Ausgabe 
18.1.1845
 
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Bekanntmachung.

In Folge der vom Höchſtpreißlichen Miniſterium des Innern und der Juſtiz unter dem 13. Dec. 1827 erlaſſe⸗ nen Verfügung bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kennt⸗ niß, daß die Prüfung der Bauhandwerker, welche Meiſter werden wollen, für den Kreis Friedberg und Büdingen an folgenden Tagen jedesmal um 8 Uhr, Morgens anfangend, auf dem Rathhauſe zu Friedberg vorgenommen wird.

10 Montag den 27. Januar 1845, 2) Montag den 7. April 1845, 3) Montag den 7. Juli 1845, 4) Montag den 6. October 1845.

Friedberg den 15. Januar 1845.

Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen.

Auszuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 2.

I. Bekanntmachung Gr. Oberpoſtinſpection, vom 16. Dec. 1844, daß von dieſem Tage an, ſtatt der ſeither beſtandenen Cariolpoſt zwiſchen Seligenſtadt und Dieburg, eine Fahrpoſt errichtet wird, welche am Montag und Freitag 6% Uhr Morgens von Seligenſtadt abgeht und in Dieburg um Uhr Morgens zum Anſchluß an den von Erbach nach Darmſtadt gehenden Wagen eintrifft, und an denſelben Tagen, nach An⸗ kunft des von Darmſtadt nach Erbach zurückgehenden Eilwagens, von Dieburg Abends Uhr wieder zurückkehrt und in Seligenſtadt Abends 7% Uhr ankommt. Mit dieſer Poſt werden Perſonen, Briefe und Päcke⸗ reien befördert und iſt für Aufnahme erſterer in Spitzaltheim eine Per⸗ ſonen⸗Annahmeſtelle errichtet worden.

II. Bekanntmachung derſelben Behörde, vom 17. Dec. 1844, daß vom 15. d. M. an, ſtatt der ſeither zwiſchen Büdingen und Hanau beſtandenen Brief⸗ und Cariolpoſtwerbindung, ein täglicher Fahrpoſteours errichtet worden iſt, mit welchem Briefe, Päckereien, ſowie Perſonen be⸗ fördert werden.

III. Eine weitere Bekanntmachung dieſer Behörde, vom 19. Dec. 1844, daß der Worms⸗Darmſtädter-Poſtwagen, der ſeither täglich über Eich und Gernsheim courſtrte, vom 1. Jan. 1845 an eine ſolche Leitung erhält, daß derſelbe an zwei Tagen, nämlich Mittwoch und Sonntag, auf dem rechten Rheinufer über Bürſtadt, Biblis, Groß⸗ rohrheim und Gernsheim, an den übrigen Wochentagen aber über Eich courſiren wird. Um die Poſtverbindung dem Publicum zu⸗ günglich zu machen, wurden in den Orten Bürſtadt, Biblis und Groß⸗ rohrheim zugleich Perſonen⸗Annahmeſtellen errichtet.

VI. Ermächtigung zur Annahme fremder Orden: Nachdem von S. K. H. dem Großherzoge von Baden dem Kriegsminiſter, Generallieut. Frhrn. v. Steinling das Großkreuz des Gr. Badiſchen Ordens vom Zäh⸗ ringer Löwen, ſodann dem Oberſt Wachter, Commandeur des 2. Inf. Regiments, das Commandeurkreuz 2. Cl. und dem Oberſtlieut. Glock im Garderegiment Chevauxlegers das Ritterkreuz deſſelben Ordens verliehen worden, haben S. K. H. der Großherzog am 18. Decbr. 1844 die Ge⸗ nehmigung zur Annahme dieſer Orden zu ertheilen geruht.

VII. Militärdienſt nachrichten: Am 4. Dec. 1844 wurde der

Lieut. Gerſchlauer von der Pionniercompagnie auf Nachſuchen wieder zur Infanterie verſetzt und dem 2. Regiment zugetheilt, ſodann der Lieut. Toul mann von dieſem Regiment zur Pionniercompagnie transferirt; am

26. Decbr. dem Oberſtlieut. v. Bubna der Charakter als Oberſt ertheilt.

Orthographie wetter auiſcher Woͤrter.

Fortſetzung von Nr. 95 de 1844.)

9) Die Ahne oder Brechahne, d. i. das von Hanf oder Flachs beim Brechen abgefallene Stengelſplit⸗ terchen. So ſchreibt auch Jacob Grimm das Wort. Alt⸗ deutſch und noch vor 300 Jahren bedeutete es die leeren Getraidehülſen und Stachelſplitter der Aehren, überhaupt was wir Spreu nennen. Der Wetterauer Alberus ſchreibt 1540 aun, aber falſch, denn er ſchreibt das Wort nur ſo der Aehnlichkeit nach, weil wir auch z. B. Age, Lage, lafe 26, für hochdeutſch Auge, Lauge, laufen ꝛc. ſprechen. Andere ſchreiben im Hochdeutſchen die Agen(eigentlich heißt es die Agene) welches die ganz richtige Form iſt, denn altdeutſch

ſagt man die Agana, und wie wir Wetterauer mit langem a z. B. ſahn, Wahn, klahn ꝛc. ſagen anſtatt ſagen, Wagen, klagen, ꝛc., ſo auch die Ahne anſtatt die Agene, wie man eigentlich richtig ſchreiben und ſprechen ſollte. Wir ſind aber einmal Ahne gewöhnt.

