ntelligenz-Ulatt
für die
1 Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
1 und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Peſtalozzi⸗ Stiftung.
Der Seminar⸗Direktor Dr. Dieſterweg in Berlin 50 hat unterm 3. Juli einen Aufruf:„An Deutſchlands 5 Lehrer, erlaſſen, worin es unter Anderm heißt:„Der dare 12. Januar 1846, der Tag, an welchem vor hundert Jah- d Butzbar ren Johann Heinrich Peſtalozzi geboren wurde, dieſer recht zum Segen gewordene Tag, darum ein wahrer Freu— den⸗ und Ehrentag, beſonders für die Lehrer, denen er gei— Butz ſtiger Vater, Erzieher und Vorbild geweſen iſt und es noch
bach für Jahrhunderte bleiben wird— er nahet. Nimmer kön— . nen wir des Tages und des Mannes jemals vergeſſen. Denn 4 wer der Liebe lebt und in der Liebe bleibt, der lebt und bleibt in Gott und in der Menſchen Herzen und Gedächt— niß. Darum bedarf es keiner Ermunterung zur Feier die— ſes Tages,„„wir können nicht anders.“ Alſo nicht davon, 6 ob, ſondern nur davon, wie wir ihn würdig feiern, kann 1 die Rede ſeyn. Was er, der Unvergeßliche, wollte, es iſt
110— uns ein theures Vermächtniß. Was ihm nicht gelang, es g wird uns gelingen, und was wir thun, ſey zu ſeines Na— 181— mens Gedächtniß und zum Preiſe Deſſen, der ihn uns ge— . geben!— Er wollte vorzugsweiſe Waiſenkindern die Thrä— 2 7 nen von den Wangen trocknen, ſie zu Menſchen bilden, er 1 wollte der Vater, der Frennd, der Erzieher der Unglück— 2 lichen und Verlaſſenen werden.— Auf, Volksſchullehrer, — 2 Volksfreund, bethätige deinen Dauk gegen Heinrich Peſta— 1 lozzi dadurch, daß du Theil nimmſt an der Peſtalozzi-Stif— 2 tung— nicht ein Denkmal aus Stein und Erz, nur ein 48 lebendes Denkmal iſt ſeiner wuͤrdig—, der Peſtalozzi-Stif— tung, die ſich erheben ſoll innerhalb Deutſchlands Gränzen, ein Beweis der Dankbarkeit der Nachwelt, zum ewigen — Segen für die Kinder, wie für Erziehung und Bildung! Ich weiß es, des Volksſchullehrers Börſe birgt nicht gewich— tiges Geld, aber über ein Scherflein hat er zu verfügen. 10 Keiner fehle in dieſer Dankerweiſung, wenigſtens keiner auf deutſcher Erde! Ich ſage es offen, weil ich es denke und empfinde: Solche Scherflein ſegnet Gott, er ſegnet ſie vor
3 allen andern; der Segen, der ſich von den Pfennigen der
ch, den 16. Juli
hunderttauſend deutſchen Lehrer über des Vaterlandes Wai— ſen verbreiten wird, er wird mehr als hundertfältige Frucht bringen.“) Nennet, Freunde, Brüder, mir Eure Namen! Mit Eifer werde ich— glücklich, ſolchem Unternehmen meine Kräfte zu widmen— dieſelben dem Buche einverlei— ben, in welchem die Wohlthäter der Peſtalozzi-Stiftung verzeichnet ſtehen ſollen, zur dankbaren Erinnerung für die Enkel. Nie wird wiederkehren für Euch und mich ſolche Gelegenheit zur Vereinigung der Volksſchullehrer in der Förderung eines durch einen Mann aus unſerm Stande beabſichtigten Werkes. Iſt aber der Name und der Geiſt dieſes Mannes nicht fähig, die Volksſchullehrer Deutſchlands zu einigen und ſie über landsmannſchaftliche, confeſſionelle und andere Verſchiedenheiten zu erheben; dann muß der große Gedanke einer wenigſtens geiſtigen Einheit——— der Bewohner unſers Vaterlandes fuͤr ein hohles Phantom, fuͤr einen wüſten Traum oder gar für einen Köder für Gimpel erklärt werden. Verſchone uns der Genius des Vaterlandes und der Pädagogik mit dieſer Erfahrung! So laßt uns denn würdig, d. h. lebendig im Herzen und durch eine That feiern den Tag und das Jahr der Geburt Hein— rich Peſtalozzi's!!/
Mannigfaltiges.
In Leipzig beſteht eine Anſtalt, die nachgeahmt zu werden verdient. Es iſt dies die ſtädtiſche Anſtalt für Arbeitsnachweiſung. In ihrem letzten Bericht weiſt ſie nach, daß vom 1. Jan. bis 30. Juni 411 Perſonen Arbeit ſuchten, 2910 Arbeiter geſucht wurden und 2809 Beſchäfti— gung erhielten. Indem dieſe Anſtalt Gelegenheit zur Er—
*) Die preußiſchen Poſten befördern alle Geldſendungen, auch die klein ſten! franco, wenn auf dem Begleitzettel bemerkt iſt:„Angelegen heiten der Peſtalozzi-Stiftung, frei nach der Ordre vom 5. Mai
1845. An den Seminar⸗Direktor Dieſterweg in Berlin,“
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