Ausgabe 
16.7.1845
 
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werbung des Unterhalts herbeiführt, iſt ſie ein, wenn auch in beſchränkterem Kreiſe wirkendes Mittel, die Quelle der Armuth zu verſtopfen, die Bettelei und Hülfsbedürftigkeit in Abnahme zu bringen.

Ueber Tabakspfeifen. Die Großen unſerer Zeit rauchen nicht mehr, die Doſe gilt für feiner, als die Tabaks pfeife, und daher haben auch die Diplomaten ſo viele Doſen; die Doſe gibt vornehme Haltung und Contenance. Das artige Darbieten einer Priſe wie viel Gutes hat es nicht ſchon geſtiftet? wie viel Böſes verhindert? in einer Priſe Tabak liegt ſo viel Humanität, daß ich die Alten bedaure, die ſolche nicht kannten! Im engliſchen Unterhauſe wurden 1818 unter den außerordentlichen Ausgaben 22500 Pfund für Doſen verrechnet, in Deutſchland gehen wir ſparſamer um, und nehmen ſelbſt Mannheimer Gold zu Hülfe. Die Doſe iſt in Europa Symbol der Allianz und Freundſchaft, wie im Morgenlande ein gemeinſchaftlicher Becher oder Mahl bei den Wilden Amerikas aber iſt es das Calumet oder die Pfeife. Und ſo laſſen ſich auch die Großen der gelehrten Republik im Rauchen nicht irre machen, wenn gleich die Frage: Ob große Genies je geraucht haben? negative entſchieden ſcheint. Gar viele könnte man ohne Weiters für geräuchert Fleiſch verkau fen, und ſicher rührt unſere Vielſchreiberei von Caffee und Tabak; beide waren den Alten unbekannt, und ſo auch das Rauchen, ſie ſaugen an der Pfeife, wie Kinder an der Mutterbruſt, und wie an den Brüſten der Muſen. Wie kommt es doch, daß noch kein Kupferſtecher auf den Einfall gerathen iſt, die vornehmſten Gelehrten en corps rauchend abzubilden. Die Muſen könnten die Pfeifen ſtopfen, Apollo das Feuer reichen, die Muſenſöhne einſchenken, Smollis! Im Hintergrunde könnte man Sir Iſaae Newton anbringen als Symbol gelehrten Tiefſinnes oder Zerſtreuung wie er neben einer Dame ſein Pfeifchen raucht, dann ihre Hand ergreift um ſie zu küſſen? nein! um ihren Zeigefinger zu gebrauchen zum Tabaksſtopfen! Es iſt Schade, daß die Pfeifen von Thon aus der Mode gekommen ſind, denn aus der Art ſie zu halten ließ ſich vieles ſchließen hoch gerade, beſcheiden abwärts, ſeitwärts Klopſtock hielt ſeine Pfeife himmelan ſie ſagte dem Phyſiognomen: das iſt Klopſtock! doch könnte auch die Urſache in feuch tem oder zu feſt geſtopften Tabak und einer rozelnden Pfeife gelegen haben. Owen, der erlaubte ſeine Epigramme zu allem zu gebrauchen, wozu ſich Papier gebrauchen laßt, nur nicht zu Fidibus ſo haßte er das edle Kraut müßte mir die Pfeife reinigen! und ein Myſtiker könnte über dem Erbauungsbuch die Augen verdrehen, das im 17. Jahrhundert erſchien:die geiſtliche Tabakspfeife.

(Briefe eines in Deutſchland reiſenden Deutſchen.)

% 220.

Kirchenbuchs⸗-Auszuͤge vom Juni 1845. I. Butzbach.

Getraute:

8. Georg Zacheis, Corporal in der 6. Schwadron des Großh. Garderegiments Chevauxlegers, des verlebten Ortsbürgers zu Semd, Kr. Dieburg Johannes Zacheis nachgelaſſener ehelich lediger Sohn und Maria Eliſa beth Hütter, des zu Alsfeld verſtorbenen Renteidieners Nicolaus Hütter, nachgelaſſene ehelich ledige Tochter.

Getaufte:

8. Dem Buͤrger und Schmiedmeiſter Friedrich Wilhelm

Schuldt eine Tochter, Katharina, geb. den 23. Mai. 9. Dem Gr. Landgerichts-Aſſeſſor Dr. Irle ein Sohn, Hermann, geb. den 5. Mai.

13. Dem Bürger und Inſtrumentenmacher Johannes Mar⸗ guth ein Sohn, Chriſtian Georg Ludwig Bernhard, geb. den 16. Mai.

15. Dem Bürger und Dachdeckermeiſter Konrad Heyd ein Sohn, Chriſtoph, geb. den 1. Juni.

15. Dem Bürger und Lohgerbermeiſter Johannes Flach ein Sohn, Johann Georg, geb. den 19. Mai.

22. Dem Bürger und Schreinermeiſter Chriſtoph Dietrich Diehl ein Sohn, Johannes, geb. den 11. Juni.

29. Dem Bürger und Bäckermeiſter Jakob Steinhäußer III. eine Tochter, Katharina, geb. den 6. Juni.

29. Ein unehelicher Sohn, Ferdinand Robert Philipp, geb. den 19.

29. Dem Bürger und Metzgermeiſter Georg Hufnagel ein Sohn, Georg Philipp, geb. den 16. Juni.

Wee digte;

2. Der Gr. Landrichter des Landgerichts Butzbach Karl Ludwig Rayß, alt 45 Jahre, 10 Tage, t den 31. Mai.

7. Karl Grauer, alt 3 M., 3 T., eheliches Söhnchen von Martin Grauer, Bürger und Schmied dahier, 7 den 5. d

11. Suſanna, des Bürgers und Bäckermeiſters Jakob Wil⸗ helm Heil Ehefrau, geb. Leichner, alt 54 Jahre, 15 Tage, 1 den 9.

18. Margaretha, des Burgers und Schuhmachermeiſters Johannes Rothhardt Ehefrau, geb. Herget, alt 36 J., 9 M., 21 T., f den 17.

21. Maria Sophie, des Bürgers und Schloſſermeiſters Adam Weidmann, eheliches Töchterchen, alt 3 M., i f del 9.

II. Friedberg. Getraute:

10. Heinrich Ludwig Karl Gluͤck, hieſiger Burger und In⸗ ſtrumentenmacher, des zu Meerholz, in Churheſſen ver⸗ ſtorbenen Bürgers und Glaſermeiſters Georg Ernſt

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