den Unter * niß edene Dauc. zeichne. 14 Us 5 mus in 5 fen. chenreform ind. ich Gemeinde

Intelligenz-OUlatt

für die

Provinz Oberheſſen

im Allgemeinen,

die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen

und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Ueber Beſchädigung der Obſtbaͤume durch die Raupe des Froſtnachtſchmetterlings.

Auf Veranlaſſung des Unterzeichneten verwilligte der Gr. Bürgermeiſter Himmelreich zu Obereſchbach die nöthi gen Mittel um im Herbſte 1843 und 1844 auf zwei ver⸗ ſchiedenen Parcellen 620 Aepfelbäume durch Anlegen von Theerbändern vor dem Beſuche des gefürchteten Schmetter lings zu bewahren. Es wurde die ganze Arbeit durch zwei zuverläſſige Männer beſorgt und denſelben ein Tagelohn von 28 kr. bezahlt.

Die Koſten betrugen 1843

n 1) für Packpapier und Bindfaden 4 8 29 für Colophonium, Terpentin und Leinöl 6 3) Arbeitslohn 12

Zuſammen 33 14 Die Koſten betrugen 1844

1) für Packpapier und Bindfaden 172 2) für Schiffstheer 3 52 3) Arbeitslohn 10 40

Zuſammen 1357

Es koſtete mithin ein Baum zu bewahren in 1843 , in 1844 Kreuzer.

In 1843 wurde die durch die landwirthſchaftliche Zeit ſchrift empfohlne Miſchung von Colophonium, Terpentin und Leinöl angewendet, welches Mittel wegen ſeiner Koſt ſpieligkeit und namentlich wegen des Umſtandes, daß das Auftragen auf die Bänder nur im warmen Zuſtande erfol gen konnte, weßhalb in der Nähe der Bäume Feuer unter halten werden mußte, mich veranlaßte in 1844 Schiffstheer zu verwenden und der Erfolg beſtätigte, daß derſelbe ganz dem Zwecke entſpricht, nur verlangt er, je nach dem Grade der Wärme, einen geringen Zuſatz von Leinöl und pulveri ſirtem, getrocknetem Lehm um das ſchnellere Abtrocknen und das Flüſſigwerden zu vermeiden.

Sonnabend, den 21. Juni

Bei beiden Mitteln mußten die Bänder wöchentlich zweimal von Anfangs October bis Mitte Decembers be ſtrichen werden. In 1843 war durchgängig der Andrang des Schmetterlings ſo bedeutend, daß derſelbe durch Abkeh ren entferut werden mußte, um die Salbe wieder auftragen zu können.

Für den Fall, daß vorſtehende Koſtenrechnung als Maasſtab für die Folge gelten ſoll, bemerke ich, daß die Bänder von 1843 an den Bäumen während des Sommers 1844 hängen blieben, um den Vorübergehenden Veranlaſſung zu Vergleichungen zu geben und daß deßhalb die Koſten fuͤr 1844 ſich um einige Gulden würden vermehrt haben, wenn ſie wieder hätten friſch angelegt werden müſſen, bin aber überzeugt, daß bei zweckmäſigen Anſtalten, die Koſten per Baum 2 Kreuzer nicht überſchreiten. Hierher rechne ich namentlich, daß Schiffstheer, Leinöl, Papier, Bindfaden aus der erſten Hand in großer Quantität gekauft werden und das Beſtreichen der Bänder überhaupt verdungen wird, frei lich erſt, nachdem mehrjährige Verdienſte die Arbeiter über den Maasſtab aufgeklärt haben.

Das Reſultat der vorſtehend beſchriebenen Manipu lation iſt, daß von den 620 Aepfelbäumen auch nicht einer beſchädigt iſt, weßhalb ich alle Beſitzer von Obſtbäumen, namentlich aber die Ortsvorſteher der benachbarten Ort ſchaften, im Intereſſe der guten Sache, bitten muß, gerade in dieſem Augenblicke Einſicht an Ort und Stelle zu neh men. Vielleicht würden dann Viele bewogen, ihre Obſt bäume mit einem Aufwande von zwei Kreuzern vom Stück vor dem bedeutenden Schaden zu bewahren, der namentlich in dieſem Jahre alle Gemarkungen des ſüdlichen Theiles der Wetterau hart betroffen hat und leider immer noch von dem Volksglauben Ereigniſſen zugeſchrieben wird, die durch die Hand des Menſchen nicht abgewendet werden könnten.

Zu der Ueberzeugung bin ich übrigens gekommen, daß nur dann etwas Erſprießliches zu Stande kommt, wenn unter Aufſicht des Ortsvorſtandes alle Bäume der ganzen Gemarkung durch eine Hand bewahrt, weil, wenn es den

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