10) Die Urſchwinge, d. i. der Abfall des Flachſes oder Hanfes beim Schwingen. Das Wort bedeutet ur⸗ ſprüͤnglich das Ausgeſchwungene; denn das vornen ſtehende Wörtchen ur bedeutet altdeutſch ſo viel alsaus, und wirklich ſagt man auch in einem Theil der Schweiz anſtatt unſers Urſchwinge: das Ausſchwing. Jenesur- haben wir noch übrig in Urlaub, Urtheil, Urſprung ꝛc., und ſo hat ſich denn auch das uratle Wörtchen in unſerm faſt rein wetterauiſchen die Urſchwinge erhalten. Sonſt ſagt man, z. B. in Schwaben, die Aeſchwinge, Ehſchwinge, wo rin ä(eh) nach dem Altdeutſchen vor Wörtern auch ſo viel alsaus bedeutet.

210, Die Urſchlechten oder Urſchlächten d. i. die Blattern, eine bekannte Kinderkrankheit. und ſpricht man den wetterauiſchen Ausdruck die Urſchlichte im Hochdeutſchen. Hier haben wir wieder dasſelbe Wört⸗ chen ur⸗, wie in Urſchwinge; auch hier bedeutet ur- na⸗ türlich weiter nichts, als yaus, denn Urſchlechten(ſo ſchreibt auch der Wetterauer Alberus) iſt wörtlichAus⸗ ſchlage, da ſchlechten in Urſchlechten urſprünglich von ſchlagen abgeleitet iſt. Pocken und dergleichen aber nennen wir ja im Hochdeutſchen einen Ausſchlag. Nun iſt Urſchlechten, die Mehrzahl; die Einzahl, welche wir in der Wetterau nicht haben(Alberus ſchreibt der wetterau⸗ iſchen Ausſprache nach Urſchlicht), lautet im Bayeriſchen die Urſchlecht, Urſchlecht. Anderwärts ſagte man vor Alters die Urſchlacht. Das Wort iſt ubrigens ein in Süd⸗ und Mitteldeutſchland ſehr übliches.

12 uräß, d. i. überdrüßig. Wir haben auch ein Zeitwort uräßen, d. i. etwas überdrüßig ſein und es dar⸗ um nicht mögen. So ſchreibt man im Hochdeutſchen die Wörter, welche wir wetterauiſch ores und oreſe(mit dem Ton auf dem o) ſprechen. Uräß iſt aus dem altdeutſchen ur-, welches wie wir in Urſchwinge, Urſchlechten geſehen haben,aus bedeutet, und einem veralteten äß ausat⸗ zen(von in eſſen) zuſammengeſetzt und bedeutet da⸗ her urſprünglich ſo viel wieausgegeſſen(ſo daß man der Speiſe uberdrüßig iſt und ſie einem zum Ekel wird), wie denn auch zu Ulm uräß ſo viel iſt, als: der ſich über⸗ geſſen hat(S. Schmid's ſchwäbiſches Wörterbuch S. 527), und weshald man auch an der Ober-Nab in Bayern ſagt: Mir iſt uräßig in dem Sinne vonmir iſt übel(ich bin des Eſſens ſo überdrüßig, daß mir es davon weh wird zum Uebergeben). Daher dann die weitere Bedeutung über⸗ drüßig, welche wir mit ur verbinden. uräßen gebrau⸗ chen wir aber noch vom Vieh, welches ſeines Futters über⸗ drüßig iſt und es darum nicht mehr mag. Hier haben wir alſo noch die ältere, urſprüngliche Bedeutung. W.

*) So ſagten vor tauſend Jahren unſere Vorfahren z. B. ſie gehen ur den Gräbern anſtattſie gehen aus den Gräbern hervor.

Localſection des Gr. Heſſ. Gewerbvereins im Kreiſe Friedberg.

Monatliche Sitzung, Montags den 27. Januar, um 8 Uhr Abends. Vorträge: über eine tragbare Handmuͤhle. die Erzeugung künſtlicher Magnete die Flügel von Tannenſaamen als Material zur Füllung von Matrazzen und Kopfkiſſen Meſſingdächer einen eichenholzähnli⸗ chen Anſtrich auf Holz Verhütung des Einlaufens von Wollengarn beim Färben Reinigung des Krapplacks

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