Ausgabe 
23.7.1845
 
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ntelligenz-Olatt

für die

Provinz Oberbeſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

9 Amtlicher Theil.

A Der Großherzoglich Heſſiſche 3 Kreisrath des Kreiſes Hungen 10 an ſämmtliche Bürgermeiſter dieſes Kreiſes.

Betreffend: Den Medicamentenhändler Heinrich Bulle aus Großbrei⸗ tenbach, Fürſtenthums Schwarzburg⸗Sondershauſen.

Buß⸗ Ich beauftrage Sie den nachſtehend ſignaliſirten Rubri⸗ bach. caten, welchem wegen fortgeſetzten Betriebs des Medicamen N. K gj. tenhandels, jedes fernere Betreten der dieſſeitigen Provinz, N f bei Vermeidung einer Stägigen im Wiederholungsfalle zu 1 verdoppelnden Gefängnißſtrafe unterſagt worden iſt, im Be⸗ 1 tretungsfalle zu arretiren, und mir gefänglich vorführen zu 12 laſſen. 15 Hungen den 7. Juli 1845. 1557 In Beurlaubung des Kreisraths Schaaf, Kr. Kreisſecretär.

N Signalement des Heinrich Bulle. Alter: ungefähr 30 Jahre; Größe: ungefähr: 6 9% 81 Haare: blond; Augenbraunen: blond; Augen: grau; Naſe:

7 lang und ſpitz; Mund: groß; Bart: blond und ſchwach; 2 Kinn: länglich; Geſichtsfarbe: blaß; Geſichtsumriß: oval; Statur: ſchlank.

Die Gruͤndung eines Turnvereins zu 2 Friedberg.

Erſcheinungen, die, im Geiſt der Zeit verborgen, plötz lich aus ihrem Schlummer erſtehen, die, von Wenigen nur als Wünſche genährt, nunmehr hervortreten und zum Ge meingut Vieler werden, die practiſch in das Leben eingreifen und den wahren Werth deſſelben erſt erkennen lehren ihnen mit Freude ſich hinzugeben, liegt in den Gefühlen und in der Natur des beſſeren Menſchen. Ihnen will ich hier von Grund des Herzens Anerkennung zollen und meinen Gefühlen und Empfindungen Worte verleihen.

Mittwoch, den 23. Juli 1845.

So erblicken wir denn, freudig in der Erſcheinung, ernſt und wichtig in den Folgen, hier in unſerer Vaterſtadt die Gründung eines Turnvereins, das wichtigſte Ereigniß, was wir in jüngſter Zeit aufzuweiſen haben und mit unver gänglicher Schrift in Friedbergs Annalen eingezeichnet iſt.

Kaum hatten wir das Vergnügen Offenbach's und Hanau's Turner bei uns zu ſehen, als wir auch ſchon deren würdige Beſtrebungen im Erfolg mit der Gründung eines gleichen Vereins gekrönt ſehen. Kurz und kräftig in ihren Entſchließungen, von Geiſt und Muth für Schönes und Nützliches beſeelt, widmeten ſich einige junge Männer dahier dieſem Werke mit Liebe und Eifer.

Mit innerem Zuruf habe ich dieſen Verein begrüßt. In ſeinem Streben nach einem hehren Zweck fand er bereits ſeinen wohlverdienten Anklang und ſeine gebührende Aner kennung, geſtützt auf freie, durch den ruhigen Gang der Zeitereigniſſe herbeigeführte Ueberzeugung, eine Anerkennung, die ihm ſogar die Behörde zu Theil werden ließ. Und fin⸗ den wir hierin nicht die ſicherſte Gewähr, den beßten Be weis für den guten Zweck des Vereins? Mag es auch manchen geben, der in der Perſpective eine Kehrſeite deſſel ben erblicken will, oder der gar eine ſolche Idee gutmuͤthig belächelt, deſſen Schleier wird bald vor ſeinen Augen gelüftet werden, wenn er den Verein in ſeiner moraliſchen Stärke ſeine Früchte tragen ſieht, wenn die ſeither verbor genen Kräfte auftauchen und ihre Quellen ergiebig werden zu Schönem und Gutem, harmoniſch im Geiſt und in der

Ausführung. Ich habe deinen tiefen Sinn erkannt, edle Turnkunſt, wichtiges Element unſeres deutſchen Volkslebens, und

was ich im Innern empfunden, das ſpreche ich laut aus

und begrüße Euch, Ihr Turner und Euer Monument,

das Ihr Euch geſetzt, und möge es, wie es kräftig erſtanden,

ſo auch ferner erſtarken und fortleben für ewige Zeiten. 1