Ausgabe 
22.2.1845
 
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Anfang: 10 Uhr.

fer, Direlter

Intelligenz Olatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Somabed, N 22.

Februar

Amtlicher Theil.

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes und die Poli zeicommiſſaͤre zu Engelthal und Wickſtadt.

Betreffend: Die Vornahme der Feuerviſitation in den Orten des Krei ſes Friedberg für das Jahr 1845.

Unter Bezugnahme auf die früher gegebenen Vor ſchriften in Nro. 42 des Intelligenzblattes von 1835 und Nro. 35. von 1837, weiſe ich Sie an, alsbald für das Jahr 1845 die Feuerviſitation mit den Feuergeſchwornen

vorzunehmen.

Binnen 6 Wochen ſehe ich der Vorlage der Protocolle entgegen.

Friedberg den 19. Februar 1845.

. Krach, Kr.⸗Sctr

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen an ſämmtliche Bürgermeiſter dieſes Kreiſes.

Betreffend: Die Muſterung und Conſcription für 1845.

Sie werden alsbald zur öffentlichen Kenntniß bringen, daß die Hauptbezirksliſte der dießjährigen Kriegsdienſtpflich tigen vom 24. d. M. an 14 Tage lang auf meinem Bureau zur Einſicht offen liegt.

Hungen den 19. Februar 1845

Fo len ius.

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Localſection des Gr. Heſſ. Gewerbvereins im Kreiſe Friedberg.

Monatliche Sitzung Montag den 24. Februar Abends

8 Uhr. Vorzeigung einiger neuen Winkelinſtrumente für

Schreiner Vorlegung des neueſten Heftes von Rombergs

Bauzeitung und der Kupfer dazu Vorträge über die Na⸗ tur des Waſſers überhaupt und des Mineralwaſſers insbe

ſondere die Bereitung künſtlicher Mineralwaſſer die Beſtandtheile und Miſchungsverhältniſſe des Neuſilbers Stärkezuſatz zu Talglichtern Verhütung des Einlaufens des Wollengarns beim Färben Verbeſſerungen an der Hobelbank ꝛc. Bericht über das Löthwaſſer des Herrn Redtel zu Frankfurt. Soldan.

Der Großh. Heſſ. Gewerbverein 7

Friedberg beſtehende Lokalſection deſſelben.

insbeſondere die zu

Dieſe vor mehreren Jahren ins Leben gerufene An ſtalt ſchien im Anfange ihres Beſtehens unter dem hieſigen Gewerbſtande und den zahlreichen Freunden deſſelben ziem liche Theilnahme zu erwecken, was ſchon daraus hervorging, daß damals Viele ſich als Mitglieder aufnehmen ließen, und auch die Verſammlungen der Section immer zahlreich, und gewiß von Vielen mit Nutzen beſucht wurden.

Um ſo auffallender iſt es, daß Letzteres ſeit längerer Zeit bedeutend nachgelaſſen hat, und die Aufnahmen neuer Mitglieder auch immer ſeltener werden, ja ſogar Manche wieder ausgetreten ſind.

Man ſollte hieraus ſchließen, daß es bei Vielen noch an dem rechten Sinn für dergleichen fehlt, und gar Man cher nicht gern aus ſeinem alten Schlendrian heraus wolle, meinend, ſein Vater und Großvater hätten es auch ſo ge macht, wie er, und wären dabei gut beſtanden, ſein Lehr meiſter habe es ihn ſo gelernt, und da er auch als Geſelle gearbeitet habe und nun ſelbſt Meiſter ſey, ſo könne und brauche er in ſeinem Handwerk nichts Neues mehr zu lernen.

Wer indeſſen dieſe Meinung hegt, iſt jedenfalls übel berathen, denn das neuere Gewerbweſen iſt, wie Alles, in ſtetem Fortſchreiten begriffen, und ehe ſich's einer verſieht, iſt er von Andern überflügelt, die nicht ſtille ſtehen, wie er. Dieſes Fortſchreiten beſteht aber nicht etwa darin, daß der Schneider z. B. ſich Kleidermacher, der Schuhmacher Stie felfabrikant, und dergl. mehr, nennt, ſondern, daß man hen zu Tage gar manches, dem Anſcheine nach einfache, Gez ſchäft durch wiſſenſchaftliche Behandlung auf eine hohen