der Horden Wallenſteins. Es bereitet ſo trefflich auf den erſten Auftritt im Lager vor, wo der Bauer mit ſeinem Knaben ſpricht, und ſtimmt ganz zu der Predigt des Kapuziners.
Wenn aber nun diefes den züͤgelloſen Horden trefflich entſprechend zügelloſe Lied, welches an ſeinem Orte den großen Geiſtern, Göthe und Schiller, durchaus keine Unehre macht, in dem deutſchen Sängerſaal ſchlechthin unter der Ueber⸗ ſchrift„Soldatenlied- ſich befindet, ohne das Beiwort„Wal⸗ lenſteiniſches“, ſo iſt es ſeiner Beſtimmuug entrückt und allerdings unpaſſend hingeſtellt. Zudem iſt nicht abzuſehen, warum gerade auch der letzte Vers unter den vier ausge⸗ wählten ſich befindet, da er doch ſelbſt in dem Theater zu Weimer nicht geſungen werden durfte, weil man ſeinen der⸗ ben, wenn gleich für Wallenſteins Horden wahren Inhalt anſtößig fand. Wd.
Für die armen Felsberger
find e durch Landrichter Hoffmann v. einem Ungenannten 2 fl.; durch Adv. Trapp III. v. einer Ungenannten 5 fl. 24 kr.; zuſammen 7 fl. 24 kr., deren Empfang mit herzlichem Danke beſcheinigt Friedberg am 22. Januar 1845. L. Matthias, Caſſier.
Kirchenbuchs⸗Auszug vom Dezember 1844. Grünberg.
Getraute:
1. Johann Kaspar Zöckler, des hieſigen Bürgers und Metzgers Johan⸗ nes Zöckler ehelicher lediger Sohn, Bürger und Metzgermeiſter dahier, und Gertrude Suſanne Weil, des Jacob Weil, Bürgers und Lein⸗ webers iu Hungen, eheliche ledige Tochter.
Getaufte:
1. Dem Bürger und Schuhmacher Johann Gottfried Trinkaus eine Toch⸗ ter, Eliſe, geb. den 6. November.
15. Ein unehelicher Sohn, Karl Herz, geb. den 26. November.
17. Dem Bürger und Bäcker Johann Georg Jöckel ein Sohn, Johann Karl, geb. den 26. November.
25. Dem praktiſchen Arzte Dr. Georg Wilhelm Schlotthauer eine Toch⸗ ter, Friederike Amalie Mariane, geb. den 27. Nov.
26. Dem Großh. Bauaufſeher Jacob Amendt eine Tochter, Auguſte Frie⸗ derike Charlotte Antoinette Henriette geb. den 5. December.
27. Dem Bürger und Kreisboten Heinrich Wilhelm Hahn eine Tochter, Wilhelmine Adelheid, geb. den 19. Dee.
Beerdigte: Keine.
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